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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Preußen brannten eigene Ziegel

03.01.2015

Bockhorn An der Steinhauser Straße in Bockhorn stand bis vor kurzem eine alte Scheune. Sie gehörte zur sogenannten Preußischen Ziegelei, später Ziegelei August Lauw, dann Günter Lauw. Bis 1970 produzierte die Ziegelei, die dann abgebrochen wurde – bis auf die Pferdescheune, in denen im 19. Jahrhundert die vielen Pferde untergebracht waren, die das Material, den Lehm, zur Ziegelei schafften und zu den Kunden. Die sogenannte Preußische Ziegelei datiert von 1854, als der Ziegeleibesitzer Adolph de Cousser (1814 bis 1878), Besitzer von Gut Hahn und Schwager von August Lauw, an der Steinhauser Straße eine Konzession für eine Ziegelei erhielt. Schon ein Jahr später kaufte der Staat Preußen die Ziegelei, wohl um Material für seine Marinebauten in Wilhelmshaven zu produzieren. Es gab weitere Eigentümerwechsel, jedenfalls erwarb der „Klinkerbaron“ August Lauw 1882 die Ziegelei, die schon seit 1875 einen Ringofen hatte, eine damals neue und wesentlich effizientere Brenntechnik. 1903 überschrieb er sie an seinen Sohn Carl. Später betrieb August Lauws Enkel Günther die Ziegelei. Übrig blieben zuletzt die Pferdescheune und Schmiede, nun liegt dort noch ein wenig von dem Ständerwerk der Scheune.

Standorte in Bockhorn

Steinhausen: 1. Suhren/Noordendorp (1857) Bockhorn: 2. Meiners/de Cousser/Zedelius/Thien, zuletzt Harbers (1854), Woppenkamp. 3. Preußische Ziegelei Bockhorn Steinhauser Straße, zuletzt Günther Lauw, 1854 4. Minsensche Ziegelei, Standort Rosenstraße; 1871

5. Hemken/Huchting, Lage Steinhauser Straße/Urwaldstraße, 1762 6. August Lauw, Neuenburger Straße, 1854 (bis 1966) 7. Reinders/Gollenstede, Standort: nördlich der Bahnlinie Bockhorn Steinhausen; 1743 8. Strodthoff/Tapken Standort an der Urwaldstraße, nrdl. Woppenkamper Bäke; 1871 erstes Brandhaus errichtet, Johann Fr. Tapken, Einheirat Strodthoff; 1904 Ringofen errichtet; Betrieb bis 31. Dezember 2008

An der Bahnlinie

Von Steinhausen bis Grabstede erstreckten sich die Klinkerziegeleien auf dem Gebiet der Gemeinde Bockhorn. Die nördlichste war die Ziegelei Suhren/Noordendorp, wo noch die Straßennamen Tichelhoff/Lehmhoff sowie der herrschaftlich wirkende Hof (gegenüber vom Kiosk „Zum Ostindienfahrer“) an die Ziegeleigeschichte erinnern. 1857 gegründet, erhielt die Ziegelei 1900 einen Ringofen. 1965 wurde sie geschlossen. Gleich in der Nähe folgte die Ziegelei am Woppenkamp (Meiners, Thien, Harbers hießen die Besitzer). Von ihr stehen noch eine Reihe von Gebäuden, die heute gewerblich genutzt werden. Sie wurde bis 1970 betrieben und lag verkehrsmäßig günstig an der errichteten Nebenstrecke Bockhorn-Ellenserdammersiel.

Der einstige Bahndamm ist heute streckenweise (Wander-)Weg. Spuren der Minsenschen Ziegelei (Rosenstraße) sucht man heute vergeblich, ebenso von der Ziegelei Hemken/Huchting (Urwaldstraße hinter Combi), der zweitältesten Bockhorner Ziegelei (1762). Der spätere Ziegeleibesitzer Fritz Huchting war zeitweilig auch Gemeindevorsteher.

Etwas nördlich davon in der Urwaldstraße (in Richtung Erlebnisbad) lag die Ziegelei Reinders/Gollenstede (1743), die erste Ziegelei in der Friesischen Wehde. 1871 bestand die Ziegelei aus einem Brandhaus und zwei Trockenschuppen, hat die fleißige Erkunderin der Bockhorner Ziegeleigeschichte, Heimatvereinsvorsitzende Margret Hayen, herausgefunden.

Bis 2008 produziert

Es folgt ein weiteres Traditionsunternehmen, die am längsten bestehende Ziegelei Strodthoff/Tapken. 1871 wurde dort ein Brandhaus errichtet, 1904 der Ringofen, und später erfolgte die Umstellung auf einen Tunnelofen, was nur wenige Ziegeleien noch schafften. Bis Ende 2008 wurden am Urwald noch Klinker produziert, dann schloss der letzte Erwerber, der Wienerberger Konzern, das Werk.

Bleibt noch das Werk, das mit dem Ort Bockhorn wie kaum ein anderes verbunden ist: Die Ziegelei Lauw, am späteren Bahnhof und der Neuenburger Straße gelegen, woran der Name Klinkerhof erinnert. 1855 baute Christian Emil August Lauw (1826 bis 1917) dort eine Ziegelei. 1869 errichtete er dort einen Ringofen. Diese Ziegelei erhielt als erste in der Region einen Patentofen, einen modernen Tunnelofen (bereits in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts). Betrieben wurde die Ziegelei bis 1966.

Hans Begerow Leitung / Politik/Region
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