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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Nicht nur Kleider und Krone

16.11.2016

Jever Die Welt der Spiele ist eine vollkommen andere: Es gelten andere Regeln, andere Gesetze und man sollte ihnen mit Offenheit begegnen. Dieser Meinung ist zumindest die Spieleentwicklerin Christiane Hütter aus Berlin. Und sie ist derzeit zu Gast im jeverschen Schloss, um gemeinsam mit den Mädchen des Projekts „Starke Frauen – mutige Mädchen“ Spiele zu entwickeln. Aber nur Mädchenspiele? „Mitnichten“, betont sie.

Wie berichtet, lädt das Schlossmuseum Jever Mädchen von sechs bis 18 Jahren zur Entdeckungstour durchs Schloss ein. Das Projekt ist derzeit noch in der Startphase. Mädchen, die Lust haben, gemeinsam mit Gleichaltrigen aus vielen verschiedenen Ländern etwas zu unternehmen, können einfach ins jeversche Schloss kommen und mitmachen.

Kartenspiel erfunden

Noch bevor die Spieleentwicklerin aus Berlin zu Besuch kam, haben die Mädchen schon ein Schlosskartenspiel selbst erfunden. Darin geht es um vier wichtige Frauen: Cäcilie von Schweden (die Frau von Paul Friedrich August von Oldenburg), Katharina II., auch Katharina die Große genannt (ehemalige Zarin von Russland), die deutsche Malerin Therese von der Vring und natürlich Fräulein Maria aus Jever.

Was schon bei der Entwicklung dieses Kartenspiels deutlich wurde: „Die Mädchen haben oft ein Bild von der Frau als Prinzessin“, sagt Museumspädagogin Anja Marrack. „Kleider und Krone – das sind Bilder, die sie von den Frauen hatten. Doch je mehr wir uns mit den Frauen beschäftigt haben, desto mehr wurden diese Bilder verdrängt.“

Das ist auch der Ansatz von Spieleentwicklerin Christiane Hütter. Seit etwa sechs Jahren arbeitet sie nun in diesem Bereich – eigentlich mit Erwachsenen. „Mit Erwachsenen ist das anders, für sie ist das manchmal eine größere Hürde, sich zu öffnen“, sagt Christiane Hütter. Dabei könne man in der Welt der Spiele sehr viel lernen. „Wenn sich die Menschen Spiele ausdenken, dann brauchen sie dafür auch Regeln. Und diese Regeln sagen eine Menge über den Menschen aus.“

Im Schloss Jever geht es jetzt aber erst einmal darum, was überhaupt möglich ist, auf welcher Grundlage man spielen kann – und welche Regeln man überhaupt benötigt. Dafür hat Christiane Hüt­ter Spiele mit­gebracht, die die Mädchen ge­meinsam ausprobieren. In einem geht es darum, sich mit einer kleinen Schildkröte auf der Hand sicher im Raum zu bewegen – aber dabei zu versuchen, dass die Tierchen der anderen auf den Boden fallen.

In einem anderen Spiel geht es darum, dass einer Bewegungen vormacht – und alle anderen sie nachmachen müssen. Und die können durchaus auch ein wenig verrückt sein. Nachdem die Mädchen das am Dienstag zum Warmwerden erst einmal ausprobiert haben, werden sie an diesem Mittwoch weiter an eigenen Spielen arbeiten.

Nicht nur für Mädchen

Und genau das ist Christiane Hütter sehr wichtig. Spielen können, so sagt sie, ist ein Schatz, den man sich bewahren sollte. „Und das schon als Kind.“ Deshalb freut sie sich, jetzt auch einmal mit jüngeren Menschen zusammenzuarbeiten.

Wichtig ist ihr dabei aber: „Ich spiele keine Spiele nur für Mädchen. Sie sollen sich einfach, abgesehen von ihrem Geschlecht, zusammentun, zusammenarbeiten – und in eine andere Welt abtauchen.“


NWZ TV    zeigt einen Beitrag unter   www.youtube.com/nwzplay 
Antje Brüggerhoff
Agentur Hanz
Redaktion Jever
Tel:
04461 965312

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Schlossmuseum Jever

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