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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Die Rückkehr der Rotbuche

15.07.2019

Neuenburg /Bohlenbergerfeld Vor mehr als 170 Jahren hat der Landschaftsgärtner Christian Ludwig Bosse die Rotbuche im Auftrag des Oldenburger Herzogs gepflanzt. Sie war Teil des Schlossgartens, in dem die Herrschaften auf den Wegen lustwandelten – und sie war schon so etwas wie ein Wahrzeichen des Neuenburger Schlossgartens. Im September vergangenen Jahres musste der gewaltige Baum gefällt werden. Er war von einem Pilz befallen. Am Baugebiet Zetel-Süd lag der dicke Baumstamm eine Weile herum, jetzt aber soll er nach Neuenburg zurückkehren.

Bildhauer Thorsten Schütt aus Horsten bearbeitet gerade ein gut fünf Tonnen schweres und fünf Meter langes Stammstück, um daraus eine Skulptur zu gestalten. Rund eine Tonne Holz hat er schon mit der Kettensäge entfernt.

Mit einem Tieflader wurde der massive Stamm von Zetel nach Bohlenbergerfeld gebracht, weil am Schulmuseum genug Platz für die aufwendige Bearbeitung ist.

Thorsten Schütt möchte das Holz so formen, dass es an einen Keimling erinnert – ein Keimling, aus dem einst ein Baum entstehen würde. „Damit möchte ich zeigen, dass aus Altem Neues entstehen kann“, sagt der Bildhauer. Die Skulptur wird etwa vier Meter hoch sein, doch wie sie schließlich aussehen wird, ist noch ungewiss. Denn bei der Arbeit stößt der Künstler immer wieder auf verrottete Aststellen oder eingewachsene Rinde im Stamm. Thorsten Schütt muss deswegen ständig umdenken. „An den Stellen, an denen Äste vom Baum abgebrochen waren, ist Flüssigkeit reingekommen, das gammelt mir bis in meine Figur rein. Wenn der Stamm deswegen beim Arbeiten kaputt bricht, werde ich ihn noch mehr kaputt machen und wieder zusammenstecken.“ Dann, sagt der Künstler, werde das Kunstwerk zu einem zerbrechlichen Keimling. „Denn die Dinge sind am Anfang oft zerbrechlich, man weiß oft erst nach Jahren, ob etwas gut wird oder schlecht ist. Es entsteht oft etwas, das im Entstehen schon ein Fragezeichen in sich trägt, wie die Gentechnik oder die Atomkraft“, sagt Thorsten Schütt.

Die Arbeit des Künstlers aus Horsten wird finanziert von der Gemeinde Zetel, die dafür 5000 Euro in den Haushalt eingestellt hatte. In Absprache mit Zetels Kulturkoordinator Iko Chmielewski hat der Künstler das Konzept entwickelt. Die Skulptur soll später im Neuenburger Schloss stehen. Im August soll sie fertig sein.

Sandra Binkenstein Varel / Redaktion Friesland
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