• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Deals
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • Veranstaltungskalender
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
  • Über uns
 
NWZonline.de Region Friesland Kultur

Gesprächskreis: Worüber ältere Männer so reden

11.01.2018

Sande Worüber reden Männe eigentlich, wenn sie in lockerer Runde beim Bier zusammensitzen? Über Fußball? Über Frauen? Über Fernsehen? Und worüber reden sie, wenn sie nicht in der Kneipe sitzen, nicht im Vereinsheim, sondern in den Räumen eines evangelischen Gemeindehauses und der Pastor nicht dabei ist?

Neue Männer braucht der Kreis

Der Männergesprächskreis trifft sich immer am zweiten Dienstag im Monat um 19.30 Uhr im evangelischen Gemeindehaus in Sande, Hauptstraße 72.

Die Runde ist stets offen für neue Teilnehmer. Die müssen weder unbedingt aus Sande kommen, noch der evangelischen Kirche angehören.

Oft ist die Gruppe unterwegs, hin und wieder laden sich die Männer Referenten ein. Und ab und zu werden beim Bier Männergespräche geführt.

Das nächste Treffen der Männerrunde findet am 13. Februar statt.

Heinz Schollenberger hat ein paar Bier mitgebracht, ein anderer eine Tüte Neujahrskuchen, die er zusammen mit seiner Frau gebacken hat. Zehn Männer trudeln nach und nach ein, wünschen sich noch ein „frohes Neues“ und kommen ins lockere Plaudern. Über Gott und über die Welt.

„Und wo bleiben wir?“

Die Runde besteht aus zehn bis 15 Männern, alle schon mindestens 60 Jahre alt. Die Treffen gibt es seit etwa eineinhalb Jahren, sagt Lothar Mehl. Gemeinsam mit Heinz Schollenberger, beide in der Kirchengemeinde Sande engagiert, hat er den „Männergesprächskreis“ ins Leben gerufen, „weil es hier in der Gemeinde 22 Gruppen und Kreise für Frauen gibt, aber nichts für Männer. „Und wo bleiben wir?“ fragten sich Schollenberger und Mehl und gründeten den „Männergesprächskreis“. Der Name sei vielleicht etwas fantasielos, aber etwas besseres sei ihnen noch nicht eingefallen. Er klingt ein bisschen nach Gesprächstherapie, ist es aber überhaupt nicht. Gesprochen wird – voll das Klischee – sowieso nicht so viel. Jedenfalls nicht so viel wie bei den Frauen.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Persönliche Sorgen und Nöte werden eher selten angesprochen in der Männerrunde, Politik wird auch meist ausgeklammert. „Das gibt nur Streit, und Streit wollen wir nicht.“ Aber die „Jamaika“-Verhandlungen und das Groko-Sondieren bliebt auch hier nicht unkommentiert.

Meist verlassen die Männer das Gemeindehaus und sind unterwegs. Sie waren schon im Knast in Wilhelmshaven, im Feuerwehrmuseum in Jever, im Radiomuseum Hohemey und demnächst wollen sie Enercon in Aurich einen Besuch abstatten und mal gucken, wie eigentlich ein Windrad gebaut wird. Feuerwehrautos, Marineschiffe, alte Radios, Windmühlen – Technik begeistert Männer nun mal. Und Fußball. Die Fußball-WM wollen sie sich zusammen ansehen. Zumindest die Spiele der Deutschen Nationalmannschaft.

Heute aber ist mal ein Klönabend angesetzt. Keine Themenvorgabe, Feuer frei. Wer will ein Bier?

Einer in der Runde fragt, ob der Friesische Rundfunk schon umgezogen sei und ob das ehemalige Bürgerhaus in Sande nun wieder frei ist. Das ist es wohl. Aber keiner in der Gemeinde wisse so recht etwas mit dem Gebäude anzufangen, was man sich auch leisten könne. Sande fehle ein adäquater Veranstaltungssaal – aber wer soll das bezahlen? Gastronomie? Kulturprogramm? Die Theatergruppe gibt es ja auch nicht mehr. Irgendwie sind die Männer doch schon wieder bei der Lokalpolitik, als sie die Zukunft des Bürgerhauses sondieren.

Vom Bürgerhaus kommen sie irgendwie auf die alten Gaststätten und Kneipen aus ihrer Jugend zusprechen, auf die Läden, die was taugten und wo man besser nicht hinging. Und sie kommen auf die Raufbolde aus der Nachbarschaft und fragen sich, was wohl aus Johnny und Ede geworden sein mag. Überhaupt: Früher gab’s auch mal auf die Mütze. Aber wer am Boden lag, wem die Nase blutete oder der Zahn rausflog, der wusste, wer der Stärkere war. Die Welt ist brutaler geworden heute.

Ohne Politik geht’s nicht

Hat jemand das Anti-Gaffer-Video im Internet gesehen? Die meisten nicken. Darin filmt sich ein junger Kerl sensationsgierig neben einer verbrannten Leiche an einer Unfallstelle und stellt dann fest, dass das Unfallopfer ein naher Angehöriger war. Gaffer, Gewalt gegen Polizei und Rettungskräfte, die Randale beim G 20-Gipfel. Da müssen sich die Männer doch wieder aufregen. Ganz ausklammern können sie Politik und Weltgeschehen dann doch nicht.

Weitere Informationen über Senioren im Nordwesten erhalten Sie in unserem Senioren-Spezial

UMFRAGE
Machen Sie mit beim großen Friesland-Check. Was gefällt Ihnen an Ihrer Gemeinde/Stadt und wo sehen Sie Verbesserungspotential?

Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
Rufen Sie mich an:
04461 965313
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.