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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Bedeutenden Frauen auf der Spur

29.04.2019

Varel Um bedeutende Frauen ging es am Sonntag im Vareler Heimatmuseum. Karl-Heinz Martinß, Helga von Eßen und Ingrid Köhler ließen die Besucher in die Leben von Olga Potthast von Minden, Trude Rosner-Kasowski, Charlotte Sophie Gräfin von Bentinck und Judith von Eßen eintauchen, die exemplarisch als bedeutende Frauen in Varel vorgestellt wurde. Wer waren diese Frauen?

Die Emanzipierte

Charlotte Sophie Gräfin von Bentinck war für ihre Zeit äußerst emanzipiert – und führte ein recht freizügiges Leben. Sie wurde 1715 in Varel geboren, ihr Vater war Graf Anton II. von Aldenburg. Der Graf war allerdings so gut wie pleite und verheiratete seine Tochter daraufhin an den niederländischen Grafen Willem von Bentinck. Der lieh Anton 337 000 Gulden. Charlotte Sophie bekam zwei Kinder, war in der Ehe aber todunglücklich – zumal sie sich zuvor bereits in Albrecht Wolfgang von Schaumburg Lippe verliebt hatte. Kaum war ihr Vater verstorben, lebte sie bei Albrecht Wolfgang und dessen Ehefrau in einer Dreiecksbeziehung. Auch wenn man sich Mühe gab es zu verschweigen, war es bekannt. Charlotte Sophie gebar zudem noch zwei uneheliche Kinder.

Charlotte Sophie galt als verschwenderisch. Aber sie war auch intelligent und charmant und scherte sich wenig um damalige gesellschaftliche Konventionen. Beispielsweise ritt sie wie ein Mann und machte damit Eindruck auf die damals noch junge Katharina II., die später als Zarin Russland regieren sollte – und die für ihre Reitkunst und ihr ausschweifendes Sexleben bekannt war. Beides soll sie sich bei Charlotte Sophie abgeschaut haben.

Für die damalige Zeit äußerte die Adelige aus Varel emanzipierte Gedanken. Frauen seien Männern gegenüber schlecht gestellt, klagte sie. Für die Ausbildung von Männern werde mehr Geld ausgegeben, sie würden bei Erbschaften bevorzugt, ihre Rechte schränkten Frauen ein und Frauen dürften nicht in den Staatsdienst gehen.

Die Tierfreundin

Bei Trude Rosner-Kasowski (1899-1970) machte sich schon in der Kindheit ihr künstlerisches Talent bemerkbar. Später studierte sie an der Kunstakademie in Breslau, lernte dort unter anderem bei dem Brücke-Maler Otto Mueller und widmete sich ganz ihrer Kunst. Nach dem Zweiten Weltkrieg wird Trude Rosner-Kasowski vertrieben, landet zunächst im Emsland, hörte dann aber vom Künstlerort Dangast, wo sie schließlich hinzog.

Sie lebte vom Verkauf ihrer Bilder, war als Künstlerin anerkannt aber bei ihren Nachbarn wegen ihrer Eigenarten aber nicht sehr beliebt. Dazu gehörte auch ihre außergewöhnliche Tierliebe. Sie soll mit einer Gans an der Leine durch den Ort gegangen sein, selbstgemachte Meisenknödel auf die Türklinken ihrer Nachbarn geschmiert aber sich auch um viele kranke Tiere gekümmert haben. Von einigen wurde sie als „Vogelhexe“ beschimpft und sie vereinsamte zusehends.

Die Bildhauerin

Auch Judith von Eßen (1924-2004) wurde aus Schlesien vertrieben und landete schließlich in Varel. Schon in ihrer Kindheit befasste sie sich mit der Bildhauerei, machte später eine professionelle Ausbildung an der Schule für Handwerk und Kunstgewerbe in Münster. Viele ihrer Werke zeigen Kinder oder auch Figuren aus ihrer Heimat wie den Rübezahl. Einige Plastiken können im Heimatmuseum Varel angesehen werden. Aber als freischaffende Künstlerin übernahm sie auch viele Auftragsarbeiten, die im öffentlichen Raum stehen. Jedem Vareler bekannt sein dürfte beispielsweise die Bronzefigur der Krabbenpulerin an der Obernstraße. Auch die Seehunde vor dem Café Pudding auf Wangerooge und der Utrooper in Neustadtgödens sind von ihr.

Die Malerin

Mit Schirm, Schemel, Staffelei und einer großen Tasche voll Proviant machte sich Olga Potthast von Minden (1869-1942) auf den Weg in die Natur, um sich ihre Motive zu erwandern. Auch wenn sie ein großes Interesse an Literatur hatte, widmete sie sich vor allem der Malerei. Zur Landschaftsmalerei kam sie erst später. Zu Beginn befasste sie sich vor allem mit Porträts. Sie war bekannt dafür, dass sie es schaffte den Charakter des Porträtierten besonders gekonnt ins Bild einfließen zu lassen. Durch Julius Preller kam sie schließlich zur Landschaftsmalerei, malte vielfach den Mühlenteich und das Neuenburger Schloss, aber auch Motive, die sie auf Reisen entdeckte. In Oldenburg wurden Drucke ihrer Bilder angefertigt und zum Teil nach Übersee verkauft.

Christopher Hanraets Varel / Redaktion Friesland
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