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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Kultur: „Stück Preußen – hochaktuell“

24.11.2011

VAREL Arbeitsatmosphäre im Probenraum der Niederdeutschen Bühne in der Weberei: Während sich Hans Jürgens auf seine Rolle als Apotheker Gieshübler einstellt, lesen Nicole Heeren, Gitta Laßen mit Gesche Rübesamen und Anna Bilmann eine hoch- und plattdeutsche Textpassage aus Effi Briest. Der Roman von Theodor Fontane soll für die Niederdeutsche Bühne Varel dramatisiert und als nächste Inszenierung aufgeführt werden. Premiere ist am Freitag, 27. Januar.

Gegenwärtig werde noch am Tisch gelesen und an den Charakteren und der Sprechhaltung gearbeitet, erläutern Regisseur Thomas Willberger und Dramaturgin Inske Albers. Soffleuse Elfriede Liere ist mit dabei. „So haben wir auch bei Virginia Woolf in Neuenburg gearbeitet“, sagt Regisseur Willberger und erinnert an die prämierte plattdeutsche Inszenierung, die er vor Jahren in Neuenburg realisierte. „Die Spieler sind sehr unterschiedlich, und die Mädchen fangen gerade erst an.“

Die Mädchen, das sind Gesche Rübesamen und Anna Bilmann, die die Rolle der „Lütt Anni“ besetzen sollen. „Lütt Anni“ sagt gerade einen hässlichen Satz: „Du bis nicht meine Mutter.“ Und auf den Protest von Nicole Heeren, die die Rolle der Effi Briest spielt, setzt „Lütt Anni“ einen drauf: „Meine Mutter ist eine Verlorene.“ Das Stück, ins Plattdeutsche übertragen von Erika-Janna Petersen, handelt von einer standesgemäßen Hochzeit im Preußen des 19. Jahrhunderts. „Das Stück ist hochaktuell“, sagt Willberger und nennt die Figur des Ehemanns Baron Innstetten, ein Karrierist, wie er heute in einem Vorstandsamt eines Konzerns oder in der Politik vorkommen könnte. Es gibt auch musikalische Anteile (Komponist Martin Meyer), die innere Zustände der Charaktere verdeutlichen sollen. Der Leidensweg der Effi Briest fände seine musikalische Entsprechung. Warum Effi Briest auf Plattdeutsch: „Das niederdeutsche Volkstheater ist immer auf der Suche nach interessanten Herausforderungen. Und das ist weiß Gott eine“, sagte Willberger. „Wir wollen auf keinen Fall einen Ladenhüter präsentieren, sondern die Strukturen aufzeigen. Fontane hat es ja als gesellschaftskritischen Ansatz gemeint, was zunächst so gar nicht verstanden worden ist. Er hat die Stützen der Gesellschaft vorgeführt. Was wir hier erleben, ist die Geschichte einer jungen Frau wie Ibsens Nora, die im Zentrum einer Geschichte steht und deren Leidensgeschichte wir in ihren Etappen erleben. Das ist das eigentlich Interessante, wie die junge Frau in der Gesellschaft ihren Weg geht: Wie in jungen Jahren ein Leben zu Ende geht und wie sie an den Konventionen ihrer Zeit scheitert.“ Für das Niederdeutsche sei die Frauenfigur im Zentrum hoch interessant.

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Hans Begerow Leitung / Politik/Region
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