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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Sie kocht Afrikanisch fürs Begegnungsfest

27.09.2019

Varel Fleisch, Trockenfisch, Gemüse und Melonenkernen mischt Glory Fietz zusammen und würzt es kräftig. Fertig ist die Egusi-Suppe, das Nationalgericht aus ihrer Heimat Nigeria. Am Sonntag, 29. September, präsentiert sie diese und andere Gerichte aus ihrer Heimat beim Begegnungsfest in der Weberei.

Das Programm

11 Uhr: Die Feuerspucker Rüdiger und Yorick eröffnen das Begegnungsfest in der Weberei, anschließend tritt der Chor der Grundschule Obenstrohe auf.

12 Uhr: Bürgermeister Gerd-Christian Wagner begrüßt die Gäste, anschließend Musik mit „Tides of Time“ und Tanz mit „Lets-Dance“ und Lieder von Jürn Cornelius.

Nachmittag: „Charizma“ aus Oldenburg präsentiert orientalische Tänze, Phillip Theesfeld macht Musik. Anschließend tritt die Flamencogruppe „Compania flamenca del mar“ aus Wilhelmshaven auf. Es folgt Musik mit Didgeridoo und Djembe. Den Abschluss auf der Bühne gestaltet die Weberei-Tanzgruppe.

Vereine und Verbände bieten Aktionen und kreative Angebote.

Speisen und Getränke unter anderem aus Nigeria, Syrien, Albanien und dem Iran werden geboten. Die Johanniter organisieren die Cafeteria.

Von 11 bis 18 Uhr findet dort das Begegnungsfest der Kulturen statt. Neben Musik und Tanz gibt es internationale Speisen, die ausländische Mitbürger gekocht haben. Köfte aus dem Iran, Reisgerichte und Salate aus dem Libanon, Kibbey aus Syrien und leckere Süßspeisen aus aller Welt bieten sie an.

Glory Fietz ist zum zweiten Mal beim Begegnungsfest dabei und legt sich mächtig ins Zeug. Neben Egusi-Suppe kocht sie eine Rindfleischsuppe und Yam-Wurzeln, die in Nigeria als Grundnahrungsmittel gelten. Auch an Vegetarier hat sie gedacht und wird Reis mit Bohnen-, Tomaten- oder Erdnusssoße anbieten. Auch frittierte Kochbananen, im letzten Jahr der Renner, wird sie wieder vorbereiten.

Zuhause in der Langen Straße in Varel kommen oft Gerichte aus Nigeria auf den Tisch, genauso häufig kocht sie für ihren Mann und ihre beiden Kinder aber auch deutsches Essen. „Nigerianisches Essen ist für den deutschen Geschmack sehr scharf“, weiß Glory Fietz.

An deutsches Essen musste sich die 42-Jährige erst gewöhnen. Als sie Anfang der 2000er Jahre nach Deutschland kam, fand sie beispielsweise Bratwurst höchst seltsam. „In Nigeria wird das Fleisch meistens gekocht“, berichtet sie.

Im Alter von 22 Jahren hat Glory Fietz ihre Heimat Nigeria verlassen. Mit acht Geschwistern wuchs sie in der Stadt Edo im westafrikanischen Nigeria auf. Nach dem Abitur und einer Friseurlehre entschloss sie sich, der Armut den Rücken zu kehren und sich auf das Abenteuer Europa einzulassen.

Sie war neugierig auf die Welt, und die Nigerianer, die nach Europa ausgewandert waren, erzählten vom großen Luxus, der dort herrscht. Nachdem sie einige Zeit in Madrid und Bremen gelebt hatte, heiratete sie 2009 den Vareler Uwe Fietz.

In seinem Haus an der Langen Straße, einem der ältesten in Varel, richtete sie einen kleinen Laden ein.

Mittlerweile fühlt sich Glory Fietz als Deutsche. „Die Deutschen sind gut organisiert und planen alles, das gefällt mir“, sagt sie. Auch sie hat schon genau geplant, was es am Sonntag in der Weberei zu essen geben soll und als kleinen Vorgeschmack schon mal eine Egusi-Suppe, Reis mit Scew (Tomatensoße) und eine Okra-Suppe mit Panded-Yam (Knödel) gekocht.

In der Egusi-Suppe vermischen sich der Geschmack von Fisch und Fleisch auf ungewohnte Weise. Wer kosten möchte, wie Fleisch zusammen mit Trockenfisch, Gemüse und Melonenkernen schmeckt, hat dazu am Sonntag Gelegenheit.

Glory Fietz hat fürs Foto auch schon mal eine Okra-Suppe und Yam gekocht und isst sie, wie in Nigeria üblich, mit den Fingern. Gegessen wird mit der rechten Hand. Die linke Hand gilt in ganz Westafrika als unsaubere Hand.

Traute Börjes-Meinardus Varel / Redaktion Friesland
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