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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Organist begeistert mit brillantem Spiel

26.06.2018

Varel „Nicht eingeladen zu werden, sondern wieder eingeladen zu werden, darauf kommt es an“, sagte einmal die französische Orgel-Ikone Marcel Dupré zu einem seiner Studenten. Dieser Satz gilt bis heute und so war es keine Überraschung, dass Jan Dolezel am Sonntagabend das Publikum in der Schlosskirche mit einem hinreißenden Konzert begeisterte.

Dolezel konzertierte zuletzt vor sechs Jahren an der Schuke-Orgel. Die Orgel und der Orgelsommer erleben dieses Jahr ihr 40-jähriges Bestehen. Als vor gut 15 Jahren Dorothee Bauer und Thomas Meyer-Bauer die Kantorenstelle an der Schlosskirche übernahmen, entwickelten sie ein Konzept, um Jahr für Jahr Topstars der internationalen Organistenszene, hervorragende junge Spieler und Künstler aus der Region nach Varel zu holen.

Das Programm präsentierte am Sonntag Werke des Frühbarock (Johann Ulrich Steigleder) und der Romantik (Robert Schumann und Josef Klicka), sowie drei Choralvorspiele des postromantischen Komponisten Heinrich Kaminski. Er musste aufgrund seines polnisch-jüdischen Familienhintergrundes in die Schweiz fliehen. Seine Choralvorspiele erinnern an die Klangwelt der Orgelromantik.

Dolezel gelang es, die Vertonungen der Lutherchoräle „Wir glauben all an einen Gott“ und „Vater unser im Himmelreich“, sowie „Meine Seele ist stille“ in ihrer ganzen Farbigkeit zu realisieren. Robert Schumanns Skizzen für den Pedalflügel op. 58 entführten den Hörer in die Welt der Schumann’schen Klaviermusik, vom Solisten des Abends brillant vorgetragen. Schluss und Höhepunkt des Abends bildete die Konzertfantasie über den St. Wenzel-Choral op. 65 des tschechischen Organisten und Komponisten Josef Klicka.

Die Komposition entfaltet in reicher Weise die Stilmittel der romantischen sinfonischen Dichtung für Orgel. Dolezel meisterte das höchst beeindruckende Werk souverän und mit Brillanz.

Die Schlussklänge der Konzertfantasie beendeten einen großen Orgelabend, der mit frühbarocker Musik aus der Münstermannzeit (Steigleder) und den (post-)romantischen Kompositionen wunderbar zur Geschichte der Orgeln in der Schlosskirche passte. Eine Geschichte, die ja im Jahr 1615 mit einer „überaus schön und herrlich Orgel…“ begann und durch die Neubauten 1861 und 1978 entscheidende Wendepunkte erhielt.

Das nächste Konzert spielt Ioanna Solomonidou am 8. Juli, 18 Uhr.

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