• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Deals
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • Veranstaltungskalender
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
  • Über uns
 
NWZonline.de Region Friesland Kultur

THEATER: Verwirrspiel um „Agathe“ eine gute Wahl

26.01.2009

Noch acht Aufführungen

Weitere Aufführungen von „Agathe un ik“ sind am 27. und 30. Januar sowie am 1., 3., 6., 8., 13. und 15. Februar jeweils um 20 Uhr im „Tivoli“ in Varel.

Karten gibt es im Vorverkauf bei Schreibwaren Müller, Neue Straße 14, Varel, Tel. 04451/6222, 04451/2500.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den Corona-Update-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Mitwirkende: Harald Kaminski, Jan Fels, Andreas Frerichs, Christine Neubacher (Darsteller), Udo Kollstede (Regie), Angelica Sandelmann (Regieassistenz), Egon Loop (Bühnenbild), Elfriede Liere (Souffleuse), Jörg Hinrichs (Farbgestaltung), Dirk Brumund, Andreas Frerichs, Harald Kaminski, Jan Fels, Eckhard Müller-Wehlau (Bühnenbau), Hans-Walter Freels (Technik), Helga von Eßen, Wera Schwärmer, Nicole Beyer (Maske)

Die Komödie „Agathe un ik“ bietet Heiteres und Nachdenkliches. Noch achtmal hebt sich der Vorhang im „Tivoli“.

Von Peter Stange

Varel Es war ein höchst amüsanter Theaterabend, eine gelungene Premiere. Vor nahezu vollem Haus ging am Freitagabend im „Tivoli“ die Komödie „Agathe un ik“ der Niederdeutschen Bühne Varel über die Bretter. Es gab – zu Recht – rauschenden Schlussapplaus, mit vielen Vorhängen, und immer wieder Beifall, gelegentlich auch spontanes Juchzen, auf offener Szene.

Das Stück von Frank Pinkus, ins Niederdeutsche übertragen von Arnold Preuß, ist eine gute Wahl. Der Autor, groß geworden in der Hamburger Theater-Szene – über 50 Inszenierungen allein an der „kleinen Bühne Harburg“ – und seit 2003 als Dramaturg, Regisseur und Schauspieler in Weyhe tätig, ist offenbar nicht umsonst Shakespeare-Liebhaber. Seine „Agathe“ ist wahrhaft komödiantisch, bietet das schon klassische Verwirrspiel um Schein-Identitäten – ein Mann gibt sich als Frau aus –, mit vielen derb-deftigen Szenen, aber auch, bei aller Komik, Nachdenkenswertem.

Da sind zwei von Liebesunglück betroffene Brüder, Falk (Harald Kaminski), dem „schon drei Frauen abgehauen“ sind, und Klaas (Jan Fels), begabter, aber arbeitsloser Journalist, dem soeben seine große Liebe abhanden kam. Er schreibt ja so sensibel, vor allem über Frauen, die er zutiefst versteht (selbst von der Ungetreuen schwärmt er noch). Da hat Falk die zündende Idee, Klaas’ frauenversteherische Artikel dem Frauen-Magazin „Agathe“ anzubieten. Mit großem Erfolg. Man will ihn einstellen, hält ihn aber für eine Frau, wie überhaupt bei „Agathe“ nur Frauen schreiben; allein der Chefredakteur David (Andreas Frerichs) ist ein Mann. Also wird Klaas, unter fachkundiger Anleitung Falks (man probiert aus, welcher Busen passt, am Ende sind es die Orangen) zur Frau umdekoriert. Als solche, als Klara, macht er Furore.

David, leicht neurotisch, Mutter-abhängig und gegenüber Frauen kindisch-unreif, verliebt sich unsterblich in Klara, küsst ihr die „schlanken Füße“, steigert sich bis zum Heiratsantrag. So sehr dieses alles schief ist und schief geht, so sieghaft entwickelt sich eine andere Leidenschaft. Klara lernt die Schauspielerin Maya (Christine Neubacher) kennen, auch eine Liebesenttäuschte. Maya entdeckt in Klara alles, was ihr Verflossener nicht hatte: Sensibilität, Zärtlichkeit, Verlässlichkeit. Doch ist das wirklich eine Freundin? Da ist diese irritierende erotische Anziehung. Maya fragt sich, ob sie nun wohl „auf Frauen steht“. Klara muss sich das nicht fragen, sie tut es, jedenfalls auf Maya. Aber eben nicht als Klara, sondern als Klaas. Am Ende kommt alles, nach vielen Turbulenzen, in die Reihe, und auch David tut einen Entwicklungsschritt. Er gewinnt zwar noch immer nicht eine Frau, wohl aber die innere Voraussetzung dazu: Er emanzipiert sich von seiner Mutter.

Dieses alles, eine nicht ganz einfache Handlung mit auch innerer Entwicklung, wird in der sehr sinnvollen und pointierten Regie von Udo Kollstede (Assistenz: Angelica Sandelmann) sehr angemessen umgesetzt. Das gilt auch für die Akteure. Jan Fels meistert seine Doppelrolle geradezu mit Bravour. Aber auch Harald Kaminski, der im Höhepunkt der Turbulenzen auch noch eine Großmutter zu spielen hat, versteht sich sowohl auf die leisen Töne als auch auf das Derb-Komödiantische. Nicht minder überzeugend: Christine Neubacher als die nach aufrichtiger Liebe Suchende, und auch Andreas Frerichs, der es durchaus versteht, den Zwiespalt seiner Figur – intellektuell, als Chef, absolut kompetent, als Mann kläglich gehandicapt – deutlich zu machen. Das alles kommt natürlich sehr drastisch, in komödiantischer Zuspitzung, daher. Es ist einfach zum Lachen, aber doch auch nicht nur. Es wird auf niemandes Kosten gelacht, und ein bisschen zum Nachdenken ist das Stück auch.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.