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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Karussell fahren wie vor über 100 Jahren

13.09.2019

Varel Es wird geschraubt, angeschlossen, geprüft. Und es werden noch kleine Reparaturen durchgeführt. Der Aufbau des Vareler Kramermarktes ist am Donnerstagmorgen im vollen Gange. So auch auf dem Schlossplatz. Hier reiht sich ein Fahrgeschäft an das andere. Neben dem „Brake-Dancer“ und dem Autoscooter findet sich ein Fahrgeschäft, das auf keiner Kirmes fehlen sollte, wie Betreiber Pascal Böltes sagt: Das Pferdekarussell Böltes.

Vier Tage Trubel – das Programm

Der 253. Kramermarkt in Varel findet statt von heute, 13. September, bis Montag, 16. September. Das Programm:

Freitag, 13. September: 16 Uhr: Offizielle Eröffnung durch Bürgermeister Gerd-Christian Wagner mit dem traditionellen Anstich des Freibierfasses am „Break-Dancer“ am Schlossplatz. 20.30 Uhr: Konzert „Stufe 3“ im Festzelt auf der Drostenstraße. 21 Uhr: Höhenfeuerwerk.

Samstag, 14. September: 14 Uhr: Marktbeginn. Im Festzelt auf der Drostenstraße startet das Showprogramm (Konzert mit Philipp und André, Friedrich, der Zauberer, Tanzschule „Let’s Dance“, Friedrich, der Zauberer. 15.30 Uhr: Oldtimer-Parade, begleitet vom Musik- und Majoretten-Corps „Friso“. 18.30 Uhr: Konzert des Singer- und Songwriters Christian Jansen (Festzelt). 19 Uhr: Kramermarkt-Olympiade“. 20.30 Uhr: Konzert der Coverband „First Take“ (Festzelt).

Sonntag, 15. September: 11 Uhr: Marktbeginn. 12 Uhr: Showprogramm im Festzelt (Showband Grabstede, Tanzschule „von Oehsen“, Berti, der Detektiv, Tanzgruppe „von Oehsen“). 12 bis 17 Uhr: verkaufsoffner Sonntag. 16 Uhr: Auftritt der Musik- und Showband Grabstede in der Innenstadt.

Montag, 16. September: 14 Uhr: Marktbeginn, Familientag mit ermäßigten Preisen. 15 Uhr: Seniorennachmittag im Festzelt auf der Drostenstraße. 15.30 Uhr: Besuch des Grafen Anton Günther.

Zwölf Meter misst das Karussell im Durchmesser, darauf hölzerne weiße Pferde mit buntem Geschirr. Eines ist sogar rosa gefärbt. Dazwischen farbenfrohe Tassen und Kutschen, in denen man Platz nehmen kann. „Das Karussell ist Baujahr 1904, also über 100 Jahre alt“, sagt Böltes. Im Familienbesitz ist es seit rund 40 Jahren: „Mein Großvater hat es damals gekauft, und mein Vater weitergeführt“, sagt der gelernte Elektriker. Im vergangenen Jahr hat er es von seinem Vater übernommen.

Das Karussell ist noch weitgehend im Originalzustand, wie Böltes sagt. So sind zum Beispiel „die Holzpferde noch die Erstbesatzung von der Auslieferung 1904“. Die Restaurierung ist dementsprechend aufwendig und arbeitsintensiv, sagt der Schausteller. Dabei ist es immer eine Gratwanderung zwischen dem Erhalt des nostalgischen Charmes und der Minderung der Betriebskosten – wie zum Beispiel bei der Umrüstung auf LED-Lichter. Der größte Kostenfaktor ist allerdings der Auf- und Abbau sowie der Transport.

Mit dem Aufbau hat das dreiköpfige Team um Böltes am Donnerstag um 8 Uhr begonnen. Er dauert rund sechs Stunden. „Dazu kommen außerdem noch Wartungsarbeiten und Reinigungsarbeiten“, erläutert der Betreiber. Der größte Teil wird dabei per Hand aufgebaut. „Wir brauchen nur unsere Zugmaschine, um den Karrusselbaum aufzurichten.“ Eine kleine Tradition hat sich auch entwickelt: „Wenn wir auf der Hälfte sind, machen wir Pause. Dann gibt es Kaffee und Brötchen, das haben wir uns angewöhnt.“

Wenn am heutigen Freitag um 16 Uhr der Vareler Kramermarkt beginnt, starten auch die Pferde auf dem Karussell ihre ersten Runden. „Wir haben einmal unser Kassenhäuschen hier vorne, da sitzt einer drin, und dann haben wir in der Mitte ein Fahrpult, von dem aus gestartet und angehalten wird“, sagt der Elektriker. Die Person am Fahrpult ist zudem Aufsichtsperson und achtet darauf, dass die Kinder sitzen bleiben und keinem etwas passiert.

„Unsere Besonderheit ist, dass jedes Kind von einem Erwachsenen begleitet werden darf“, erklärt Pascal Böltes. Der Grund: „Das erlauben wir, weil wir keine Haltevorrichtung haben. Die Kinder sitzen relativ frei.“ Doch nicht nur Kinder würden das Pferdekarussell aufsuchen: „Wir haben viele ältere Fahrgäste. Sie erinnern sich bei der Fahrt auf den Holzpferden an ihre eigene Kindheit zurück“, sagt Pascal Böltes.

Während des Kramermarktes übernachtet der Betreiber nicht wie die anderen Schausteller vor Ort am Festplatz in einem Wohnwagen, sondern bei sich zu Hause. Denn das Firmengelände der Familie Böltes befindet sich in Varel. Am Montag, wenn der Vareler Kramermarkt noch läuft, geht es dann für Pascal Böltes und sein Team weiter nach Oldenburg zum dortigen Kramermarkt. Dann aber ganz klassisch mit dem Wohnwagen im Schlepptau.

Soeke Heykes Volontär, 1. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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