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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Ein Vareler führt Pulheims Narren an

19.01.2018

Varel /Pulheim Auch wenn sich die Karnevalsgemeinschaft Waterkant in Varel immer alle Mühe gibt ein närrisches Karnevalsfest auf die Beine zu stellen – im Rheinland geht es dann doch noch etwas närrischer zu. Aber immerhin hat es jetzt schon einmal ein Vareler an die Spitze der Jecken in Pulheim bei Köln geschafft: Der 55-jährige Christoph Ostendorf, den es Anfang der 90er Jahre aus dem Norden in die Hochburg des Karnevals gezogen hat, ist Prinz der Neuen Pulheimer Karnevalsgesellschaft und nennt sich nun folglich Christoph I.

„Hier im Rheinland ist es anders, impulsiver und rasanter“, sagt der Pulheimer Karnevalsprinz. Hat er seine Begeisterung für die fünfte Jahreszeit denn schon aus Varel mit ins Rheinland genommen? Schließlich ist Varel doch auch eine Karnevalshochburg – sofern man das im Norden der Republik überhaupt über eine Stadt sagen kann. Christoph Ostendorf wiegelt ab: „Gerade als Jugendlicher habe ich nie ganz verstanden, was die da eigentlich machen. Mit Karneval hatte ich nichts am Hut.“

So unbedarft im Umgang mit der närrischen Zeit musste es ihm nach seinem Umzug Richtung Süden natürlich passieren, dass er an Weiberfastnacht mit neuer Krawatte unterwegs war – bis er von einem Pulk Frauen angegriffen wurde, der den Schlips prompt einkürzte.

Mittlerweile hat er sich aber nicht nur mit den Narren arrangiert, sondern ist selbst seit zehn Jahren Mitglied im Karnevalsverein – und die haben vom 11.11. bis Aschermittwoch Hochkonjunktur. „Es heißt ja nicht umsonst ,fünfte Jahreszeit‘. Dann sind hier extrem viele Veranstaltungen und es herrscht Ausnahmezustand“, erklärt Christoph Ostendorf. „Das was in Niedersachsen die Schützenvereine sind, sind hier die Karnevalsvereine.“

Und als Karnevalsprinz ist man da auch tatsächlich jemand und kann kaum noch einkaufen gehen, ohne angesprochen zu werden. „Der Karneval ist hier gesellschaftlich wichtig und hat einen hohen Stellenwert. Als Prinz ist man dann eine Person des öffentlichen Lebens.“

Ab Anfang Januar bricht für die Karnevalisten die heiße Phase an. Christoph Ostendorf ist dann zusammen mit den anderen beiden Mitgliedern des Dreigestirns, Bauer Heinz (Fischer) und Jungfrau Bernadette (Bernd Nehring), in verschiedenen Einrichtungen wie Altersheimen oder Schulen unterwegs. „Gerade für die alten Leute ist es wichtig, dass das Dreigestirn vorbeikommt. Die erzählen dann auch immer Geschichten von Bekannten und Verwandten, die auch einmal zum Dreigestirn gehörten.“

Zum großen Finale – in der Zeit von Weiberfastnacht bis Aschermittwoch – stehen zehn bis 15 Termine pro Tag an. Dafür nimmt sich Christoph Ostendorf dann aber auch Urlaub; anders ist es nicht zu schaffen. „Das ist wirklich anstrengend. Ich habe das auch schon einmal als Adjutant miterlebt. Da bekommt man wirklich Respekt davor.“

Bis zum 14. Februar muss Christoph I. noch durchhalten – dann endet mit dem närrischen Treiben der Ausnahmezustand im Rheinland und damit auch in Pulheim.

Christopher Hanraets
Varel
Redaktion Friesland
Tel:
04451 9988 2504

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