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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Weihnachten: Plastiktanne sorgt  für Heimatgefühl

24.12.2010

VAREL Zuerst kommt ein Truthahn auf den Tisch, um Mitternacht wird das Jesuskind in die Krippe gelegt, anschließend gibt es Geschenke für die Erwachsenen, während die Kinder leer ausgehen. Lange hat die gebürtige Mexikanerin Angelica Terbrüggen auf diese mexikanische Art Heiligabend gefeiert, auch noch, nachdem sie Ende der 90er Jahre nach Deutschland gekommen ist. Als ihre beiden Jungs in den Kindergarten gekommen sind, war es damit vorbei. „Wie sollten die beiden erklären, dass sie nichts zu Weihnachten bekommen haben“, sagt die 36-Jährige. In Mexiko werden die Kinder auch reichlich beschenkt, allerdings erst am 6. Januar, dem Dreikönigstag.

Posadas fehlen

Auch auf andere mexikanische Weihnachtsrituale verzichtet Angelica Terbrüggen in Deutschland. Besonders fehlen ihr die Posadas, die ab 16. Dezember bis Heiligabend jeden Tag im Freundes- und Familienkreis gefeiert werden. „Posada“ bedeutet „Herberge“, und bei diesem Brauch wird die Herbergssuche von Maria und Josef nachgespielt. Zwei Personen verkleiden sich als Maria und Josef und klopfen an die Haustür. Mit ihnen zusammen werden alle anderen Gäste eingelassen und die Fiesta mit lauter Musik, Gesang und Tanz beginnt.

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Heiligabend wird im großen Familienkreis gefeiert. „Alle sind dabei, Eltern, Großeltern, Onkel, Tanten, Vettern und Cousinen“, erzählt Angelica Terbrüggen. Gerne denkt sie an diese Feste zurück und ist an Heiligabend in Gedanken auch in ihrer Heimat Mexiko-Stadt.

1999 hat sie die Millionen-Metropole verlassen – der Liebe wegen. Eineinhalb Jahre zuvor hatte sie ihren heutigen Ehemann Torsten Terbrüggen bei einem Urlaub im mexikanischen Küstenbadeort Cancun kennengelernt. Nachdem sie ihn zweimal besucht hatte, beschloss sie, nach Deutschland auszuwandern. „Ein Sommer ohne Smog, das ist toll“, ist Angelica Terbrüggen begeistert. In Mexiko-Stadt mit ihren 8,8 Millionen Einwohnern ist Smog im Sommer an der Tagesordnung. Begeistert war sie auch vom ersten Schnee ihres Lebens, den sie in Varel gesehen hat. In Mexiko-Stadt ist es auch im Winter mit tagsüber 20 bis 25 Grad sehr warm.

Vermisst Offenheit

Gefallen findet die gebürtige Mexikanerin auch an der Zuverlässigkeit der Deutschen und daran, dass sie sich in Varel wesentlich sicherer fühlt als in Mexiko-Stadt. „Hier ist alles so geregelt“, hat sie zudem festgestellt. Vieles schätzt sie an ihrer neuen Heimat, einiges vermisst sie jedoch: das scharfe Essen und die Offenheit der Mexikaner. Dass die Verschlossenheit vieler Norddeutschen etwas mit dem Wetter zu tun hat, kann sie sich nicht vorstellen: „Ich bin doch auch bei Kälte freundlich.“

Seit zehn Jahren lebt sie in Varel und hat viele Freundschaften geschlossen, neben deutschen Freundinnen hat sie mehrere Frauen aus Südamerika kennengelernt, die ebenfalls in Varel leben, und sich freuen, nach Herzenslust Spanisch reden zu können. Angelica Terbrüggen, die in Mexiko einen Hochschulabschluss als Steuerberaterin erlangt hat, arbeitet als Spanisch-Lehrerin an der VHS. Gerade hat sie ein Masterstudium in Madrid erfolgreich abgeschlossen und hofft, die Lehrtätigkeit ausbauen zu können.

Aber jetzt wird erst mal Weihnachten gefeiert, klassisch deutsch mit Bescherung und Fondue am Heiligabend. Für ein Stück Heimat sorgt dabei der typisch mexikanische künstliche Tannenbaum, der schon seit 1. Dezember im Wohnzimmer steht. Und auch das Jesuskind kommt nicht vor Mitternacht in die Krippe.

Traute Börjes-Meinardus Varel / Redaktion Friesland
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