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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Opa ist immer einen Zug voraus

22.10.2018

Varel Wie sollte das Leben eines Pensionärs aussehen? In eine kleinere Wohnung ziehen, die Füße hochlegen, nicht mehr nach draußen gehen und darauf achten, dass man gesund bleibt. Das fordert zumindest Jens Rettich von seinem Opa. Der sieht das freilich ganz anders. Witwer Siegfried Rettich geht noch Joggen („täglich aber nur sieben Kilometer“), sucht über eine Kontaktanzeige eine neue Lebenspartnerin und ist auch sonst noch recht agil – bis er sich ein Bein bricht.

Hatte Jens doch recht? Der Konflikt zwischen den fürsorglichen jungen Angehörigen und den rüstigen Rentnern steht im Mittelpunkt des neuen Stücks „Das Leven un de Leev“, mit dem die Niederdeutsche Bühne Varel am Freitagabend im ausverkauften Tivoli eine umjubelte Premiere gefeiert hat.

Vor allem glänzte Routinier Harald Kaminski in der Rolle von Siegfried Rettich. Sein Spiel, Wortwitz und seine Mimik lösten bei den Zuschauern nicht nur Szenenapplaus aus. Sie verliehen dem Charakter des zwar manchmal etwas tüdeligen aber dennoch immer noch plietschen Opas eine schelmische Ausstrahlung mit einer Mischung von Altersweisheit, Erfahrung und Gelassenheit. Er spielt dabei aber manchmal auch so rasant, dass es scheppert.

Bei seiner Premiere als Schauspieler überzeugte zudem Martin Helms. Der 25-Jährige spricht mit einem sehr hohen Textanteil als einziger nur Hochdeutsch. Und das tut dem Spiel gar keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil. Seine sprachliche Leistung mit vielen Tempo- und Lautstärkewechseln beleben das Stück. In der Rolle seiner Schwester Daniele Winter ist Lea Butt dabei ein kongenialer Partner.

Das Ensemble des Stücks – Karten und Termine

Darsteller: Harald Kaminski, Martin Helms, Lea Butt, Nicole Heeren und Christine Meyer. Regie: Martin Kammer; Assistenz: Christine Meyer. Bühnenbild: Egon Loop. Bühnenbauer: Dirk Brumund, Eckhard Müller-Wehlau, Hugo Engberts, Jens-Uwe Meyer, Gerd Onken, Wolfgang Stammer, Rüdiger Reinefeld, Phillip Reinefeld, Detlef Eilers, Michael Schulz und Birthe Schulz. Maske: Helga von Eßen, Nicole Beyer, Beate Butt und Mona Lühring. Licht und Ton: Arne Laßen, Tammo Padeken, André Jodanow und Kai Kunz. Requisite: Michael Schulz und Christine Meyer. Inspizienz: Caroline Theilen und Barbara Schnabel.

Weitere Termine: Dienstag, 23., Freitag, 26., Sonntag, 28., Mittwoch, 31. Oktober, Sonntag, 4., Freitag, 9., und Sonntag, 11. November (jeweils um 20 Uhr); Sonntag, 28. Oktober, und Sonntag, 4. November (jeweils um 15.30 Uhr).

Karten gibt es bei Brillen Wandke, Obernstraße 2a in Varel, Reisebüro Brumund, Grabsteder Straße 22 in Bockhorn, bei Nordwest-Ticket (Tel. 0421/363636) oder bei Heike Wessels (Tel. 04451/84138).

    www.ndb-varel.de

Als liebestolle und feurige Quasselstrippe sorgt Christine Meyer Bella Prinhops für Lachsalven. Ihre spielerische Energie steht im krassen Gegensatz zu dem ruhigen Charakter der Caroline Lehners. Nicole Heeren spielt die abgeklärte und sensible Senioren-Betreuerin, die aber im Ernstfall richtig aus sich hinaus gehen kann.

Die Komödie überzeugt aber nicht nur durch Witz und – an einigen Stellen tiefschwarzen – Humor. Sie besitzt auch Tiefgang. Überfürsorge oder Ungestümtheit? Dieses kennt wohl jeder der Zuschauer aus eigener Erfahrung. Sei es mit den eigenen Großeltern oder den eigenen Enkeln. So regt das Stück noch während der Vorstellung zum Nachdenken an. Ist das Glas halb voll, oder halb leer? Diese ersten Passagen werden aber ebenso plötzlich mit brachialem Witz aufgelöst.

Am Ende zeigt sich – so viel darf verraten werden: Opa ist immer einen Zug voraus. Auch wenn er beim Schachspiel mit Caroline den Kürzeren zieht. Denn: Die Probleme bleiben stets die gleichen. Egal, ob man jung oder alt ist.

Regisseur Martin Kammer ist es gelungen, das Thema Generationenkonflikt in dem Fünf-Personen-Stück nicht nur inhaltlich exzellent zu inszenieren. Auch die Auswahl der erfahrenen und sehr jungen Darstellern gelang ihm. Gemeinsam mit Bühnenleiter Dieter Kück zog er während der anschließenden Premierenfeier ein positives Fazit: „Wir sind sehr zufrieden.“

Auch das gesamte Ensemble sparte nicht mit Lob. „Vielen Dank für den hervorragenden Einsatz und die vielen Ideen“, sagte Nicole Heeren stellvertretend.

Olaf Ulbrich Redaktionsleitung Varel / Redaktion Friesland
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