• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Markt
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Events
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Kontakt
  • Werben
NWZonline.de Region Friesland Kultur

Ohr ergötzt und Geist erfreut

01.10.2011

VAREL Nachdem der Vorsitzende Klaus Weber in der gut besetzten Aula des Lothar-Meyer-Gymnasiums am Donnerstagabend die neue Vereinssaison eröffnet und den Mitgliedern und Gästen „viel Spaß bei Kuwi“ gewünscht hat, kündigte er mit dem Duo Farbenspiel zwei noch sehr junge Künstlerinnen an, die bereits den Programmauftakt zu einem musikalischen Erlebnis werden ließen.

Magdalena Ernst (Klavier) und Franziska Dallmann (Querflöte) spielten zu Beginn die Sonate für Flöte und Klavier (op. 50) des Mozart-Schülers Johann Nepomuk Hummel. In ihrer mitreißenden Interpretation brachten sie vor allem die Kantabilität des Werkes zum Ausdruck, wie sie ganz besonders im melodiösen Hauptthema des Allegro con brio und dem temperamentvollen Rondo-Schlusssatz hörbar wird.

Mit Klängen malen

Mit Klängen malen durften das Klavier und die Flöte in der romantischsten Komposition dieses Kuwi-Auftakt-Konzerts – romantisch im Sinne Robert Schumanns, der Musik und Literatur in einer Ästhetik verschwistert sah. Dabei ist die Sonate e-moll von Carl Reinecke, inspiriert durch Fouqués Märchennovelle „Undine“, nicht einfach nachkomponierte Literatur. Das „Duo Farbenspiel“ tat denn auch gut daran, das Tonmalerische der Partitur nicht dick aufzutragen, sondern in manchmal leuchtendem, dann wieder sehr zartem Pastell Anklänge an die Stimmungen des Märchens transparent werden zu lassen, so etwa das Klavier-Rauschen der Wasser- welt Undines im einleitenden Allegro oder die Liebessehnsucht der Nymphe in der schwebenden Flötenmelodie im Mittelteil des Intermezzos.

Nach der Pause erklang – nicht nur an diesem Abend ein Publikumsliebling! – Faurés Fantasie op. 79. Das erst seit zwei Jahren miteinander musizierende Duo Ernst-Dallmann zeigte in den beiden kurzen Sätzen seine ganze musikalische Ausdruckspalette zwischen filigraner Verträumtheit und zupackender Energie.

Die populäre Sonate A-Dur César Francks bot das vertrauteste und überraschendste Hörerlebnis des Abends: Denn wer die Originalfassung Francks für Violine und Klavier kannte, hörte in der Fassung für Flöte und Klavier zwar dieselben musikalischen Strukturen. Der ganz andere klangliche Charakter des Blasinstrumentes veränderte aber das musikalische Material, „übersetzte“ es – eindringlich vernehmbar in den entschleunigten Passagen des Allegretto moderato und des Recitativo – in das warme und weiche Idiom der Querflöte mit ihren ganz eigenen Ausdrucksmöglichkeiten. Aus Flötenspiel wurde Flötengesang.

Kräftiger Applaus

Für den kräftigen Applaus bedankte sich das Duo Farbenspiel mit der quicklebendigen Miniatur „Tityre“ aus Albert Roussels „Joueurs de Flûte“. Gute Musik, meinte Johann Nepomuk Hummel, rühre das Herz, erfreue den Geist und ergötze das Ohr. Magdalena Ernst und Franziska Dallmann haben dieses Versprechen zum Auftakt der Kuwi-Saison aufs schönste eingelöst.

Weitere Nachrichten:

Lothar-Meyer-Gymnasium