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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Bild soll Patienten fröhlich stimmen

06.10.2017

Sanderbusch Es ist vollbracht: der hässliche graue Bunker am Nordwest-Krankenhaus Sanderbusch ist zu einem echten Hingucker geworden. Dafür haben die niederländischen Künstler Massina und Leon Keer gesorgt.

Wie berichtet, hatte Michael Diers von der Wilhelmshaven Touristik und Freizeit die Idee, den international gefragten Streetart-Künstler und Fassadenmaler Leon Keer nach Sande zu holen, um den grauen Klotz zu verschönern. Zu sehen ist nun ein rund 300 Quadratmeter großes Bild: Es zeigt ein Mädchen, das mit einem Puppenhaus spielt.

Gut zwei Wochen haben die beiden Künstler daran gearbeitet. „Von morgens bis abends“, sagt Massina. „Das war auch eine Herausforderung für uns“, fügt Leon Keer hinzu. „Solch eine große Mauer haben wir noch nie zuvor bemalt.“ Um das überhaupt wuppen zu können, arbeiten die Künstler mit für den Laien kryptisch aussehenden Zeichen: Jedes Symbol steht für einen Gegenstand. Bevor es an die Arbeit mit der Farbe geht, werden sie auf die Wand skizziert. So können die am Ende großflächigen Gegenstände während der Arbeit besser verortet werden.

Dass das Werk innerhalb von zwei Wochen fertig war, ist aber auch dem Wetter zu verdanken. Sturm oder Kälte – das hätte den Künstlern und der Acrylfarbe, mit der sie arbeiteten, nichts ausgemacht. „Nur Regen wäre schlecht.“ Doch das Bild ist auch extra auf die windgeschützte Seite des Bunkers gemalt worden. „So kann es etwa 10 bis 20 Jahre halten“, meint Leon Keer.

Und das freut den Künstler sehr. Denn: „Schon als das Bild eigentlich noch gar nicht fertig war, kamen viele Krankenhaus-Patienten vorbei, standen davor – und freuten sich über das Bild“, so Keer. „Es ist schön, den kranken Menschen hier ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern.“

Genau das sei auch die Absicht gewesen, sagte Landrat und Kliniks-Aufsichtsratvorsitzender Sven Ambrosy. „Wir möchten, dass die Menschen hier fröhlich und gesund herauskommen – das Bild trägt dazu bei.“ Auch Sandes Bürgermeister Stephen Eiklenborg freut sich über das Kunstwerk. „Ein Wahrzeichen mehr für Sande.“

An dem grauen Betonklotz haben sich Patienten, Krankenhausbesucher und Mitarbeiter schon viele Jahre gestört. Doch die meterdicken Wände machen einen Abriss unmöglich, auch als Lagerfläche ist er nicht zu gebrauchen. Im Zweiten Weltkrieg diente der Bunker der Aufrechterhaltung des Krankenhausbetriebs bei Bombenalarm. Noch heute sind Bunker und Krankenhaus miteinander verbunden. Heute steht der graue Klotz leer – und nur im Weg.


     youtube.com/nwzplay