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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Auch mit 90 Jahren kaum zu halten

18.03.2019

Varel Wie wichtig ist eigentlich die Handlung für ein Theaterstück? Elementar, möchte man meinen. Bei „De Moorkatenoper“ der Niederdeutsche Bühne (NDB) Varel ist sie eher nebensächlich – wenngleich es in dem Krimistück um einen erschossenen Mann geht. Denn im Vordergrund steht die überragende schauspielerische und vor allem musikalische Leistung des Ensembles. Nach der Premiere am Freitagabend gab es tosenden Applaus und stehende Ovationen.

Unter der Regie von Anke Hempel und der musikalischen Leitung von Christel Spitzer brannten die sieben Schauspieler zum Abschluss der Geburtstagssaison auf der Bühne ein wahres Feuerwerk ab. Sie zeigten damit: Das Plattdeutsche Theater der Niederdeutschen Bühne Varel ist auch mit 90 Jahren immer noch jung und modern.

Das Ensemble – Noch acht Aufführungen im Tivoli – Hier gibt es Karten

Regie: Anke Hempel; Assistenz: Daniela Buer und Hilke Zahn. Schauspieler: Günter Brüntje, Elke Theesfeld, Saskia Lürßen, Frank Wittkowski, Christine Meyer, Peter Eggenhoff, Christel Spitzer. Souffleuse: Ulrike Siefken. Bühnenbild: Egon Loop; Bühnenbauer: Dirk Brumund, Eckhard Müller-Wehlau, Hugo Engberts, Jens-Uwe Meyer, Gerd Onken, Wolfgang Stammer, Rüdiger Reinefeld, Phillip Reinefeld, Detlef Eilers und Michael Schulz. Bühnenmalerin: Birthe Schulz. Musikalische Leitung: Christel Spitzer. Maske: Helga von Eßen, Nicole Beyer, Mona Lühring und Beate Butt. Licht und Ton: Arne Laßen, Tammo Padeken, André Jodanow und Kai Kunz. Requisite und Inspizienz: Ursula Dananic.

Termine: Dienstag, 19., Freitag, 22., Sonntag, 24., Freitag, 29., Sonntag, 31. März, Freitag 5. und Samstag 6. April (jeweils 20 Uhr, Tivoli), Sonntag, 31. März (15.30 Uhr, Tivoli).

Karten: Im Vorverkauf bei Nordwest-Ticket, Tel. 0421/363636, Tabula Magica, Neue Straße 6, und Brillen Wandke, Obernstraße 2 in Varel, sowie Reisebüro Brumund, Grabsteder Straße 22 in Bockhorn.

    www.ndb-varel.de

Erst recht, wenn man sich die Leistung der erst 19-Jährigen Saskia Lürßen in der Rolle der energischen und sehr selbstbewussten Maleen Fischmeyer betrachtet. Sie beherrscht schon jetzt sowohl die lauten als auch die leisen Töne. Die Powerfrau wirbelt dabei so routiniert über die Bühne, als würde sie schon jahrelang nichts anderes machen. Ihre Weiterentwicklung im Vergleich zu ihrer ersten kleinen Rolle im NDB-Singspiel „Lüttstadtrevier“ im vergangenen Jahr ist deutlich spürbar.

Saskia Lürßen bildet zudem mit Frank Wittkowski als Schamane „Schabulinski“ einen kongeniales Duo. Er spielte zwar das erste Mal für das Vareler Ensemble, verfügt nach seinem Studium der Szenischen Künste aber bereits über reichlich Theatererfahrung. Und das merkte man in jeder Bewegung. Wittkowski verlieh nicht nur seiner Rolle eine Seele, sondern riss damit auch das gesamte Stück mit.

Die beiden ragen aus einer insgesamt starken Leistung des Ensembles heraus. Günter Brüntje (Matten Fischmeyer), Elke Theesfeld (Sophie Fischmeyer), Christine Meyer (Hohkämper) und Peter Eggenhoff als Gast (Hannes Haupluck) zeigen in „De Moorkatenoper“ die komplette Vielseitigkeit der schauspielerischen Palette von Sprache, Gesang, Mimik und Gestik. Jeder einzelne Charakter beherrscht die unterschiedlichen Gefühle, präsentiert sich mal lustig oder ernst, mal nachdenklich und traurig mal aggressiv oder ängstlich.

Alles überragt indes der Gesang, am Klavier live begleitet von Christel Spitzer. In den Liedern liefern sich die Protagonisten manchmal sogar regelrechte Sing-Duelle. Sie kommunizieren damit intensiver, als es jeder sprachliche Streit ohne Musik und Melodie zu leisten vermag.

Ein besonderer Höhepunkt des Stückes, mit dem sich die Vareler um den Willy-Beutz-Schauspielpreis des Niederdeutschen Bühnenbundes bewerben, ist das liebevoll und überaus facettenreich gestaltete Bühnenbild. Die neu im Tivoli installierte LED-Lichttechnik taucht es in ein fabelhaftes Lichtspiel. Es gibt darin so viel zu entdecken, dass es manchmal fast von der Handlung ablenkt. Aber das macht in diesem Fall überhaupt nichts aus.

Olaf Ulbrich Redaktionsleitung Varel / Redaktion Friesland
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