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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Straße erinnert an vielseitigen Autor

21.04.2010

VAREL Zu einem Lexikon über Varel gehört natürlich unter dem Buchstaben L der Name Lüpke dazu. Gerd Lüpke (1920 bis 2002) war fast ein halbes Jahrhundert lang der bekannteste Vareler Schriftsteller, der ein umfangreiches wie vielfältiges Werk hinterließ.

Geboren in 1920 in Stettin, wuchs Lüpke in Loitz auf. Er kam zu Anfang des Krieges nach Varel, wo er 1942 Irmgard Greiff (geb. 1920) heiratete. Nach dem Krieg arbeitete er als Journalist, unter anderem für die Nordwest-Zeitung. Er übersetzte (unter anderem Dichtung aus dem Land Sind, heute Pakistan), schrieb für den Hörfunk. Es folgten Fernsehsendungen und seine zahlreichen Buchveröffentlichungen, unter anderem über den japanischen Haiku-Meister Matsuo Bashu. Vor allem aber publizierte Lüpke in der plattdeutschen Sprache, mehr als 50 Buchtitel zählt sein Werkverzeichnis. „Lachen deit good“ heißt ein posthum veröffentlichtes Werk mit plattdeutschen Geschichten. Sie zeigen Lüpkes schräg-humorige Weltsicht und eine „achtersinnige“ Logik, für die Lüpke bekannt war. Etwa: „De Mann is de Kopp, öwer de Fru is de Pudelmütz, de sit babenup.“

Zu Lüpkes prominentesten Figuren zählt der gräsige „Käppen Möhlenbeck“, mit der er seiner Heimatstadt ein kleines literarisches Denkmal setzte. Mehr als 5000 Beiträge, die allermeisten selbst gesprochen, steuerte er für die plattdeutschen Sendungen im NDR und Radio Bremen bei, die letzten noch kurz vor seinem Tod im Oktober 2002.

Zahlreiche Preise und Auszeichnungen – darunter der Freudenthal-Preis und die Fritz-Reuter-Medaille – dokumentieren seine Vielseitigkeit, die es nicht erlauben, den Vareler in die Schublade „Heimatschriftsteller“ zu packen. Lüpke schrieb geradezu beharrlich plattdeutsche Geschichten, wobei er seinem Mecklenburger Platt treu blieb, als die niederdeutsche Sprache auf dem sterbenden Ast zu sein schien. Sein Mitverdienst ist es, die Ausdrucksvielfalt des Niederdeutschen einem breiten Publikum präsent gemacht zu haben. Für die Niederdeutsche Bühne Varel schrieb er unter anderem ein Drama („Schuld“). Noch kurz vor seinem Tod im Oktober 2002 erschien nach jahrzehntelanger Arbeit über die Literatur des (pakistanischen) Landes Sind ein dritter Band in deutscher Sprache.

Eine Straße in Varel erinnert an Gerd Lüpke. Es ist die Straße, in der Lüpke auch gewohnt hat und der seine Witwe Irmgard Lüpke noch heute lebt. Zuvor hieß die Straße nach dem Mediziner Friedrich Wegener, woran sich in Varel Jahrzehnte niemand gestört hatte. Die Straße war 1937 nach dem Arzt Friedrich Wegener benannt worden, einem beliebten Mediziner – und freilich auch führenden Nazi-Politiker, der ein früher Förderer der NSDAP in Varel gewesen war. Wie sich durch aktuelle Forschung erst herauskristallisiert, ist Wegener zumindest belastet durch Teilhabe an Zwangssterilisationen und -abtreibungen.

Nach intensiver Debatte stimmte der Rat 2009 für eine Umbenennung der Wegener-Straße in Gerd-Lüpke-Straße.

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