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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Auf Platte rührt sich kein Haar

12.06.2019

Neustadtgödens /Jever Was wehendes Haar mit der Voraussage bei der traditionellen Mühlenwette bei der Wasserschöpfmühle auf dem Wedelfeld zu tun hat, erlebten die rund 180 Besucher beim Deutschen Mühlentag: Der Heimatverein Gödens-Sande hatte zur 38. Mühlenwette eingeladen, Maike Carls und Meike Aden vom Landfrauenverein Reepsholt nahmen den Sieg mit in die Nachbarkommune.

Der Tag begann mit einen ökumenischen Gottesdienst mit der katholischen Urlauberseelsorgerin Natalie Löster und dem Posaunenchor Gödens. Natalie Löster weihte das neue Reetdach der Mühle.

Als Vorsitzende des Fördervereins Neustadtgödenser Mühlen berichtete Ulrike Schlieper von der Arbeit des Vereins, der beide Mühlen stets „in technisch einwandfreiem Zustand“ halten will. Dafür ist viel Geld nötig, so Schlieper. Sie bat um „guten Verzehr“, denn der Erlös der Aktionen fließt in den Erhalt der Mühen.

Die nächste größere Maßnahme ist die Erneuerung der Galerie der Peldemühle, eine Kostenschätzung liegt aber noch nicht vor.

Bei der Mühlenwette hatten die Vertreter des Bürgervereins Horsten als Sieger des Vorjahrs als erste ihre Prognose abgegeben: Dreht sich die Mühle oder dreht sie sich nicht – so lautet stets die Frage. Und weil Vorsitzender Olaf Gierszewski diese Frage mit Hilfe wehender Haare beantworten wollte, hatte der Glatzenträger kein glückliches Händchen. Es siegte der Landfrauenverein. „Hätte aber sonst auch geklappt, wir haben den Müller bestochen“, meinten Maike Carls und Meike Aden augenzwinkernd und zeigten auf eine Geschenktüte mit Hochprozentigem und Süßem.

Das Leben der Müller war kein Zuckerschlecken

Mühlen sind die ältesten Maschinen der Menschen und mit ihnen ist schon vor mehr als 2000 Jahren Getreide verarbeitet worden, sagte Edzard de Buhr vom Arbeitskreis Schlachtmühle beim Mühlenrundgang. Die ersten Windmühlen in Deutschland gab es im 11. Jahrhundert, die Schlachtmühle steht seit 1887. Jevers Mühle ist nicht nur ein technisches Denkmal, es prägt auch das Landschaftsbild; die Achse Schlachtstraße-Schlachtmühle wurde bedauerlicherweise durch ein hohes Gebäude zerstört.

Der Mühlentag begann mit einem ökumenischen Gottesdienst: Diakon Fredo Eilts und Pfarrer Walter Albers zelebrierten ihn, der Posaunenchor Jever spielte dazu. „Das Angebot wird genauso gut angenommen wie 2018 und wir haben Glück mit dem Wetter“, so die engagierten jeverschen Mühlenfreunde. Auch die stündlichen Führungen waren gut besucht. „Und die Leute sind sehr interessiert und fragen nach.“ Natürlich drehten sich auch die Flügel.

Eine ganze „Schüttung“ an Müllerwissen verteilt Holger Krahe an die Zuhörer: So wie der Handwerker für Stein und Holz unterschiedliche Bohrer verwendet, setzt der Müller unterschiedlich harte Mahlsteine zum Schroten und Mahlen ein. Bevor er das gedroschene Korn in die Holztrichter füllt, läuft es durch die Reinigungsanlage, einen von einer Turbine angetriebenen Windstromkanal, an dem das Getreide vorbeirieselt. „Alles, was leichter ist, wird weggeblasen und abgesiebt, und der Müller empfängt immer das gereinigte Getreide.“

Die historische Technik ist in vollem Betrieb zu sehen und hat nichts von ihrer Funktionalität verloren. Erst bei einem Vergleich der Leistung zeigen sich die technischen Sprünge: Was die Schlachtmühle in einem Jahr schaffte, produziert eine moderne Industriemühle in einer Stunde, so Krahe. Das Leben der Müller war kein Zuckerschlecken, das dürfe nicht vergessen werden, auch wenn alles „ruhig“ wirke. So legte ein Müller damals pro Tag ungefähr 600 Höhenmeter zurück. Und das nicht mit einem leichten Rucksack, sondern mit einem Sack von ungefähr 20 Kilo auf dem Buckel.

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