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NWZonline.de Region Friesland Kultur

„Das Leben ist eine Wundertüte“

05.09.2018

Neuenburg /München Als „Psycho-Komödie in vier Sitzungen“ ist die Aufführung angekündigt. „Auf der Couch“ liegen der Finanzbeamte, der sich für Elvis Presley hält, ein Neglie-Neuröschen, eine Kleptomanin und ein depressiver Kriminalkommissar – und „therapiert“ werden sie von einem Kaufhausdieb, der versehentlich in der Praxis eines Psychiaters landet und für diesen gehalten wird. Autor dieses Stücks mit dem Namen „Der Neurosen-Kavalier“ ist Gunther Beth aus München. Und der hat eine ganz besondere Beziehung zu Norddeutschland. Sein Stück wird das Niederdeutsche Theater in der kommenden Spielsaison auf die Bühne bringen.

Die Beziehung des Theaterautors und Schauspielers Gunther Beth zu Norddeutschland wurde noch verstärkt, als er im Internet auf einen Artikel des „Gemeinnützigen“ stieß, der kürzlich über die erste Freilichtaufführung vor genau 50 Jahren in Neuenburg berichtete („Rauchkate diente als Kulisse“, NWZ vom 4. August). Daraufhin wandte sich Gunther Beth an die Redaktion.

„Das Leben ist wirklich eine Wundertüte“, schreibt Gunther Beth. In Deutschland weiter voneinander entfernt zu sein „als Neeborg und München“ sei eigentlich kaum möglich. Und dennoch gebe es da eine erstaunliche literarische Parallele. 1897 sei in Neuenburg „ein gewisser Karl Bunje“ geboren worden, der als schreibender Schauspieler so etwas wie eine Welt-Karriere hingelegt hat, indem sein „Etappenhas“ bis heute über 11 000 Mal aufgeführt worden sei, mehrmals übersetzt und auch immer wieder verfilmt.

89 Jahre nach Bunjes Geburt, nämlich 1986, sei einem schreibenden Schauspieler aus München „das Gleiche in Grün“ gelungen, nämlich mit dem Theaterstück „Der Neurosen-Kavalier“. Beth freut das ganz besonders, „denn bei diesem Kavalier handelt es sich um mein eigenes Stück“, sagt er.

1213 Mal stand er in Deutschland, Österreich und der Schweiz als „Doktor de Witt“ auf der Bühne, neben Karin Dor und Claus Biederstaedt. „Aber bis nach Neuenburg sind wir leider nie gekommen“, bedauert Gunther Beth, „nur bis Husum, Sylt und Emden“. Umso mehr begeistert es ihn, dass der „Neurosen-Kavalier“ nun auf Friesländer Platt im Urwalddorf auf die Bühne kommt: „Das zu erleben, könnte mich natürlich reizen.“ Schließlich sieht sich Gunther Beth auch als Nordlicht. Geboren wurde er in Lübeck, aufgewachsen ist er in Hamburg. Als Junge hat er dort im Ohnsorg-Theater den „Etappenhas“ gesehen, Heide Kabel war später seine TV-Mutter im Schwank „Us Modder ward ‘n Diva“, deren Aufzeichnung fast jährlich zum Muttertag im NDR ausgestrahlt wird.

Ähnliche Erfolge weist auch der „Neurosen-Kavalier“ auf. Sie gilt als die meistgespielte deutsche Boulevard-Komödie der vergangenen 30 Jahre mit mehr als 16 000 Aufführungen in 139 Produktionen in 15 Ländern. Die ARD hat das Stück unter dem Titel „Ach du Fröhliche“ mit Harald Juhnke verfilmt – und seit 2014 schwimmt eine spezielle Bord-Fassung auf der „Mein Schiff“-Flotte über die Weltmeere.

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