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NWZonline.de Region Friesland Kultur

„Nicht nur Marke, sondern ein Mythos“

22.07.2017

Sande „Wir verkaufen nicht einfach nur Motorräder. Wir erfüllen Träume“, sagt Henry Jurisch und tätschelt den Tank einer Harley-Davidson „Fat Boy“. An dem Spruch ist offensichtlich was dran: Norbert Kümmel, Hubschrauberpilot bei Wiking in Mariensiel und mit zehntausenden Meilen Harley-Davidson-Erfahrung in den USA, kommt herein und sieht sich im Ausstellungsraum der „American Twins“ in Sande um. Zielgerichtet nimmt er auf einer „Electra Glide“ Platz: „So eine habe ich gesucht. Die gefällt mir. Das könnte mein neues Motorrad werden.“ Eine Harley sei vor allem etwas fürs Herz, sagt Norbert Kümmel. So eine Maschine stelle man sich im Winter auch schon mal ins Wohnzimmer.

Der Legendäre Ruf von Harley Davidson

Als Arthur, Walter und William Davidson gemeinsam mit Bill Harley 1903 eine Firma gründeten, hatten sie eigentlich nur vor, gute Motorräder zu bauen. Heute haben die Motorräder der Harley-Davidson Company aus Milwaukee unter Motorrad-Liebhabern einen legendären Ruf.Harley Davidson gilt als bekannteste Motorradmarke der Welt. Wirtschaftlich erlebte das Unternehmen viele Höhen und Tiefen. Der amerikanischen Traum von Freiheit und Abenteuer und die Zugehörigkeit zur großen Harley-Davidson-Familie und vor allem der Individualismus der Marke, die gezielt durch das Customizing angesprochen wird, begründeten den Mythos Harley-Davidson.

Während in den USA der Marktanteil von Harley-Davidson bei 57,2 Prozent liegt, erreicht der Marktanteil in Europa gut 13 Prozent. Harley-Davidson verkauft weltweit ca 250 000 Motorräder im Jahr, der stärkste Markt ist die USA mit 160 000 Maschinen.

Vor nicht einmal zwei Jahren stand Henry Jurisch mit seinem langjährigen Freund und Geschäftspartner Theo Knapp in Sande unweit der Diskothek auf einer Wiese an der K 99. Dort, gleich neben dem Betrieb eines Händlers für Freizeitmobile, wollten sich die beiden ihren amerikanischen Traum erfüllen und ihre Freizeitmobile anbieten: Motorräder der Kultmarke Harley-Davidson. „Mit 50 ist das genau das richtige Alter, noch mal sowas zu machen“, sagt Jurisch. Ein halbes Jahr später stand ihre eigenhändig gebaute Ausstellungshalle mit Werkstatt namens „American Twins“. In Biker-Kreisen und speziell bei den Harley-Fahrern hat sich das schnell herumgesprochen. „Der Laden läuft super“, sagt Henry Jurisch. „Der Standort ist ja auch super – nur 800 Meter von der Autobahn.“

Lebensgefühl verinnerlicht

Den Namen „American Twins“ haben die beiden nicht mehr ganz so jungen Jung­unternehmer abgeleitet von der Motorenkonstruktion. Und inzwischen sind die „Twins“ auch nicht mehr nur zu zweit, sondern zu dritt: Jan Gary verstärkt Theo Knapp in der Motorradwerkstatt, Jurisch ist der Mann für den Verkauf. Alle drei haben jahrelange Erfahrungen mit den Motorrädern der Marke, haben sogar bei Harley-Davidson gelernt. Sie haben die Baureihen, die Historie und vor allem das Harley-Lebensgefühl total verinnerlicht.

In dem Drei-Mann Betrieb dreht sich alles um den Kult, um die Pflege und den Erhalt der Marke und des Mythos Harley-Davidson. „Wir bieten eine Harley Davidson ganz nach Kundengeschmack“, sagt Henry Jurisch. „Mit Originalersatzteilen oder Teilen aus dem Zubehör.“ Wer einen Blick in die Werkstatt wirft, der sieht sofort: Ob Inspektionen, Getriebeüberholung oder Umbau – hier ist die Harley in guten Händen.

Helme, Biker-Bekleidung und allerhand Dekoratives gibt es bei den „American Twins“. Sogar einen Grill für Steaks und Spareribs mit Harley-Logo. Der wird an diesem Samstag gebraucht: Die Un­ternehmer feiern ab 9 Uhr mit ihren Kunden, Partnern und Bikern ihr erstes Sommerfest.

Ursprung einer Legende

Die Marke Harley-Davidson gibt es seit 1903, die Legende entstand aber erst am Unabhängigkeitstag 1947 in der amerikanischen Kleinstadt Hollister. Motorradrennen sollten die Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag aufwerten. Doch was im Vorjahr noch gesittet über die Bühne ging, wurde diesmal zum Albtraum für die Stadtverwaltung: Tausende Motorradrocker fielen in die Stadt ein, zerlegte Kneipen, Betrunkene prügelten sich auf der Straße, Motorräder rasten in wilden Wettbewerben über die Main Street. Die handvoll Polizisten von Hollister waren machtlos. Das „Life“-Magazin druckte später ein Foto ab, das zum Symbol der Outlaw-Orgie wurde. Und die bis dahin als Armee- und Polizeilieferant bekannte Marke Harley Davidson wurde zum Symbol der Rebellion. Der auf den Ereignissen basierende Kinofilm „The Wild One“ mit Marlon Brando und Lee Marvin verstärkte dieses neue Image.

„Heute ist die Harley-Kundschaft nicht mehr jung und rebellisch, sondern gesittet, etabliert und um die 50 – so wie wir“, sagt Jurisch. Aber das Lebensgefühl von Freiheit und Unabhängigkeit ist immer noch da.­


     www.american-twins.de 
Oliver Braun
Agentur Hanz
Redaktion Jever
Tel:
04461 965313

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