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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Das passiert hinter den Kulissen beim Lüttstadtrevier

13.02.2018

Varel Stimmengewirr, laute und knappe Anweisungen, ein Reißverschluss klemmt, Menschen mit nervösen Gesichtern schlängeln sich durch die engen, vollgestellten Gänge im Keller des Tivolis. Gleich fängt die Vorstellung an. Und hinter der Bühne herrscht das Chaos. Scheinbar. Denn das ist es nicht. Auch wenn es wuselig ist: Während die Inszenierung läuft, herrscht unter der Leitung der Inspizientin Daniela Buer hinter den Kulissen geordnete Unordnung.

Die NWZ war dabei. So läuft es beim „Lüttstadtrevier“ der Niederdeutschen Bühne Varel „backstage“ ab:
17.30 Uhr: Die Ton und Lichttechniker beginnen ihren Dienst. Im noch leeren Saal machen sie den Soundcheck.
18.30 Uhr Die Schauspieler trudeln langsam ein und ziehen die von Daniela Buer ausgegebenen Kostüme an.
18.45 Uhr: Die Maskenbildnerinnen Mona Lühring und Helga von Eßen schminken die Darsteller nach und nach bis etwa 19.45 Uhr.
19 Uhr: Der Kassierer Wilfried Päper baut seine Abendkasse auf. Die Regieassistentin Heike Wessels hilft beim Aufbau im Foyer.
19.15 Uhr: Der Türdienst lässt die Zuschauer ein und verteilt Programmhefte.
19.40 Uhr: Das Einsingen beginnt: „Tomaaaatensalaaaaat“ „Zeituuuungggg“. Die Kirchenmusikerin Christel Spitzer hat mit dem Ensemble viele Wochen alle Lieder einstudiert. „Das war schwierig, weil die Leute keine Erfahrung hatten“, sagt sie. Nun stimmen Atmung und Körperhaltung. „Und nun noch die Sirene – uuuuuuuuuuiiiieeeee!“, beendet Spitzer die Übungen.
19.50 Uhr: Das Ensemble schwört sich hinter dem Vorhang auf der Bühne ein.19.55 Uhr: Die Schauspieler gehen auf Position: Regisseurin Elke Theesfeld wünscht allen Glück, Assistentin Heike Wessels nimmt in der ersten Reihe als Souffleuse platz.
20.00 Uhr: Daniela Buer zieht den Vorhang auf, das Stück beginnt mit Gesang.
20.22 Uhr: Die ersten Darsteller wechseln das Kostüm. Dazu müssen sie durch den kleinen Tivoli-Saal, von dort nach draußen, wieder hinein und in den Keller und zurück. Die Maske steckt Frisuren nach.
21 Uhr: Pause, die Maske hat Feierabend.
22.15 Uhr: Ende, die Schauspieler verabschieden sich. Aufräumen.
23 Uhr: Die Techniker gehen.

Die Ton- und Lichttechnik

Arne Laßen und sein Technik-Team haben den Abend über alle Hände voll zu tun.

Sie sind die ersten die kommen und die letzten die gehen. Zweieinhalb Stunden vor dem Beginn um 20 Uhr sitzt Arne Laßen bereits an den Reglern und macht den Soundcheck. Die Technikzentrale im Tivoli genau gegenüber der Bühne misst gerade einmal drei Quadratmeter, ist aber mit Mischpulten und Computern vollgestellt. Aus einem kleinen Fenster kann er über die Zuschauer hinweg die Aufführung sehen und vor allem hören. Zwar sei lange eingeprobt, wann welches Mikrofon und wo wie viel Licht eingeschaltet wird. Dennoch gibt es während des Stücks viel zu tun. Mit einem Klick am Rechner geht die Musik an, die Lautstärke muss – je nach Anzahl der Gäste im Zuschauerraum – eingestellt werden. Zudem spielt sich beim „Lüttstadtrevier“ viel auf der Vorbühne ab. Vier Wochen, bevor die ersten Bühnenproben stattfinden, macht sich Arne Laßen gemeinsam mit seinem Team um André Jodanow, Tammo Padeken und Julian Beyer Gedanken. In einem Licht- und Tonbuch ist der genaue Ablauf aufgeschrieben. Grundlage ist eine Skizze des Bühnenaufbaus. Das Ergebnis wird in den Computer programmiert. „Damit sind wir bis zu zehn Stunden beschäftigt“, sagt Laßen.

Einschwörungs-Zeremonie

Kurz bevor sich der Vorhang öffnet, versammelt sich das gesamte Team noch einmal auf der Bühne.

Um 19.50 Uhr, zehn Minuten vor dem Beginn, trifft sich das Ensemble auf der Bühne. Der Vorhang ist geschlossen, dahinter ist das Murmeln der Gäste, die im Zuschauerraum bereits Platz genommen haben, deutlich zu hören. Alle Schauspieler und das gesamte Team, das hinter den Kulissen arbeitet, stellt sich im Kreis auf und fasst sich an den Händen: „Das wird heute gut werden!“, feuern sie sich gegenseitig an. Dann geht es auf die Plätze. Fünf Minuten bevor sich der Vorhang hebt, wünscht Regisseurin Elke Theesfeld allen Mitspielern persönlich noch einmal „toi, toi, toi!“.

Die Uniformen

In Polizei-Uniform: Marlis Speckels

Sie dürfen den Theater-Fundus nicht verlassen. Die Inspizientin Daniela Buer gibt alle Hoheitsabzeichen erst kurz vor der Vorstellung aus und sammelt sie danach wieder ein. Gehen die Schauspieler in Polizeimontur nach Hause, wäre das strafbar. Also: Ein heikler Job. Vor allem, weil viele Darsteller Doppel- oder Dreifachrollen haben. So zieht sich Marlis Speckels gleich mehrmals um. Noch ein Strich mit dem Lippenstift – und es geht wieder auf die Bühne.

Verwandlung

Jetzt aber schnell: Für Hilke Zahn geht es innerhalb weniger Sekunden zurück auf die Bühne.

Eben war Hilke Zahn noch die Polizistin Klose, nun verlässt sie als Schwarzfahrerin Elsa die Umkleide im Keller des Tivolis. „Ich habe genau ein Lied Zeit, mich umzuziehen“, sagt sie. Mit dem Weg von der Bühne und zurück bleiben ihr damit weniger als eine Minute. Den grünen Hut auf und die Jacke an – alles muss schnell gehen. Und das noch einmal: Denn sie spielt auch noch die Rolle der Gesine Hansen.


Ein Film von den Vorbereitungen:   www.nwzonline.de/videos 
Video

Olaf Ulbrich Redaktionsleitung Varel / Redaktion Friesland
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