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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Seit 91 Jahren mit der Kirche verbunden

11.05.2018

Varel Er wurde in der Alten katholischen Kirche getauft, war als Messdiener im Einsatz, hat dort Erstkommunion und Firmung gefeiert und die älteste seiner fünf Töchter taufen lassen. Der ehemalige Vareler Unternehmer Karl-Erich Speith hat eine ganz besondere Beziehung zur Alten katholischen Kirche in Varel. Und so ist es für den 91-Jährigen Ehrensache, einen Teil zur Sanierung der Kirche beizutragen: Er finanziert die Sanierung eines der 13 Kirchenfenster und stiftete dem Förderverein der Kirche dafür 12 000 Euro.

Kunst- und Kulturkirche

Die alte Kirche an der Osterstraße soll in eine Kunst- und Kulturkirche umgebaut werden. Die Sanierung der Kirchenfenster organisiert der Förderverein der Kirche: Er sucht Paten, die die Restaurierung ganzer Fenster oder einzelner Fenstersegmente unterstützen. Die Fenster werden alle herausgenommen und in der Nähe von Köln saniert.

Vor zwei Wochen ist die Spendenaktion angelaufen, für drei der großen Fenster haben sich jetzt Paten gefunden und auch Spenden für viele kleinere Segmente hat der Förderverein bekommen, freut sich Vorsitzender Ferdinand Baur. Der Förderverein hofft, mit dieser Spendenaktion die 150 000 Euro für die Sanierung der Fenster zusammenzubekommen.

Spendenaktion

Die 13 Bleiglasfenster wurden 1858 in die Alte katholische Kirche an der Osterstraße eingesetzt. Sie bestehen aus Tausenden von Flachglas-Stücken, die mit Bleiruten eingefasst und entlang der Kanten miteinander verlötet wurden. Im Laufe der Jahre haben sich die Fenster teilweise gewölbt, Glassegmente sind zersprungen. Bevor Segmente herausplatzen, sollen die Fenster herausgenommen und in der Nähe von Köln saniert werden. Mit Spenden von 16 bis 12 000 Euro können sich die Bürger an der Sanierung beteiligen.

Kunst- und Kulturkirche soll die alte katholische Kirche werden, ein Ort für Begegnungen, für Konzerte und Ausstellungen – und zwar für alle Vareler, unabhängig von ihrem Glauben. Ein kleines Café im Eingangsbereich soll entstehen sowie ein großer Raum, der in drei kleinere unterteilt werden kann. Ende 2019 soll der Umbau der Kirsche an der Osterstraße fertig sein.

Informationen über die Spendenaktion im Internet unter www.sankt-bonifatius-varel.de

Insgesamt wird die Sanierung der Alten katholischen Kirche an der Osterstraße etwa eine Million Euro kosten, schätzt Günther Kruse, der in der katholischen Kirchengemeinde St. Bonifatius für die Finanzen zuständig ist. Die katholische Kirche an der Osterstraße gehört der Kirchengemeinde St. Bonifatius, daher muss sie die Mittel für die Sanierung selbst organisieren. Kruse hofft, dass das Offizialat die Hälfte der Kosten übernimmt und Fördergelder fließen. Bis Ende 2019 soll das jetzt als Pfarrheim genutzte Gebäude in einen Ort der Begegnung umgebaut werden.

Gemeinde gegen Abriss

Ein Abriss des sanierungsbedürftigen Gebäudes und der Neubau eines Pfarrheimes kommt für die Kirchengemeinde nicht in Frage. Genauso war es schon vor 50 Jahren, erinnert sich Karl-Erich Speith. Als nach dem Krieg 2000 katholische Flüchtlinge nach Varel kamen, musste die Kirchengemeinde handeln. „Bis die neue katholische Kirche gebaut wurde, gab es als Notlösung sonntags drei Heilige Messen“, erinnert sich Speith, der damals im Kirchenvorstand tätig war.

Geschichten rund um die Kirche

Persönliche Erlebnisse, die mit der katholischen Kirche zusammenhängen, möchte die katholische Kirchengemeinde Varel zusammentragen. Gesammelt werden sollen sie beim Tag des offenen Denkmals am 9. September, an dem die Kirche besichtigt werden kann. In einer „Schreibstube“ sollen die Erlebnisse aus vielen Jahrzehnten zusammengetragen werden.

Die Alte katholische Kirche sollte damals abgerissen werden. „Das sollte 100 000 Mark kosten“, berichtet Speith, „da habe ich mich mit einem Architekten zusammengesetzt, der den Umbau zum Pfarrheim mit 86 000 Mark veranschlagt hat“.

Für Karl-Erich Speith gut angelegtes Geld: „Ich habe in meinem Leben viele Kirchen besichtigt, unsere ist die schönste“, sagt der 91-Jährige, „sie hat die besten Proportionen und eine wunderbare Akustik“.

Mutprobe als Messdiener

Karl-Erich Speith kennt jeden Winkel der Kirche – sogar solche, wo sonst keiner hinkommt: Als Messdiener musste er eine Mutprobe bestehen und über die schmale Wendeltreppe auf den Dachboden klettern, über das Gewölbe laufen und am Turm ein weißes Tuch aufhängen. „Ich hatte richtig Schiss“, weiß er noch heute.

Traute Börjes-Meinardus Varel / Redaktion Friesland
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