• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Friesland Kultur

Tierische Kunst mit ernster Botschaft

26.08.2019

Rallenbüschen Spektakulär und mit einer ernsten Botschaft – so lassen sich die Ergebnisse von Diedel Klövers Bildhauersymposium zum Thema „Recycle“ wohl am besten beschreiben.

Bei der „Yard-Art“-Ausstellung am Wochenende wurden die Besucher gleich von zwei imposanten Skulpturen begrüßt: Einem riesigen Vogelstrauß mit seinem Nachwuchs und einem gigantischen Dachs. Bei genauerem Hinsehen merkt man schnell: Was von weitem nach Tier aussieht, ist in Wahrheit Plastikmüll, der an einer Hallenwand montiert und lackiert wurde. Überall finden sich Reste von Plastikkisten, Spielzeug und Behältern; der Dachs hat gar eine Dartscheibe im Ohr.

Die beiden Kunstwerke hat der portugiesische Künstler Bordalo II an die Wand gebracht – und dort werden sie auch hängen bleiben. „Bordalo benutzt Plastik, um Tiere darzustellen, die durch die Umweltverschmutzung ihren Lebensraum verlieren“, sagt Gastgeber Diedel Klöver. Damit konnte Bordalo schon international auf sich aufmerksam machen. „Ich bin stolz, dass er hier war“, sagt Diedel Klöver.

Dabei war der Vogelstrauß gar nicht geplant. Bordalo und seine Mannschaft hatten aber noch etwas Zeit über. „Die arbeiten in einer unglaublichen Geschwindigkeit“, befindet der Gastgeber.

Einen menschlichen Mistkäfer hat der von Fuerteventura stammende Künstler Juan Miguel Cubas geschaffen. Der „Hombre Escarabajo“ hat – wie der Käfer – einen Panzer auf dem Rücken und schiebt eine große Kugel vor sich her. In der Kugel: Jede Menge Schrott.

Der Gedanke dahinter: So wie der Mistkäfer eine große Kugel Kot vor sich her schiebt, schiebt die Menschheit eine Müllkugel durch die Gegend. Aber es gibt Hoffnung: Für die Nachkommen des Mistkäfers ist die Kotkugel nämlich ein Nahrungsvorrat. Aus ihm entsteht neues Leben. Künstler Cubas hofft, dass sich die Menschheit gerade wegen ihrer gewaltigen Schrottkugel eines Tages besinnt und grundlegend neu entwickelt.

Der Gastgeber selbst hat aus unzähligen Schrauben, die einst die Maschinen der Papier- und Kartonfabrik zusammengehalten haben, einen Eisbären geschweißt – und bei der Hälfte aufgehört. Nicht etwa, weil der Schrottkünstler keine Lust mehr hatte oder von seinem Werk nicht mehr überzeugt war, sondern das schon die Aussage des Kunstwerks ist: Der Eisbär verschwindet.

Durch den Klimawandel wird der Lebensraum für die Eisbären immer kleiner, immer mehr Tiere finden nicht mehr genug zu fressen und sterben aus. Der halbe Eisbär trägt daher auch den Namen „Disabear“ – ein Wortspiel mit dem englischen Wort „disappear“, zu deutsch: verschwinden.

Der „Disabear“ und der Mistkäfer-Mensch sollen wieder öffentlich ausgestellt werden. Wann das passiert und wo die Kunstwerke letztendlich landen, ist aber noch offen. In der Zwischenzeit wird sich Diedel Klöver wieder anderen Projekten widmen. „Es liegen einige Arbeiten an, die mich beschäftigen werden“, sagt er. Im November geht es für ihn nach Fuerteventura. Dann ist er zu Gast beim Symposium von Miguel Cubas.


  www.nwzonline.de/fotos 
  www.nwzonline.de/videos 
Video

Christopher Hanraets Varel / Redaktion Friesland
Rufen Sie mich an:
04451 9988 2504
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.