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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Restaurierungszentrum Neuenburg: Möbel für des Prinzen Zimmer

29.01.2020

Neuenburg Neuenburg blickt auf eine langjährige Möbeltradition zurück. Schon vor mehr als 100 Jahren gab es in dem Ort Möbel zu kaufen. Diese lange Möbeltradition wurde wieder mit den Neuenburger Möbeltagen gefeiert. Zu Kaisers Zeiten wurde in Neuenburg mit den Möbeln aber nicht nur gehandelt, sondern sie wurden dort auch in Handarbeit gefertigt. Tischlermeister Diedrich Müller betrieb hier um 1900 eine der florierendsten Möbeltischlereien im Nordwesten. Die Liste seiner Kunden war lang und prominent: von namhaften und reichen Oldenburger Bürgern und Kaufleuten über Prinz Heinrich von Preußen, Gräfin Schweinitz, Geheimrat Funch, Admiral Scheer bis zu seiner Kaiserlichen Hoheit.

Prominente Kundschaft

Zu den Kunden gehörte auch Prinz Eitel Friedrich, genannt „Eitel Fritz“, der zweite Sohn des Kaisers, für den Müller die Zimmereinrichtung zur bevorstehenden Hochzeit mit Charlotte von Oldenburg herstellte. „Das wertvolle Mobiliar ist sehr geschmackvoll gearbeitet und kann zur Besichtigung empfohlen werden“, schrieb „Der Gemeinnützige“ am 3. Februar 1906. Und drei Tage später: „Der Tischlermeister Diedrich Müller hatte einen starken Besuch auswärtigen Publikums, das die fertiggestellte Zimmereinrichtung des Prinzen Eitel Friedrich besichtigte. Besonders am Sonntag war der Besuch ein derartiger, daß sämtliche Räumlichkeiten des Herrn Müller gedrängt voll standen. Man hörte allgemeines Lob über die Möbelstücke“.

Ziemlich voll wurde es in der Werkstatt auch am vergangenen Wochenende. Anlässlich der Möbeltage in Neuenburg konnte man die Möbelwerkstatt des Diedrich Müller besichtigen. Heute ist darin das Restaurierungszentrum untergebracht, in dem Diplom-Restauratorin Anja Hänisch Möbel und andere Holzstücke für private Auftraggeber und öffentliche Institutionen restauriert.

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Erhaltung im Vordergrund

Gemeinsam mit Fremdenführer Werner Kleinschmidt lud sie zur Besichtigung ein und erläuterte ihre Arbeit. „Bei der modernen Restaurierung geht es um die Erhaltung der Objekte unter Beibehaltung der Alters- und Nutzungsspuren“, erläuterte sie. Und dazu nutzt sie neben wenigen neueren Geräten hauptsächlich Althergebrachtes. So rührt die Restautorin aus noch erhältlichen Rohmaterialien Knochenleim und Schelllack, wie sie seit Jahrhunderten in der Möbeltischlerei verwendet wurden, in der Werkstatt selbst an.

Getragen wird das Restaurierungszentrum vom Verein „Zentrum für Holz- und Möbelrestaurierung zur Sicherung des denkmalgeschützten Werkstattgebäudes Müller in Neuenburg“. Zu den Gründungsmitgliedern gehören das Museumsdorf Cloppenburg, die Gemeinde Zetel, das Schlossmuseum Jever, die Oldenburgische Landschaft, die Handwerkskammer Oldenburg, die Stiftung Kulturschatz Bauernhof und der Landkreis Friesland. Neben Anja Hänisch nutzen manchmal Studenten die Werkstatt, auch Tanja Pieper-Beenken restaurierte hier schon großflächige Gemälde.

Der Trägerverein möchte, dass dem Haus künftig die Aufmerksamkeit zuteil wird, die es verdient hat. Sie wollen es für die Öffentlichkeit zugänglich und die Geschichte des Gebäudes mit einer Ausstellung erlebbar machen. Dazu hat der frühere wissenschaftliche Mitarbeiter des Museumsdorfes Cloppenburg, Cai-Olaf Wilgeroth, den Auftrag, die Ausstellung mit Themen zur Geschichte des Hauses, dem Leben der Familie Müller, der Bedeutung der Möbeltischlerei für den Ort Neuenburg und der Restauration auszubauen.

Besichtigung möglich

Wer die Werkstatt besichtigen will, kann an einer der Gästeführungen durch Neuenburg teilnehmen. Die Führungen haben ihren Endpunkt in dem Restaurierungszentrum. Weitere Besuchstermine können per E-Mail an haenisch@restaurierungszentrum-neuenburg.de sowie bei der Gemeinde Zetel angefragt werden.

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