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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Moderne Musik, Marmor und Misswahl

22.11.2017

Obenstrohe Das Markenzeichen stand mitten drin: Die alte Eiche an der Tanzfläche, in deren Krone viele Lichterspots einen Sternenhimmel erschufen. Beides gab den Vorgängern den Namen: „Deutsche Eiche“ und „Starlight“. Am 5. Dezember 1997 zog in die Discothek am Dwokuhlenweg „Mikel’s Dancing Hall“ ein.

Bis zu 1000 Gäste tummelten sich zu Hochzeiten in dem Traditionshaus, das bereits in den 1920er Jahren als Tanzlokal die Vergnügungswütigen angelockt hatte. „Ich hatte einen Traum. Ich wollte mit 30 Jahren eine Disco führen“, sagt Michael Finke, der das Lokal damals übernommen und seinen Namen gegeben hatte. Er schrieb Konzepte, für große und kleinere Läden, ging bei Brauereien hausieren – und in Obenstrohe hat es schließlich geklappt. Über eineinhalb Jahre gehörte fortan „Mikel’s Dancing Hall“ zu den festen Adressen der Disco-Gänger der Region.

So berichtete der „Gemeinnützige“ am 11. März 1998 über die Wahl der „Miss Varel“ in Obenstrohe. BILD: Ulf Middendorf

Königin gekürt

Die Miss Varel ist im März 1998 in Mikel’s Dancing Hall gekürt worden. „Junge Damen aus der Region im Alter von 16 bis 25 Jahren konnten sich bewerben“, schrieb der „Gemeinnützige“. Sie zeigten sich im Lederdress und Badeanzug auf dem Laufsteg, die Besucher stimmten ab. Es siegte die damals 18-jährige Natalie Schwed.

Party auf über 400 Quadratmetern, allein die Tanzfläche war 71 Quadratmeter groß. Es wurde Marmor verbaut, die Lichtshow passte zur Musik. Damals neu in Varel: Die Laseranlage, die grüne Lichtstreifen durch den Saal zucken ließen. Es gab also genug Raum und Technik auch für größere Veranstaltungen.

Einer der Höhepunkte war die Wahl zur „Miss Varel“ im März 1998. „Die Autos standen Schlange bis nach Varel rein“, erinnert sich Michael Finke und ist auch fast 20 Jahre später immer noch fasziniert: „Damals sagte ich zu meiner Freundin auf dem Weg in die Dancing Hall: Wollen die etwa alle zu uns?“ Sie wollten. Auf der Tanzfläche war der Laufsteg mit reichlich Blumenschmuck aufgebaut, auf dem die Bewerberinnen stolzierten. Der Veranstalter Horst Klemmer von der „Miss Germany Corporation“ Oldenburg lobte Michael Finke damals für die Ausführung und Betreuung der jungen Frauen.

Legendär war auch der Auftritt von Howard Carpendale. Denn es war nicht der originale Schlagerstar, der in Obenstrohe sang, sondern ein Double. „Das habe ich auf den Plakaten nur klein angekündigt“, sagt Michael Finke. Vielen Gästen sei das aber gar nicht aufgefallen. Zudem gab es Karneval-Partys und Stripshows. Die Vision einer Konzertmuschel zum Wald hin wurde indes nicht mehr verwirklicht.

Musikmäßig wurde alles gespielt. Auch wenn es zur Eröffnung hieß: Alles außer Techno. „Dabei mag ich heute House-Musik“, sagt Michael Finke. Als DJs standen Jochen Könighaus, Ralf Deyda oder Olli von See an den Plattentellern.

Wer hat noch Fotos?

Deutsche Eiche, H 9, Sir George, Haßmann oder Allee-Hotel: Die große Zeit der Diskotheken in Varel ist längst vorbei. Vergessen ist sie aber noch nicht. Viele Besucher erinnern sich noch gerne daran zurück. Der beste Tanz unter der Discokugel, der erste Kuss im dunklen Separee oder ein Auftritt eines Stars, der unvergessen bleibt: Teilen Sie, liebe Leserinnen und Leser, uns Ihre schönsten Erinnerungen an die Vareler Disco-Szene mit. Schicken Sie uns alte Fotos oder Dinge, die sie aus den früheren Läden „gerettet“ haben, zum Beispiel Getränke- oder Eintrittskarten. Melden Sie sich unter Tel. 04451/2500 oder per E-Mail an red.varel@nwzmedien.de. Die ersten Einsendungen sind bereits eingegangen. Unter andrem auch Tickets für das Sir George. Wer hat die Geschichte dazu?

Mitte 1999 endete die kurze aber knackige Ära von „Mikels’s Dancing Hall“. Zum einen wuchs die Konkurrenz von Großraumdiskotheken wie zum Beispiel in Sande. Zum anderen hatte Michael Finke die behördliche Auflage, seinen Laden mitten in einem Wohngebiet um 3 Uhr zu schließen.

Doch auch wenn das Geschäft weiterhin gut lief: „Es fehlten natürlich die Einnahmen von 3 bis 5 Uhr“, sagt er rückblickend. Schließlich war Schluss. Nach der „Dancing Hall“ versuchte es noch ein weiterer Betreiber. Seine Disco „The Cave“ blieb aber nur ein Intermezzo erfolglos.


Bilder von Mikel’s Dancing Hall:   www.nwzonline.de/fotos-friesland 
Olaf Ulbrich
Redaktionsleitung Varel
Redaktion Friesland
Tel:
04451 9988 2501

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