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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Geschichte am Original-Schauplatz erleben

27.11.2019

Varel 29 jüdische Frauen und Männer wurden 1941 und 1942 aus dem jüdischen Altenheim an der Schüttingstraße in Varel verschleppt und später in Vernichtungslager deportiert. An sie und die Geschichte der Juden in Varel soll eine neue Gedenkstätte in Varel erinnern: In einer kleinen Wohnung in dem Haus an der Schüttingstraße 13 soll im nächsten Jahr ein Ort der Erinnerung eingerichtet werden, der unter anderem als außerschulischer Lernort genutzt werden soll. Der Grundstein wurde jetzt mit einer Förderung vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur gelegt: 32 600 Euro gibt es für den „Erinnerungsort Weinberghaus“.

Die Initiative, in dem Haus einen Ort der Erinnerung einzurichten, kommt vom Arbeitskreis „Juden in Varel/Weinberghaus“. „Der Arbeitskreis ist in der spannenden Lage, an einem Original- Schauplatz der jüdischen Geschichte in Varel einen Gedenkort einzurichten“, sagt Tom O. Brok vom Arbeitskreis. Erinnert werden soll an die jüdischen Familien, an die jüdische Geschichte Varels und an die nationalsozialistische Verfolgungs- und Vertreibungsgeschichte.

29 jüdische Frauen und Männer verschleppt

Das Grundstück Schüttingstraße 13 mit Wohnhaus und Gewerberäumen war seit 1911 im Besitz der jüdischen Familie Weinberg. Die Geschwister Ernst und Jette Weinberg betrieben dort ab Herbst 1937, drangsaliert und verfolgt von den Vareler Nationalsozialisten und den städtischen Behörden, ein Heim für alte und gebrechliche jüdische Bürgerinnen und Bürger. Viele von ihnen stammten aus dem ostfriesischen Raum.

1941 und 1942 wurden die Geschwister Weinberg sowie 27 Bewohnerinnen und Bewohner des jüdischen Altenheimes von der Gestapo in Ghettos verschleppt. Einige von ihnen wurden später in die Vernichtungslager Kulmhof und Auschwitz deportiert. Niemand hat überlebt.

Als einzige Überlebende der Familie Weinberg kehrte Johanne Titz, geborene Weinberg, nach dem Krieg nach Varel zurück und konnte im Rahmen der sogenannten Wiedergutmachung das Haus Schüttingstraße 13 wieder in ihren Besitz nehmen.

Das Haus an der Schüttingstraße befindet sich in Privatbesitz, die Wohnung links unten ist nicht bewohnt und soll zu dem Erinnerungsort umgebaut werden. Ab nächstem Jahr soll die 38 Quadratmeter große Wohnung saniert werden. 43 000 Euro sind dafür veranschlagt.

„Wir wollen die Wohnung nicht auf den Stand von 1939 bringen, sondern sie zu einem Erinnerungsort umbauen“, sagt Holger Frerichs vom Arbeitskreis, „Hauptziel ist es, die junge Generation an einem Original-Schauplatz über die Geschichte zu informieren“.

Mit professionellem Rat soll dort ein außerschulischer Lernort, ein Treffpunkt und ein Ort der Erinnerung geschaffen werden. Geplant ist unter anderem, dort eine regionale Bibliothek unterzubringen.

Projektträger ist die Lokale Agenda Varel; Leiter Damian Folkers hatte auch den Förderantrag beim Ministerium gestellt.

Traute Börjes-Meinardus Varel / Redaktion Friesland
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