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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Chor meistert auch kraftvolle Töne sicher

23.01.2018

Varel „Verstockung kann Gewaltige verblenden“, so könnte ein Kommentar zum derzeitigen weltpolitischen Geschehen lauten. Gesungen wurde dies aber vom Bassisten Zachary Wilson in der Kantate „Herz und Mund und Tat und Leben“, die Johann Sebastian Bach zum Kirchenfest „Maria Heimsuchung“ komponiert hatte. Die Kantate beschreibt den Weg der menschlichen Seele bis hin zur Christuserkenntnis.

Darum bat in seiner Arie der Tenor, gesungen von Marcus Ullmann, mit virtuosen Koloraturen beim Zentralwort „Heiland“, danach noch gesteigert durch Triolen und Verzierungen bei „dass stets mein Herz von deiner Liebe brenne“. Die Kantorei an der Schlosskirche beendete die Kantate mit der schlichten Melodie zum alten Kirchenchoral „Werde munter, mein Gemüthe“, heute bekannt durch den Text der zweiten Strophe „Jesus bleibet meine Freude“ mit seinen herrlichen Triolenumspielungen und dem sizilianischen Rhythmus von Oboe und Violine.

Bei dem ausgezeichneten Konzert am Sonntagabend in der Schlosskirche stand zudem in Bachs „Magnificat“ inhaltlich schlüssig der große Lobgesang der Gottesmutter Maria auf dem Programm. In dem festlichen Eingangschor, das Orchester war erweitert mit Trompeten und Pauke, besang die glänzend disponierte Kantorei in immer wieder aufsteigenden Intervallen und Dreiklangsfolgen die Größe Gottes.

Die Sopranistin Rinnat Moriah und die Altistin Felicitas Brunke charakterisierten in ihren Arien, aufgeteilt in die beiden Tongeschlechter Dur und Moll, die Seeleneigenschaften von Freude und Demut. Während des polyphon angelegten Frauenterzetts „Suscepit Israel puerum suum“, ergänzt durch Gesa Bauer, erklang zeitgleich im Orchester der Marienchoral „Meine Seele erhebt den Herrn“. Beim bewegten und kraftvollen „Fecit potentiam“ führte Chorleiter Thomas Meyer-Bauer die intonationssicher singende Kantorei in ein beeindruckendes Adagio mit abschließend anschwellendem festlichen D-Dur Klang.

Zwischen den beiden Vokalwerken spielte das Elbipolis Barockorchester aus Hamburg die dritte Orchestersuite von Bach, passend in gleicher Tonart. Konzertmeister Jürgen Groß inspirierte seine Mitspieler zu einer beeindruckenden Höchstleistung.

Schon das Allegro der Ouvertüre wurde mit seinen rasanten Sechzehntelläufen zu einem höchst virtuos dargebotenen Parcour. Barocke Phrasierung, rhythmische Differenzierung, beispielsweise bei den Hemiolen, und tänzerischer Schwung durchzog alle Sätze der Suite. Beim berühmten Air war die Seufzermotivik in der durchdachten Zweierphrasierung genauso zu erleben, wie freie Durchgänge und Verzierungen bei der Wiederholung durch das Cembalo.

Im gesamten Konzert sorgte das ausgezeichnete Orchester mit der sehr variabel spielenden Continuo-Gruppe und den solistischen Beiträgen von zum Beispiel Barockoboen und Traversflöten zu den einzelnen Arien für ein homogenes Klangbild, in welchem der gut vorbereitete Chor und alle fünf hervorragend agierenden Solisten ihre ganze Gesangskunst entfalten konnten.

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