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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Windmühle In Varel: Nun ist der alte Flügel wieder flott

23.07.2019

Varel Völlig durchrostet, von innen voller Bauschaum, die Bleche verrottet: In einem erbärmlichen Zustand war der alte Flügel der Vareler Mühle. Etwas versteckt lag er auf dem Gelände an der Mühlenstraße und gammelte bei Wind und Wetter weiter vor sich hin.

Gleich gegenüber wohnt Heinz Watermann. Er gehört zum Mühlenteam und hat von seinem Balkon aus einen ganz exklusiven Blick auf das Areal. Und somit auch auf das Wrack, das sich einst von 1934 bis 1985 an der Mühle im Vareler Wind drehte. Dann reichte es ihm. Gemeinsam mit Mühlenwart Peter Fleckenstein fasste er den Entschluss: Wir restaurieren das gute Stück.

Mühle mit außergewöhnlichen Maßen

Der Galerieholländer wurde 1847/48 mit außergewöhnlichen Ausmaßen errichtet. Die Gesamthöhe der Mühle beträgt 30 Meter, bis zur Galeriehöhe sind es schon 15,5 Meter. Rechnet man die Flügel dazu, beträgt die Gesamthöhe 39 Meter. Die Ruten der 1919 mit Jalousien versehenen Flügel sind stattliche 24 Meter lang. Die Windrose, die die reetgedeckte Kappe in den Wind dreht, hat einen Durchmesser von 4,5 Metern.

Zwei Sommer lang war Heinz Watermann dabei. „Weit über 100 Stunden“, sagt er. Und das ehrenamtlich. Nun steht er zusammen mit seinen Mitstreitern vor dem großen Flügel, der – frisch aufpoliert und grasgrün gestrichen – ein Schmuckstück der historischen Ausstellung auf dem Mühlengelände ist.

Dort erregt er unter den Besuchern viel Aufsehen. Nicht nur die enorme Länge, sondern auch das Gewicht von 1,5 Tonnen, womit der Stahlkoloss in etwa so schwer ist wie ein VW Golf, sorgt oft für verblüffte Gesichter bei den Gästen. Viele verbinden mit einem Windmühlenflügel lediglich die vier Jalousien, die die gesamte Konstruktion wie eine Kreuz aussehen lässt.

„Das ist nur Holz, das seitlich in die Rute eingesteckt und befestigt wird“, erläutert Peter Fleckenstein. Der eigentliche Flügel sei in sich zudem so gedreht, dass die Flügel gegenüber in verschiedene Richtungen zeigen, um den Wind optimal zu fangen, ergänzt Heinz Watermann. In der Mitte ist die Rute, also der große Flügel, mit dem Wellenkopf verbunden, der sich dreht. „So ein Flügel entwickelt bei voller Bespannung 100 PS“, betont Fleckenstein.

Das Material zur Reparatur des Flügels, der einst von einer holländischen Firma gebaut worden war, hat die Stadt Varel zur Verfügung gestellt. Wie teuer das gesamte Projekt war, konnten selbst die Experten vom Mühlenteam nicht so recht beantworten: „So zwischen 5000 und 10 000 Euro.“

Die Arbeit, die Heinz Watermann in die Sanierung steckte, ist ohnehin nicht mit Geld aufzurechnen. Stundenlang flexte, schliff und schweißte er. Denn schon als der Flügel noch in Betrieb war, „flog der Rost auf die Straße“, erinnert er sich. Vor allem der Bauschaum, der bei vorangegangenen Sanierungsversuchen in den Flügel gespritzt worden war, stellte Watermann vor Probleme. „Es war sehr schwierig, diesen wieder herauszubekommen.“ Zudem mussten fast alle Bleche erneuert werden, eine Menge Zeit kostete die Entrostung. Es hat sich gelohnt. Denn nun erstrahlt der alte Flügel wieder in neuem Glanz.

Olaf Ulbrich Redaktionsleitung Varel / Redaktion Friesland
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