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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Süße Kulleraugen, imposante Heckflossen

14.04.2014

Jever Man muss dieses kleine blassgrüne Auto einfach liebhaben. So wie es einen anguckt mit verchromten Augenaufschlag und dasteht auf seinen kleinen Räderlein, zwischen all den PS-Protzen und chromblitzenden Karossen mit Stern und Blitz und Doppelniere. „Ich liebe meinen kleinen Goggo“, sagt Bernd Foppe (65) aus Holtgast im Kreis Wittmund.

52 Jahre alt ist sein Goggomobil T 250, das Foppe vor 15 Jahren in rostigen Einzelteilen gekauft und in jahrelanger Bastelarbeit wieder zusammengebaut hat. Und das nun wie aus dem Ei gepellt dasteht, fotogen zwischen einem himmelblauen Goggo Coupé und dem italienischen Pendant jener Zeit, einem Fiat 500, unterhalb des jeverschen Schlosses. 14 PS rackern unter der polierten Motorhaube und sorgen für eine Höchstgeschwindigkeit von 85 km/h. „Das reicht, um an einem schönen Tag auch mal an der Küste spazierenzufahren“, sagt der Goggomobilbesitzer. „Jeder, der mein Auto erblickt, hat sofort ein Lächeln im Gesicht.“

An diesem Tag lächeln viele Menschen in Jever. Die ganze Stadt hat sich zum Kiewittmarkt, dem Frühlingsfest in Jever, erstmals in eine große nostalgische Automeile verwandelt. Rund um den Kirchplatz, am Alten Markt, vor dem Schloss und dem Ahlers-Haus – mehr als 250 Oldtimerfahrer aus dem Nordwesten sind gekommen, um ihre Fahrzeuge, die sie zum Teil jahrelang hingebungsvoll restauriert haben, stolz der Öffentlichkeit zu präsentieren und allen Interessierten über ihre Autos zu erzählen.

So wie Karl-Heinz Krüger (64) aus Emden, der seinen MB 170 SV von 1954 neben einem ’68er Renault Alpine geparkt hat. Den damaligen Billig-Benz hat er in restauriertem Zustand vor fünf Jahren erworben – gefunden in einer Zeitungsanzeige. „So einen habe ich lange gesucht“, erzählt der Oldtimerfan. Als Alltagsauto fährt er einen „zweckmäßigen aber langweiligen Japaner.“

Vor den alten Autos, Volvos „Schneewittchensarg“, der französischen „Göttin“ Citroën DS, der „Badewanne“ von Ford, dem Opel Kapitän, den Isettas, Enten und Käfern geraten die älteren Besucher in Schwärmen. „Viele gucken gezielt nach den Autos ihrer Jugend“, sagt Peter Harjes. Und wenn sie einen gefunden haben, bleiben sie lange davor stehen und schwelgen in Erinnerungen.“ So wie Rudi Zimmer, der einen alten Lloyd Alexander entdeckt hat: „So einen hatte ich früher auch, nur ohne Schiebedach.“ Und Peter Harjes erzählt von seinem ersten Auto, einer Isetta 300: „Eine zweieinhalb-Meter-Angeber-Antenne hatte die. Aber kein Radio. Dafür reichte mein Geld nicht.“

Karl-Friedrich Voss aus Hooksiel fachsimpelt mit Udo Krudert aus Jade vor dessen schwarzem Citroën DS: „Da passte hinten wenigstens was rein in den Kofferraum. Der Mercedes hatte ja zu dicke Arschbacken“, sagt Voss.

Ob britische Roadster, italieische Sportwagen, deutsche Wirtschaftswunderwägelchen oder bullige Amischlitten, ob Autos mit Heckflossen oder Kulleraugen: Es gibt viel zu sehen, die Stadt ist voller Menschen. Schön, dass auch das Wetter mitspielt: Die nostalgischen Fahrzeuge vor historischen Stadthäusern werden tausendfach fotografiert.

Vor einem Oldtimer seufzt eine ältere Frau und macht ein Foto: „In so einem Auto habe ich meinen ersten Kuss bekommen.“ Es war ein französischer.


NWZ TV    zeigt einen Beitrag unter   www.nwz.tv/friesland 
Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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