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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Mit dem Fahrrad auf Zeitreise

09.09.2019

Varel Eine Reise durch die Geschichte unternahm am Sonntag Gästeführerin Helga von Eßen mit einigen interessierten Varelern. Zum Tag des offenen Denkmals hatten nicht nur einige historische Gebäude in Varel tagsüber für Besucher geöffnet, es gab erstmals auch Führungen, die nicht nur die einzelnen Denkmäler an sich in den Mittelpunkt rückten, sondern das große Ganze beleuchteten.

„Es geht um die Verbindung der Denkmäler untereinander“, sagte Helga von Eßen. Vieles in Varel habe sich beispielsweise in der Mitte des 19. Jahrhunderts ereignet. Das könne man eben auch an den Denkmälern erkennen. Aber es war nicht einfach nur eine Tour von Denkmal zu Denkmal – auch wenn natürlich Baudenkmäler wie das Waisenhaus eine Rolle bei der Führung spielten. „Bei der Radtour greifen wir verschiedene Themen auf: zum Beispiel die Industriegeschichte, die Entwicklung des alten historischen Viertels, das Kasernengelände und den Wald“, erklärte Helga von Eßen. Das Fahrrad wurde so zur Zeitmaschine.

Die Geschichte ließ sich aber auch zu Fuß erkunden: Am Nachmittag machte sich Gästeführer Karl-Heinz Martinß mit Interessierten auf, um die Stadtgeschichte rund um den Schlossplatz zu ergründen.

Denn auch wenn es in Varel einen Schlossplatz, eine Schlosskirche, eine Schlossstraße und vieles mehr gibt, gibt es doch kein Schloss. Allerdings gab es dort einst ein Schloss, das aber bei mehreren Bränden baufällig geworden war. Nach den politischen Umwälzungen im 19. Jahrhundert wurde das Schloss schließlich abgebrochen.

Besonders der heutige Schlossplatz wurde in seiner Geschichte häufig verändert. Standen dort zu Schlosszeiten noch Linden und Sandsteinsäulen, wurde er beispielsweise in der Nazi-Zeit von den Nationalsozialisten als Aufmarschplatz genutzt. „Als ich ein Kind war, fuhren hier Busse quer über den Platz“, erinnerte sich Karl-Heinz Martinß.

Bei Ausgrabungsarbeiten auf dem Schlossplatz konnten neue Erkenntnisse über die Geschichte des Vareler Schlosses gewonnen werden. Unter anderem wurde eine Mauer freigelegt, die zum Teil heute auf dem Schlossplatz zu sehen ist. Sie soll vor allem zeigen, mit welchen Steinen die Schlossmauern damals gebaut worden sind.

Bei den Ausgrabungen fand man zudem einen so genannten Schreckkopf, der böse Geister vom Schloss fernhalten sollte. Eine Nachbildung des Schreckkopfes steht heute auf einer Stele auf dem Schlossplatz, ein Bronzemodell zeigt, wie das Schloss einst ausgesehen hat.

Nach den Ausgrabungen wurde der gesamte Schlossplatz neu gestaltet. Dabei wurde die Geschichte des namengebenden Schlosses wieder aufgegriffen: Gepflasterte Linien auf dem Platz zeigen, wo einst die Mauern verliefen.

Wichtig für das gesamte Ensemble mit dem Schloss war aber auch die Randbebauung, sprich: die alten Wohn- und Geschäftshäuser am heutigen Schlossplatz. Wie so ein historisches Haus von innen aussieht, konnte man am Sonntag bei Hildegard Korell sehen: Sie öffnete das historische Treppenhaus ihres Hauses für Besucher.

Christopher Hanraets Varel / Redaktion Friesland
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