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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Von der Seufzer-Allee zum Hafen

19.04.2016

Varel Warum heißt die Seufzer-Allee in Dangast eigentlich Seufzer-Allee? Diese Frage beantwortet Karl-Heinz Martinß beim Erlebnistag der Gästeführungen an diesem Sonntag, 24. April. Um 14 und um 16 Uhr lädt er Interessierte zum Spaziergang durch das Nordseebad ein. In Varel finden an diesem Tag parallel zwei weitere Gästeführungen statt. Die Teilnahme an den rund 30-minütigen Schnupperführungen ist kostenlos.

Dangast

Unter dem Motto „Das Geheimnis des Geest-Wald-Pfades“ geht es um die Kunst- und Kulturgeschichte von Dangast und um die Geschichte der Seebadeanstalt. Treff- und Ausgangspunkt punkt ist jeweils das Alte Kurhaus, An der Rennweide 46. Von dort startet auch der Dangaster Kunstpfad. Verteilt über den Ort zeigen Schautafeln den Blickwinkel, aus dem die Künstler der „Brücke“, Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff, Max Pechstein und Emma Ritter, ihre jeweiligen Motive für ihre expressionistischen Bilder gesehen haben.

Tag soll Lust auf Geschichte machen

Der Tag der Gästeführung soll Lust auf mehr machen. „Wir bieten über das gesamte Jahr Führungen an“, sagt Gästeführer Karl-Heinz Martinß. Die Stadtführungen werden zudem immer umfangreicher und themenorientierter, ergänzt Helga von Eßen. So steht zum Beispiel der Vareler Schlossplatz im Mittelpunkt, die jüdischen Mitbürger oder bedeutende Frauen in Dangast.

Die Vareler Gästeführer tragen das Abzeichen „Gästeführen mit Stern“ (rundes Bild). Die Qualifizierung umfasst 135 Unterrichtsstunden. Der Ausweis bleibt drei Jahre gültig und wird nur bei Fortbildungen verlängert.

Die „Seufzer-Allee“ in Dangast befindet sich übrigens in einem kleinen Waldstück hinter dem Alten Kurhaus. „Damals standen dort viele Bänke und man konnte direkt in den Sternenhimmel sehen“, verrät Karl-Heinz Martinß. „Und dann seufzten die Frauen: ,Oh, wie ist das schön‘.“

Varel

Durch das alte Vareler Siedlungsgebiet führt Helga von Eßen ihre Gäste am Sonntag. Sie begibt sich auf die Suche nach Orten, „wo die Mägde und Kutscher wohnten“. Treffpunkt ist auf dem Schlossplatz. „Es ist verbrieft, in welchen Straßen die Bediensteten des Vareler Schlosses wohnten“, sagt die qualifizierte und zertifizierte Gästeführerin (siehe Infobox).

„Das lässt sich belegen anhand von Steuernachweisen, die damals schon geführt wurden.“ Das alte Vareler Stadtschloss stand auf dem Schlossplatz und wurde 1871 abgerissen. Eine Stück rekonstruierte Mauer erinnert an das Gebäude.

Unter anderem geht es in die Schüttingstraße mit ihrer Kneipenkultur. „In der Langen Straße stelle ich die einst dort ansässige Spinnerei und Weberei Ruschmann & Co. vor“, sagt Helga von Eßen. Auch architektonische Informationen gibt sie und weist unter anderem auf das Haus in der Langen Straße 2 mit dem charakteristischen Perückengiebel hin.

Vareler Hafen

„Hafenbuttjer“ Gerold Lüken nimmt seine Gäste mit auf eine Spurensuche durch den Vareler Hafen. Treffpunkt ist das Hafenkontor, Am Hafen 8. „Es geht zu besonderen Fischereibetrieben mit der Frage: Was hat sich verändert“, erläutert Gerold Lüken. Und verändert hat sich am Vareler Hafen einiges, betont er: „Es hat einen Wandel von der Fischerei zu Gewerbebetrieben gegeben.“

Ein Beispiel sei die Firma Deharde. Diese baut künftig Teile für das Airbus-Großraumflugzeug „Beluga“ (die NWZ  berichtete). „Diese werden dann über den Hafen verschifft nach Nordenham und Hamburg, und von dort geht es weiter nach Toulouse in Frankreich“, sagt Lüken. Seine Führungen sind gespickt mit erlebten Geschichten und allerlei Döntjes.