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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Entsetzen in der Kirchengemeinde

27.09.2019

Sande Immer weniger Gemeindemitglieder, in der Folge immer weniger Einnahmen bei steigenden Ausgaben – und nun drastische Einschnitte: Der ev.-luth. Kirchengemeinde Sande droht in wenigen Jahren das Aus – wenn nicht doch noch ein Wunder geschieht. Die Information über die Entwicklungen in der Kirchengemeinde hat am Donnerstagabend für Entsetzen gesorgt.

Die Kirche habe sich angewöhnt, das Phänomen der Kirchenaustritte zu lange zu nachlässig zu behandeln. „Faktisch trägt jeder Kirchenaustritt dazu bei, dass man sich entsolidarisiert“, so Sandes geschäftsführender Pastor Jörg Zimmermann. Irgendwann hat das Konsequenzen.

2017 wurde die Kirchengemeinde Sande von der Landeskirche Oldenburg kontaktiert: In der Gemeinde startete ein Pilotprojekt zur Erarbeitung eines Haushaltssicherungskonzepts. Ein neugegründeter Strukturausschuss unter Begleitung externer Experten habe das Gemeindeleben rauf- und runteranalysiert, sagte Zimmermann. Gebäudegrößen, Ausgaben, Belegungen von Gemeindezentren und vieles mehr wurde durchleuchtet und Kosten aufgestellt.

Strenger Sparkurs

2018 wurde untersucht, was man machen kann, um Einsparungen zu erzielen, die der Gemeinde nicht nur ein oder zwei Jahre helfen, sondern dauerhaft für Entspannung sorgen. Weitreichendster Beschluss, der bereits vor Wochen getroffen, aber bis gestern noch nicht bekanntgeben worden war, ist die Aufgabe des Standorts Cäciliengroden.

Nur wenn sich bis Ende 2022 keine zusätzlichen Einnahmen erzielen lassen, die das Minus auf Dauer abwenden, sei der Standort noch zu halten. Andernfalls soll allerspätestens 2027, vielleicht schon früher Schluss sein. „Für das Leben in Cäciliengroden wäre das furchtbar“, so Zimmermann. „Da wird mir ganz anders.“

Zudem soll das Gemeindehaus Sande verkleinert werden: So soll das Obergeschoss aufgegeben und vermietet werden. Der hintere Teil des Saals wird dem Kindergarten zugeschlagen und das Kirchenbüro wird verlegt mit dem Ziel, die ehemalige Hausmeisterwohnung zu vermieten.

Apropos Hausmeister: Die Kirchengemeinde beschäftigt (ohne Pastor) sechs Personen, die stundenweise und in Teilzeit als Hausmeister, Küster, Bürokraft bzw. für den Friedhof stundenweise und in Teilzeit arbeiten.

Für Cäciliengroden hatte man auch überlegt, nur das Pfarrhaus aufzugeben. Das würde irgendwann ohnehin nicht mehr benötigt, weil mit der sinkenden Zahl der Gemeindemitglieder die Kirchengemeinde auch keinen Anspruch mehr auf zwei volle Pfarrstellen hat. Seit Pastorin Sonja Froese-Brockmann die Gemeinde verlassen hat, steht im Raum, dass eine Neubesetzung der vollen Pfarrstelle nicht zu erwarten sei, so Zimmermann. Ein Nachfolger wäre auch nicht mehr verpflichtet, im Pfarrhaus zu wohnen.

Baulich verwoben

Lange sei auch überlegt worden, Gemeindezentrum oder Kirche in Cäciliengroden aufrechtzuerhalten. Das Problem aber sei, dass beide Objekte baulich miteinander verwoben sind. „Bliebe beispielsweise die Kirche stehen: Wer würde unter diesen Voraussetzungen Interesse an Gemeindehaus und Pfarrhaus haben?“, so Zimmermann. Ob und unter welchen Bedingungen die Liegenschaften in Cäciliengroden zu verkaufen oder zu vermieten sind, sei völlig offen. Die politische Gemeinde versucht ja ihrerseits schon seit zwei Jahren, ihr Bürgerhaus zu verkaufen.

Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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