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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Kabarett: Kanzler-Chauffeur zur Lage der Nation

30.10.2017

Schortens „Michael Frowin war noch nie da und wir sind trotzdem ausverkauft“ kündigte Uwe Burgenger den Kabarettisten an, der als Kanzler-Chauffeur am Samstagabend gestresst handytelefonierend die Bühne des Bürgerhauses betrat. Dazu ertönt Bayrische Marschmusik und der Gesprächsteilnehmer erfährt: Daniela Katzenberger hat sich soeben in die Kanzlerlimousine übergeben. Dann beginnt der Wettlauf mit der Zeit, den Wagen reinigen zu lassen und wieder vor dem Outlet zu parken, wo die Kanzlerin inkognito shoppt. Das gelingt zwar nicht, die Limousine ist auf dem Weg nach Tadschikistan und die Kanzlerin fährt mit der Straßenbahn nach Hause.

Auf dem von der Kanzlerin vergessenen Handy liest er nicht nur die SMS, sondern beantwortet sie auch provokatorisch. Er korrespondiert mit vielen Größen deutscher und internationaler Politik. Der CSU-Forderung, das Migranten auch zu Hause Deutsch sprechen sollen, kontert Frowin mundartlich, Bayrisch, Hessisch und Sächsisch, seien kaum als Deutsch erkennbar.

Süffisant und feinsinnig Frowins Beitrag zur SPD: Mit Schulz hatte die SPD eine Aufbruchstimmung wie seit August Bebel nicht mehr. Mit wahrem Hintergrund sind Frowins Ausführungen zu den Helikoptereltern die in „paramilitärischen Schulwegpanzern“ schützend die Kinder zum Musikunterricht oder anderswo hinfahren, als könnte jemand etwas dagegen haben.

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Frowin schlüpft in seinem zweistündigen Solo überzeugend in allerlei Rollen und spielt gekonnt diese herrliche Rahmenhandlung aus. Sein „Einpacken, Frau Merkel“, wirkt frisch und wie aus einem Guss, mit Visionen aus der ersten Raute, über das „Wir schaffen das schon“, hinaus. Mit aktuellen Inhalten verpackt in kritischen Pointen nimmt er die Konsumsucht der Menschen und die Geldgier großer Unternehmen am Beispiel Nestle (verkauft billiges Grundwasser mit Milliardengewinn) und Nespresso aufs Korn.

Fakten waren gestern, heute zählen nur noch Emotionen – Trump sei Dank. „Geld macht nicht glücklich, das weiß jeder. Aber warum glaubt es dann keiner? Wir sollen konsumieren. alternativlos zuschlagen und schlucken ohne zu kauen. Das Volk ist die Bückware, hinter deren Sicht- und Greifzone skrupellos die Manager der Wirtschaft stehen.

Dass er in seiner Rolle als Chauffeur der Kanzlerin das Bürgerhaus in Schortens noch oft ansteuern soll, bewies der Beifall auf offener Szene und nach der Vorstellung.

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