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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Perfekt wechselnde Klangfarben

04.11.2017

Varel Klassische Liederabende haben beim Verein für Kunst und Wissenschaft (Kuwi) Tradition. Sie reicht bis in die Zeit seiner Gründung im 19. Jahrhundert zurück und wurde am Donnerstagabend mit einem Liederabend in der Schlosskirche mit einem Konzert von Wiebke Lehmkuhl fortgesetzt. Die Opern- und Oratoriensängerin aus Oldenburg ist auf vielen Bühnen im In- und Ausland zu Hause.

Das Programm bildete einen Spannungsbogen, der von Brahms-Liedern im Volksliedton („Dort in den Weiden“, „Der Schmied“) über düstere Stimmungsbilder wie der Vertonung von Theodor Storms „Über die Heide“ bis zu leidenschaftlichen, fast opernhaften Kompositionen von Richard Strauss („Morgen“, „Cäcilie“) reichte. Die durchdachte Auswahl und Anordnung der 20 Titel gab der Altistin Gelegenheit, die technische Perfektion ihrer Stimme zu demonstrieren und ihre Fähigkeit zu zeigen, die oft von Lied zu Lied abrupt wechselnden Stimmungen und Klangfarben gesanglich überzeugend zu interpretieren.

Wer Wiebke Lehmkuhl bisher nur als renommierte Opern- und Oratoriensängerin kannte, weiß nach diesem Abend, dass sie auch auf dem Gebiet des klassischen Liedgesangs Herausragendes zu bieten hat. Zum Erlebnis wurde das Konzert auch durch das kongeniale Zusammenspiel der Sängerin mit der Pianistin. Sarah Tysman war dabei keineswegs nur Lied-Begleiterin, sondern eigenständige Partnerin.

Eindrucksvoll hörbar wurde diese Gestaltungskraft zum Beispiel in den einleitenden und resümierenden Passagen von Richard Wagners Wesendonck-Liedern: Wie Sarah Tysman die zwischen Schwärmerei und Schwermut wechselnden Stimmungen in der Sprache des Klaviers verdichtete, war mustergültig.

In den „Zwei Gesängen für eine Altstimme mit Bratsche und Pianoforte“ von Johannes Brahms erweiterte Andreas Willwohl das Duo zum Trio. In der einfühlsamen Interpretation der drei Musiker, in der die Altstimme und die Bratsche gleichberechtigt neben- und miteinander musizierten, gehörten die beiden Brahms-Gesänge („Gestillte Sehnsucht“, Geistliches Wiegenlied“) zweifelsfrei zu den großen Momenten dieses an Höhepunkten reichen Abends.

Für den begeisterten Beifall der zahlreichen Zuhörer bedankten sich die Künstler mit einer Zugabe, dem bekannten Lied „Ich trage meine Minne“ von Richard Strauss.

Der Erfolg des Konzertes in der Schlosskirche ermutigt den Verein für Kunst und Wissenschaft, das Genre „Liederabend“ zukünftig wieder regelmäßig in sein Programm aufzunehmen.

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