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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Von Fliegern und Zeppelinen

20.08.2015

Wittmund Die Geschichte der Fliegerei, aber auch Nachkriegsfahrräder mit Hilfsmotor, alte Druckmaschinen und Bilder: Es ist eine interessante Sammlung, die das Robert von Zeppelin- und Fliegermuseum Wittmund an der Drostenstraße zeigt. Vor rund zehn Wochen feierte das kleine Museum, das als Vereinsinitiative entstanden ist, Eröffnung. Seitdem haben die Initiatoren schon zahlreiche Besucher gezählt.

„Wir freuen uns besonders, dass Robert von Zeppelin Namensgeber unseres Museums ist“, sagt Rüdiger Teßmer. Der Heidelberger hat mit dem ehemaligen Wittmunder Stadtarchivar Johannes Mennen wesentlichen Anteil an der Entstehung der Einrichtung des Museums gehabt. Namensgeber Robert von Zeppelin, der in den USA lebt, ist ein Großneffe des Grafen Ferdinand von Zeppelin (geb. 8. Juli 1838 in Konstanz, gestorben 8. März 1917 in Berlin), der die fliegenden Zigarren erfunden hat.

Stücke aus den USA

Der Amerikaner verfügt über ein reiches Arsenal an Exponaten aus der Fliegerei und über Zeppeline und stellte dem neuen Museum mehrere Stücke aus seinem Fundus zur Verfügung, darunter auch die Uniform eines Marinesoldaten aus dem Ersten Weltkrieg. Denn die Geschichte der Fliegerei in Wittmund begann nicht mit der Luftwaffe, sondern mit der Marine.

Die fuhr seit 1916 von Wittmundhafen aus mit drei Zeppelinen Angriffe in Frankreich. Teilweise waren aber in Wittmund bis zu zehn der fliegenden Zigarren vorhanden, sagen die Betreiber des Museums, Johannes Mennen, Friedrich Janssen, Reiner Binder, Peter Ziehlke, Rüdiger Teßmer und Gerd Nigg. Auch ein Jeveraner hat mitgeholfen, das neue Museum zu verwirklichen: Udo König aus Jever baute ein Modell der Kleinbahnerschließung des Flugplatzes Wittmundhafen.

Auf rund 300 Quadratmetern zeigt das Museum Modelle des Flugplatzes Wittmundhafen, von Zeppelinen und Flugzeugen und informieren auf zahlreichen Tafeln über die Geschichte der Fliegerei.

Neun Jahre hat die Vorbereitung bis zur Eröffnung gedauert. Und es war nicht der erste Anlauf zur Gründung eines Luftfahrtmuseums in Wittmund. Bereits vor 25 Jahren entstand die Idee zur Gründung eines Zeppelin-Museums mit Gastronomie auf dem Schützenplatz. Sie scheiterte am mangelnden Geld.

„Es war ein langer, schwieriger und steiniger Weg mit Fortschritten und Rückschlägen. Aber der harte Kern des Vorbereitungsteams hat sich nicht entmutigen lassen“, schreibt Teßmer im Vorwort zu einem neuen Buch über die Fliegerei in Wittmund. Der ehemalige Wittmunder hatte 2005 das von Mennen verfasste Buch „Luftschiffe über Ostfriesland“ erworben und es seinem Freund Friedemann Klaffke, einem Mitarbeiter der Auto- und Technik-Museen in Sinsheim und Speyer gezeigt. Der war begeistert, brachte Teßmer mit Robert von Zeppelin zusammen, der ebenfalls sofort seine Unterstützung zusagte.

Das war die Geburtsstunde für den zweiten Anlauf zur Museumsgründung in Wittmund. Es ging um ein Konzept, die Standortsuche und die Einbindung des Richthofen-Geschwaders, das über eine militärhistorische Sammlung verfügt.

Ein Glücksfall war für die Initiatoren das Zusammentreffen mit dem Druckereiinhaber Friedrich Janssen. Der heutige Vorsitzende des Vereins „Robert-von-Zeppelin- und Fliegermuseum Wittmund“ war sofort begeistert. Er kaufte ein Haus an der Drostenstraße und stellte es dem 2013 gegründeten Verein zur Verfügung. 15 Monate lang arbeiteten Mitglieder ehrenamtlich in dem Gebäude. Integriert wurde die Sammlung des ehemaligen Stadtarchivars Johannes Mennen, der auch zahlreiche Zeppelin-Modelle gebaut hat.

Auf die spätere Geschichte der Fliegerei wird in Vitrinen mit Flugzeugmodellen aufmerksam gemacht. Ein besonderer Blickfang ist dabei das Modell einer Phantom, das wie der Dreidecker des Freiherrn Manfred von Richthofen rot lackiert wurde.

Doch die Fluggeschichte ist nur eine Säule des Museums. Reiner Binder stellt 15 Fahrräder mit Hilfsmotor aus. „Jedes davon ist einmalig und eine Rarität“, sagt er. Und auch im Jeverland sind die „Quickly“-Fahrräder bekannt und beliebt – mehrmals fanden bereits Quickly-Treffen in Middoge statt (die NWZ  berichtete).

Viele helfen mit

Der Hausbesitzer stellt zusätzlich Historisches aus dem Druckgewerbe aus und im Obergeschoss entstand eine Galerie mit Bildern. Der Erlös soll dem Museum zugute kommen. Im Eingangsbereich wurde eine ostfriesische Teestbe als fünftes Standbein eingerichtet.

Für die geschichtliche Aufarbeitung der Sammlungen gewann der Verein den Historiker Peter Ziehlke. Flugplatzmodelle aus dem Zweiten Weltkrieg und vom heutigen Nato-Flugplatz, auf dem Eurofighter stationiert sind, baute Gerd Nigg.

Der Wittmunder Maler Harry Fisch schuf für das Zeppelin-Museum Bilder mit Flugszenen, Fritz Drost baute Flugzeugmodelle und mit dem „Modell-Bahn-König“ Udo König aus Jever wurde ebenfalls ein Mitstreiter gefunden.

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