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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Nwz-Leser Zeigen Ihre Schönsten Präsente: So gehen Weihnachtsgeschenke mit viel Herz

24.12.2019

Varel /Friesische Wehde /Conneforde Wir haben unsere Leser gebeten, uns von Weihnachtsgeschenken zu erzählen, die für sie eine ganz besondere Bedeutung haben. Sieben Frauen und Männer aus Varel, der Friesischen Wehde und aus Conneforde haben uns ihre Weihnachtsgeschenke gezeigt, die sie seit Jahrzehnten in Ehren halten, und ihre ganz persönlichen Geschichten dazu erzählt.

Renate Krüger hat eine Puppe mit Echthaar, die sie als ihre Lebensretterin in Ehren hält. Einen ganz besonderen Stellenwert für Gerald Chmielewski und Brigitte Kramer haben die Teddys, die sie vor mehr als 50 Jahren geschenkt bekommen haben.

Eine alte Sperrholzfigur mit gebügeltem Schokoladenpapier ist eines der schönsten Weihnachtsgeschenke von Alfred Kuhlmann, für Renke Siefken sind es Stelzen aus Dachlatten, für Walter Kutter eine Strickjacke, die seine Frau ihm vor Jahrzehnten gestrickt hat, und für Gerda Kuhlmann ein Kaffeeservice mit Rotkäppchen.

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Ob wertvoll oder aus Resten hergestellt – diese Weihnachtsgeschenke haben alle eine ganz besondere Bedeutung.

Die blaue Strickjacke von Walter Kutter

Walter Kutter (dritter von links) um 1960 (Bild: privat)

Eines der schönsten Weihnachtsgeschenke, das er jemals bekommen hat, ist für Walter Kutter aus Zetel eine blaue Strickjacke, die seine Frau Annemarie ihm 1958 zu Weihnachten geschenkt hat: „Eine riesige Freude war das für mich und eine außerordentliche Leistung von meiner Frau, so eine Jacke zu stricken. Da ich zu der Zeit immer zwölf Stunden Nachtschicht hatte, habe ich von der Strickerei nichts mitbekommen.“

„Die Jacke ist einmalig und somit ein Unikat“, schwärmt der 87-Jährige, „wenn ich sie mit einem weißen Hemd anhatte, war ich ein richtiger Stenz.“ Er trug sie überall, ob zum Tanz oder zum Boßeln – und das viele Jahre. Jetzt ist ihm die Jacke aus Bouclé-Wolle zu klein geworden und er möchte sie für die eihnachtsaktion der Nordwest-Zeitung versteigern.

Der alte Teddy von Brigitte Kramer

Brigitte Kramer mit ihrem Teddy (Bild: Traute Börjes-Meinardus)

„Er hat mich mein ganzes Leben lang begleitet und war immer für mich da.“ Brigitte Kramer kommt ins Schwärmen, wenn sie von ihrem alten Teddy spricht. Die 58-jährige Varelerin hat im Alter von zwei Jahren von ihrem Patenonkel Günther Schäpe einen Teddy zu Weihnachten geschenkt bekommen – und seitdem ist das Plüschtier aus ihrem Leben nicht mehr wegzudenken. Bis sie ihren Mann kennengelernt hat, hatte der Teddy einen Platz in ihrem Bett, seitdem hat er einen eigenen Stuhl im Schlafzimmer.

Wenn es kalt wird, bekommt er seinen Anzug an, den Brigitte Kramer gestrickt hat. Und auch wenn die Friseurin in den Urlaub fährt, kommt Teddy mit. „Er ist mein Seelentröster“, sagt Brigitte Kramer, „wenn es mir schlecht geht, nehme ich ihn in den Arm“. Der Teddy war ihr schönstes Weihnachtsgeschenk überhaupt: „Er bedeutet mir alles, ich würde ihn nicht mal für 10 000 Euro verkaufen.“

Märchenhaftes Kaffeeservice von Gerda Kuhlmann

Gerda Kuhlmann mit ihrem Kaffeeservice (Bild: Traute Börjes-Meinardus)

Rotkäppchen und der Wolf sind auf dem Kaffeeservice abgebildet, das Gerda Kuhlmann aus Conneforde seit 66 Jahren in Ehren hält. Sie hat es 1953 von ihrer Oma zu Weihnachten bekommen. Gerda Kuhlmann war sechs Jahre alt und liebte es, bei ihrer Oma am echten Bohnenkaffee zu nippen.

Zuhause gab es damals nur Muckefuck. Die Oma schenkte ihrer Enkelin deshalb ein Kaffeeservice für Kinder – und jedes Mal, wenn sie bei ihr zu Besuch war, tranken die beiden zusammen Kaffee. „Das war mit das schönste Weihnachtsgeschenk, das ich jemals bekommen habe“, sagt Gerda Kuhlmann. Noch heute steht es unversehrt auf ihrer Borte im Wohnzimmer.

Gerald Chmielewskis Teddy begleitet ihn seit 58 Jahren

Teddy und Gerald Chmielewski (Bild: Traute Börjes-Meinardus)

Seinen 61. Geburtstag feiert der Vareler Gerald Chmielewski an diesem Heiligen Abend. Mit dabei ist sein Teddy, den er vor 58 Jahren von seinen Eltern geschenkt bekommen hat. Er trägt Lederschuhe, eine Strickhose, Hemd und Jacke, die Gerald Chmielewski als Kleinkind getragen hat. Ihm fehlt der halbe Mund und auch die Ohren wurden x-mal wieder angenäht, die Arme wieder eingesetzt. „Wir waren mit drei Jungs in einem Zimmer, da ging es hoch her“, erzählt Gerald Chmielewski, „aber Teddy war immer der Chef im Kinderzimmer“.

Für ihn ist er immer noch der Größte: „Er hat mich mein ganzes Leben lang begleitet.“ Teddy hat einen Ehrenplatz auf dem Gobelinsofa von Gerald Chmielewski und wurde von dem Grafiker oft gezeichnet. Mit Illustrationen von seinem Teddy hat er einen der begehrten Plätze im Grafik-Design-Studium bekommen und auch auf viele Gemälde und in das von Gerald Chmielewski illustrierte Pons-Wörterbuch für Kinder hat Teddy Einzug gehalten.

Die Lebensretterin von Renate Krüger

Renate Krüger mit ihrer Puppe (Bild: Traute Börjes-Meinardus)

Renate Krüger aus Bockhorn hütet ihre Puppe wie einen Schatz. „Sie ist mein Lebensretter“, sagt die 62-Jährige. Als sie sechs oder sieben Jahre alt war, erkrankte sie kurz vor Weihnachten an Scharlach und einer Lungenentzündung. „Wenn das Mädchen heute Nacht nicht ins Krankenhaus kommt, ist sie morgen tot“, sagte der Arzt zu ihrer Großmutter, erinnert sich Renate Krüger.

Die Großmutter brachte sie nicht ins Krankenhaus. „Sie saß die ganze Nacht an meinem Bett und sagte, dass ich stark sein muss und eine Puppe mit Echthaar bekomme, wenn ich morgen früh noch lebe“, sagt Renate Krüger. Sie wurde wieder gesund und bekam zu Weihnachten eine teure Puppe mit Echthaar, die ihre Oma in einem Spielwarenladen in Bockhorn gekauft hatte. Und das, obwohl sie nicht viel Geld hatte. Die Puppe hat einen Ehrenplatz im Haus von Renate Krüger. Sie sitzt auf einem Schaukelpferd, das die 62-Jährige extra für die Puppe gekauft hat.

Alfred Kuhlmann und sein besonderer Weihnachtsmann

Alfred Kuhlmann mit dem Geschenk seines Vater (Bild: Traute Börjes-Meinardus)

Es ist aus altem Schokoladenpapier und Sperrholz gebastelt – und trotzdem mit das schönste Weihnachtsgeschenk, das Alfred Kuhlmann aus Conneforde jemals bekommen hat. Er war sieben Jahre alt und hatte seinen Vater noch nie bewusst gesehen, als der 1948 aus der Kriegsgefangenschaft in den USA wieder nach Hause auf seinen Bauernhof in Neuenwege kam.

An den Tag im August erinnert sich Alfred Kuhlmann noch ganz genau: „Da kam ein fremder Mann mit langem Mantel und Rucksack auf den Hof.“ Der Vater war kreativ und bastelte für seine drei Kinder die Weihnachtsgeschenke selbst: Er bügelte Schokoladenpapier, auf dem ein Weihnachtsmann und eine Krippe abgebildet war, klebte es auf Sperrholz, sägte es mit der Laubsäge aus und klebte hinten einen Ständer dran. Und das alles so stabil, dass es immer noch hält. Seit 71 Jahren stehen Weihnachtsmann und Krippe bei Alfred Kuhlmann unter dem Tannenbaum.

Selbstgebaute Stelzen erfreuten Renke Siefken

68 Jahre alt sind die Stelzen von Renke Siefken aus Marx und immer noch gut in Schuss. „Manchmal hole ich sie noch raus und laufe darauf“, sagt der 76-Jährige, der bis 2006 an der Realschule Varel als Lehrer gearbeitet hat. Geschenkt bekommen hat er die braunen Stelzen Weihnachten 1951.

Renke Siefken und seine Stelzen (Bild: Traute Börjes-Meinardus)

„Im September 1951 waren wir in unser neues Bauernhaus in Marx gezogen“, berichtet Renke Siefken, „wir waren vier Kinder und das Geld war knapp“. Der Vater wusste sich zu helfen und baute aus Dachlattenresten Stelzen für seinen Sohn Renke und ein Puppenbett für dessen Schwester. Übrig gebliebene braune Fußbodenfarbe reichte für den Anstrich. „Über dieses Geschenk habe ich mich riesig gefreut“, sagt Renke Siefken, „in der Zeit war es was unwahrscheinlich Tolles.“ Und auch noch stabil. Bis heute tun die Stelzen ihren Dienst.

Traute Börjes-Meinardus Varel / Redaktion Friesland
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