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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Varels Narren übernehmen die Stadt

27.02.2017

Varel Ein farbenfroher Umzug rollte am Samstag durch die Stadt, die Karnevalsgemeinschaft Waterkant hatte zum Sturm auf das Rathaus gerufen.

Obwohl sich das Wetter grau in grau zeigte, hatten sich zur Mittagszeit zahlreiche Anhänger des Prinzenpaares weit außerhalb des Ortes in Dangastermoor, kurz vor der Nordseeküste, versammelt, um von hieraus einen Marsch auf das Rathaus zu starten.

Am frühen Nachmittag setzten sich dann zahlreiche Fußgruppen und thematisch gestaltete Umzugswagen in Bewegung Richtung Innenstadt. Um das Kommen lautstark zu verkünden, begleiteten Musikzüge den närrischen Lindwurm.

Tausende von Schaulustigen säumten die Straßenränder. Viele von ihnen trauten sich wohl nicht ganz, die Verbundenheit zu ihrer neuen Obrigkeit offen zu zeigen, denn sie hatten verschiedenste Verkleidungen angelegt und sich teilweise sogar die Gesichter bemalt, um nicht erkannt zu werden.

Die Umzugsteilnehmer und die ihnen Zujubelnden wurden wurden ordentlich nass, ließen sich dadurch aber nicht von ihrem Vorhaben abhalten. Um den Zuschauern den anstehenden Regierungswechsel im Rathaus möglichst schmackhaft zu machen, warfen die Narren ihnen allerlei Süßigkeiten entgegen. Besonders bei den jüngeren Bürgern schien die Taktik voll aufzugehen.

Als der Tross die Innenstadt erreichte, stand Varels Bürgermeister Gerd-Christian Wagner schon bereit. Er hatte Flaschen mit von innen wärmenden Wasser dabei und verteilte dies Gläschenweise ans Volk. Dann empfing er die Hoheiten in einem extra errichtetem Bühnenbau auf dem Schlossplatz.

Den mitgebrachten Rathausschlüssel übergab er freiwillig und gut gelaunt an das neue Herrscherpaar Prinz Andreas II. und ihre Lieblichkeit Prinzessin Cathrin I. „Nun kann ich mich von der anstrengenden Arbeit ausruhen“, freute sich Bürgermeister Wagner und teilte den neuen Regenten allerdings mit, dass die Gehälter schon ausgezahlt seien und die Stadtkasse deshalb leer sei.

Der Prinz war jedoch nicht so sehr an dem Geld interessiert, sondern sorgte sich eher um das Miteinander seiner Untertanen.

Er verkündete sogleich, dass sich jedermann und jedefrau mit „Du“ anzusprechen habe, er verpflichtete alle zum Tanz, auch, wenn man nicht tanzen kann, als Gruß gilt fortan „Ahoi“ und wer nicht grüßt, der muss dem anderen ein Bier ausgeben. Als Belohnung für seine kostümierte Anhängerschaft, gewährt er Verkleideten an allen Kassen der Stadt Vorrang.

Nach der Machtübernahme zog die Gefolgschaft des Prinzen weiter durch die Straßen, um alle Einwohner darüber zu informieren. Mittlerweile hörte auch der Regen auf und viele Schaulustige jubelten dem Umzug zu.

Mit dabei waren beispielsweise die viel trinkende Fußgruppe „Superpromillis“, die „Orientierungslosen“, „Verrückte Hühner“ oder auch „Schneemann Blasco“ und die Garden der Karnevalsgemeinschaft. Viele Piloten waren mit einem zum Hubschrauber umgebauten Anhänger dabei, ebenso eine Puppenkiste und ein Wagen voller Schlümpfe. Handwerker meinten, sie bekämen für viel Arbeit wenig Geld und auf die sehr niedrigen Milchpreise wurde hingewiesen. Auch die Politik gehört zum Karneval.

Am Abend wurde der Machtwechsel groß gefeiert. Doch nicht zu früh gefreut: Denn am Aschermittwoch ist alles schon wieder vorbei.


Mehr Bilder unter   www.nwzonline.de/fotos-friesland 
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