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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Wer löst das Rätsel um die blaue Kinderskulptur?

20.06.2015

Dangast Die Herkunft der blauen Kinderskulptur, die drei Urlauberinnen beim Muschelsuchen 800 Meter vom Ufer entfernt im Watt vor Dangast gefunden hatten (NWZ berichtete), bleibt ungeklärt. Selbst Kunstexperten rätseln, wie die 70 Zentimeter große und knapp 20 Kilogramm schwere Steinfigur dort hingelangt war.

Nicht aus Dangast

„Hier aus Dangast hat das keiner gemacht“, ist sich Rudolf Behrens sicher. Für den Aktionskünstler, der selbst schon unangekündigte Installationen in den Schlick vor den Strand gesetzt hatte, ist der Ursprung der Statue, die einen Zettel mit der Aufschrift „Sage nein! Blaues Kind Nr. 4“ trug, ebenso mysteriös. „Ich habe viel im Internet gesucht, aber nichts gefunden“, sagt Behrens.

Ähnliches Rätsel in Duderstadt gelöst

In Duderstadt hat eine blaue Statue Ende 2014 für Aufregung gesorgt. Dort stand am Stadtwall plötzlich über Nacht ein Junge mit ausgebreiteten Armen. Tage später gab sich der Künstler Oskar Müller als Erschaffer zu erkennen.

Hinweise auf die Dangaster Figur nimmt die NWZ  unter Telefon 04451/ 99882500 oder per E-Mail an red.varel@nordwest-zeitung.de entgegen.

Zwar habe es in Wilhelmshaven einmal eine Aktion „Sag nein!“ gegeben: „Es gibt aber keine Verbindung zu der Skulptur.“ Eine plausible Erklärung hat Rudolf Behrens dennoch: „Die Figur könnte im Winter auf eine Eisscholle gelegt worden sein und ist dann abgetrieben.“ Doch der letzte strenge Winter, in dem der Jadebusen zufror, liegt lange zurück.

Dass die blaue Skulptur von einem Schiff gefallen sein könnte, glaubt der Vareler Aktionskünstler Iko Chmielewski nicht. „Wenn ein Zettel daran befestigt war, ist es eher eine Aktion und kein Verlust“, spekuliert er. Die Figur erinnere Chmielewski „ein bisschen“ an die Werke des deutschen Malers A.R. Penck: „Er hat zu Anfang seiner Karriere ähnlich grobe Figuren in dieser Haltung hergestellt“, sagt der Mitbetreiber des Museums „Spijöök“ am Vareler Hafen, das allerlei Kurioses aus der friesischen Seemannswelt ausstellt.

Es könnte aber auch ein Werk von Anatol Herzfeld, dem Meisterschüler des berühmten Künstlers Joseph Beuys, sein. Anatol hatte Mitte der 1970er Jahre in Dangast gearbeitet. „Wer weiß, was die damals dort alles vergraben haben“, sagt Chmielewski schmunzelnd. So alt scheint die Kinderskulptur aus dem Watt aber nicht zu sein.

Finderin recherchiert

Auch Michaela Droste, die das Objekt gemeinsam mit ihren Töchtern Lacy und Justine entdeckt hatte, stellte im Internet Nachforschungen an. „Es gibt Künstler, die solche Skulpturen schaffen, aber viele sind bereits verstorben“, sagte sie: „Und ich glaube auch nicht, dass sie gestohlen wurde und nun wieder aufgetaucht ist.“

Michaela Droste hat das vermeintliche Kunstwerk am städtischen Campingplatz in Dangast abgegeben, wo es jetzt im Verwaltungsgebäude lagert. Falls sich keiner meldet, würde sie die Skulptur gerne behalten. „Ich würde aber genauso gerne wissen, wo sie herkommt“, sagte Michaela Droste.

Olaf Ulbrich
Redaktionsleitung Varel
Redaktion Friesland
Tel:
04451 9988 2501

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Vareler Hafen | Campingplatz

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