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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Kunstwoche: Wo aus Müll Kunst wird

25.06.2018

Neuenburg „Ist das Kunst, oder kann das Weg?“ – die Frage war bei der Neuenburger Kunstwoche nicht ganz unberechtigt, arbeiteten die Künstler in diesem Jahr doch vor allem mit Müll. Die Ergebnisse der Woche wurden am Sonntag bei der Abschlusspräsentation im Neuenburger Vereenshuus vorgestellt.

Ganze Bilder aus Müll hat das Duo „Verstoffwechselt“ gebastelt. Sie haben aus Verpackungsmüll einzelne „Pixel“ gemacht, die dann zu großen Bildern zusammengefügt wurden. Das Besondere: Steht man weit genug von den fertigen Bildern entfernt oder benutzt ein umgedrehtes Fernglas, erkennt man mit Leichtigkeit das Motiv: einen Leuchtturm etwa, oder Felsen an der Meeresküste. Geht man näher ran, sieht man, dass die Bilder aus Müll sind, liest von den Verpackungen Markennamen wie Snickers oder Iphone.

Die Bilder tragen dann Namen wie „Plastic Ocean“ oder „Schöne Aussicht“. „Wir haben mit Müll Natur dargestellt“, erklärt Rudi Beutinger, der zusammen mit Gudrun Staiger das Duo bildet. Der kritische Hintergedanke dabei ist natürlich der Müll in der Natur.

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Einen Plastik-Dinosaurier hat Simone Kessler zusammengebaut. Das Kunstwerk trägt den Namen „Yolo“, was für „You only live once“, zu deutsch: „Du lebst nur einmal“, steht. Warum ein Dinosaurier? „Kunststoff besteht aus Erdöl und Erdöl aus abgestorbenen Pflanzen und Tieren – und damit wohl auch aus Dinosauriern“, sagt die Künstlerin. Dazu kommt: Die Dinosaurier sind ausgestorben – und ändert der Mensch nichts an seinem Umgang mit der Umwelt, wird er es den Dinos vermutlich nachmachen.

Für die Skulptur mussten die abgegeben Plastikteile erst einmal sortiert werden, bevor sie zusammen gefügt werden konnten. Das erwies sich jedoch als schwierig: „Zwei drei Mal ist alles auseinander gebrochen“, sagt Simone Kessler. Bis zur Abschlusspräsentation haben die rund 100 Teile aber doch alle festen Halt gefunden.

Teebeutel waren der Rohstoff für Walter Bausenweins Kunstwerk: Er fertigte daraus ein Kleid. Dabei trinkt der Künstler selbst gar keinen Tee, sondern nur Kaffee. Für seine Kunstwerke hat er Zulieferer, wie zum Beispiel die Polizei in Würzburg, die ihn regelmäßig mit gebrauchten Teebeuteln versorgt. Das fertige Kleid ist jedenfalls nicht nur etwas fürs Auge, sondern auch für die Nase. Der Tee verströmt immer noch seinen Duft.

Karl-Heinz Proll hat sich einfach an den Sachen bedient, die ihm die Neuenburger vorbeigebracht haben. Aus einem Holzrahmen, einem Telefon und einer Luftpumpe wurde genauso ein Kunstobjekt, wie aus vielen abgegebenen Büchern. Das Prinzip: Wer Müll abgibt, bekommt am Ende ein fertiges Kunstwerk zurück.

Von Tone Schmid gab es eine Skulptur zu sehen, die unter anderem aus einem alten Autotank, einem Cello-Hals und einer Kurbel besteht. Das Kunstobjekt stellt eine Kritik am Diesel-Skandal dar. Eine weitere Skulptur, der „Time Hunter“ (Zeitjäger), besteht aus Autoteilen und zwei Steinen, die ein Gesicht darstellen. Die Steine verschieben sich ganz langsam und verändern so die Mimik der Figur. „Um das zu merken, muss man sich aber etwas Zeit nehmen“, sagt der Künstler. So luchst der Time-Hunter seinem Beobachter die Zeit ab.

Gänzlich zufrieden mit der Kunstwoche zeigte sich Zetels Kulturkoordinator Iko Chmielewski. „Wir hatten eine ganz spannende Auswahl an Künstlern, die völlig verschiedene Herangehensweisen haben“, sagte er. „Jeder hat sein eigenes Thema und sein eigenes Material, so dass es keine Überschneidungen gibt.“


Mehr Bilder unter   www.nwzonline.de/fotos 
Christopher Hanraets Redakteur / Redaktion Varel
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