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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Nach Verwandtenbesuch 14 Jahre in DDR gefangen

14.07.2016

Sande Als Dieter Jeske 1955 mit seiner Fußballmannschaft von Turbine Görlitz zu einem Freundschaftsspiel nach Darmstadt reiste, da traf der wendige Mittelfeldspieler zwar auch ins Tor, viel wichtiger aber war: Er schoss sich auch ins Herz der damals 21-jährigen Margot, die ein Jahr später seine Frau werden sollte. „Es war ein ereignisloser Sonntag und ich beschloss, mit meiner Freundin Lieselotte zum Fußballplatz herüberzugehen“, sagt Margot Jeske. Da entdeckte sie dann Dieter Jeske und stupste ihre Freundin an: „Der kleine Dribbler da hinten, der ist ja süß....“

Margot und Dieter kamen sich in den drei Tagen, in denen er mit seiner Fußballmannschaft noch in Darmstadt blieb, näher. „Sehr nahe sogar...“, lächelt Margot Jeske.

Doch die Entfernung war nicht unproblematisch für die junge Liebe: Dieter Jeske musste zurück nach Görlitz, wo er als Stahlbauer und Schlosser arbeitete, Margot blieb in Darmstadt und verdiente sich ihr Auskommen als Büglerin. Das Paar schrieb sich Liebesbriefe, besuchte sich gegenseitig, bekam eine Tochter und schließlich wurde am 14. Juli 1956 – vor genau 60 Jahren – in Görlitz geheiratet. Eine kurze Zeit lebte das junge Paar im Osten, zog dann zurück nach Darmstadt und besuchte im August 1961 Verwandte von ihm in der DDR. Es waren schicksalhafte Tage: In Berlin wurde über Nacht die Mauer gebaut, die DDR riegelte sich ab, Margot und Dieter Jeske saßen fest, konnten nicht mehr zurück. „Es kamen Volkspolizisten, uns wurden die Ausweise abgenommen. Ich musste mich innerhalb von 24 Stunden entscheiden, auszureisen, oder bei meinem Mann und meiner Tochter in der DDR zu bleiben.“

Margot Jeske entschied sich für die Liebe und ließ Geschwister und ihre Mutter in Hessen zurück. 14 Jahre lang lebte das junge Paar unfreiwillig in der DDR. Margot Jeske musste Kranführerin lernen, arbeitete in einer Waggonbaufirma, wo Staub und Dreck und chemische Sub­stanzen ihre Lungen angriffen. „Wir waren 14 Jahre in der DDR gefangen“, sagt Margot Jeske, erst 1975 wurde das Paar mit weiteren DDR-Bürgern im Zuge eines Devisengeschäfts „freigekauft“.

Die Jeskes konnten nicht einfach nach Darmstadt zurück, sondern wurden Wilhelmshaven zugeteilt. Dort bauten sie sich eine neue Existenz auf. 1990 zog das Paar nach Sande, dort hatte sich die Tochter ein Haus gekauft. Eine Pflegetochter, zu der sie heute noch innigen Kontakt halten, lebt mit Mann und vier Kindern in Sachsen.

Ihre Diamantene Hochzeit wollen die Jeskes mit ihrer Familie und guten alten Freunden in Görlitz feiern. Ihre Töchter haben ihren inzwischen 81 und 82 Jahre alten Eltern eine Überraschungsfeier vorbereitet.


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Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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