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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Friedhof auf Dauer zu teuer

12.09.2019

Neustadtgödens Der Friedhof und die Leichenhalle kommen die ev.-luth. Kirchengemeinde Neustadtgödens teuer zu stehen: Beide Einrichtungen haben ein deutliches Minus eingefahren. Bei einer Gemeindeversammlung, zu der Pastorin Kerstin Tiemann und Hanne Oncken aus dem Kirchenvorstand eingeladen hatten, ging es nun darum, neue Ideen für den Friedhof zu entwickeln. Als Experte war Markus Tiemann aus der Abteilung Bau, Liegenschaften, Friedhöfe der ev.-luth. Landeskirche Hannover dabei.

Das Problem: Immer mehr Menschen ziehen pflegeleichte oder pflegefreie Gräber der klassischen Grabstelle vor, Seebestattungen und Beisetzungen im Friedwald nehmen zu. Die Folge: „Unser Friedhof hat immer mehr freie Flächen – und immer weniger Einnahmen“, sagte Kerstin Tiemann. Die Unterhaltungskosten bleiben: Rund 13 000 Euro fehlen für den Friedhof, gut 6000 Euro für die Leichenhalle.

Friedhofs-Trägerschaft

Der Friedhofsbetrieb ist in Niedersachsen ureigene Aufgabe der Städte und Gemeinden. Doch historisch gewachsen ist der Betrieb der Friedhöfe durch die Kirchengemeinden. Weil es in Friesland jeweils nur einen Friedhof pro Ortschaft gibt – also einen Monopol-Friedhof –, muss der allen zur Bestattung offenstehen, ob Kirchenmitglied oder nicht.

Die Friedhöfe müssen sich selbst durch einen Gebührenhaushalt tragen – sie dürfen nicht mit Kirchensteuern quersubventioniert werden. Zuschüsse gibt es weder von Landeskirche noch von Kommune.

Würde die Kirche die Friedhofsträgerschaft abgeben, müsste die Kommune übernehmen.

Das Friedhofsgelände ist wunderschön von alten Eichen gesäumt – doch deren Pflege kostet Geld, zugleich müssen Wege erneuert, Bänke ersetzt und die Leichenhalle muss immer wieder nachgerüstet werden.

Um die Pflege zu erleichtern, sollen die freien Flächen nach und nach möglichst zusammenhängend gestaltet werden – zum Beispiel mit Blühwiesen und einem Insektenhotel, damit der Friedhof zusätzlich einen ökologischen Wert erhält. Man könnte den Friedhof auch mehr ins Bewusstsein der Bevölkerung rücken, war eine Idee der Gemeindeversammlung: Der Friedhof als Ort der Begegnung und des Trostes direkt im Ort sei nicht zu unterschätzen, so Pastorin Tiemann. Kleine spirituelle Veranstaltungen etwa am Ewigkeitssonntag könnten organisiert werden. Dadurch würde das Gelände besser wahrgenommen und vielleicht wieder mehr genutzt.

Der Eingangsbereich soll ebenfalls attraktiver gestaltet werden und man will die Möglichkeit prüfen, Bestattungen am Baum vornehmen zu lassen. „Wir hätten gegenüber dem Friedwald große Vorteile: anders als im Wald ist unser Gelände auch nach Sturm und Regen gut zugänglich, außerdem bleibt das Grab nahe am Wohnort, man muss nicht extra hinfahren“, erklärte Markus Tiemann.

In Neustadtgödens sind bisher individuelle Sarg- und Urnengräber möglich, zudem gibt es eine Urnengemeinschaftsanlage ohne Pflegeaufwand.

Auf jeden Fall wünscht sich die Kirchenleitung mehr ehrenamtlichen Einsatz. Über die Ergebnisse der Gemeindeversammlung wird in den Gremien weiter beraten.

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