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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Flegelbeer bleibt Manslüsaak

11.02.2019

Waddewarden Na sowas: Eine Frau hat bei der Flegelbeer-Vorbesprechung das erste und das letzte Wort: Bettina Demker, Wirtin des Waddewarder Hofs, hatte die Sänger aus Horumersiel, Waddewarden, Carolinensiel, Wittmund und Hohenkirchen begrüßt – und gleich für den ersten Schluck gesorgt. Und am Ende, nachdem die Updrögt Bohnen verspeist und mit Schluck heruntergespült waren, verabschiedete sie die Männer auch. Da konnte sich Obmann Aike Brahms nur wundern: „Wenn das mein Opa wüsste, dass zuallererst eine Frau etwas sagt bei der Vorbesprechung. . .“

Da hatten die Männer der fünf Chöre, die sich im Waddewarder Hof unter Vorsitz der Flegelbeer-Obmänner Aike Brahms und Bernhard Eden zur Vorbereitung des Traditionsfests getroffen hatten, aber ein Gesprächsthema.

Denn auch wenn noch immer gilt „Flegelbeer is Manslüsaak“ – die Frauen spielen eben doch die ganze Zeit eine Rolle. Zum Beispiel, als Bernhard Eden beklagt, dass die Flegelbeer-Runde immer kleiner wird: „Beim Frauenkarneval sind mehr als 300 Frauen dabei und man muss Leute wegschicken, so groß ist der Andrang“, wunderte er sich. Sein Appell: „Helft mit, zu überlegen, was wir ändern können, damit das Flegelbeer erhalten bleibt.“

Für Günter Hiller, musikalischer Leiter der Wittmunder Hans-Hermann-Singer, steht bereits fest: „Wir werden irgendwann dahin kommen, dass wir ohne Frauen beim Flegelbeer nicht klarkommen.“ Eden konterte: „Eines kannst Du mir glauben: so lange ich Flegelbeer-Obmann bin, bleibt Flegelbeer Manslüsaak!“

Das 139. Flegelbeer findet am Samstag, 9. März, in der Alten Pastorei Middoge statt. Beginn ist wieder um 20 Uhr. Dann sind alle Männer – egal, ob Chorsänger oder nicht – zum vergnüglichen Abend mit Döntjes und Gesang eingeladen.

Für Middoge habe man sich entschieden, weil dort die Atmosphäre und die Akustik stimmen, berichteten Hermann Wilken, Flegelbaas von „Eintracht“ Waddewarden und Enno Janßen – der Männergesangverein ist in diesem Jahr Ausrichter. „Das einzige, was wir mitbringen müssen, sind unsere Spruchtafeln ,Flegelbeer is Manslüsaak‘ und ,Wi kamt tosammen un wi verstaht uns‘“, sagte er: „Und Zeit und Lust für einen kommodigen Abend.“

Damit erst gar nicht der Vorwurf von Schwarzgastronomie aufkommen kann, hat Wilken das vorab bei der Gemeinde geklärt: „Weil es eine Traditionsveranstaltung ist, dürfen wir in Middoge feiern.“ Und zudem übernimmt Wirt Kalli Reiners aus Tettens Ausschank und Catering, die Dorfgemeinschaft um Ekke Schoof stellt die Räume.

Dass das Frauenthema seit vielen Jahren schon schwelt, zeigte der Blick ins Protokollbuch: Gerold Bünting, Flegelbaas der Hans-Hermann-Singer, verlas das Protokoll des Flegelbeers 1978 – und darin wird berichtet, dass zum ersten Mal eine Frau teilnahm: Dirigentin Karmann vom Waddewarder Chor. „Eventuell bekam sie einen falschen Eindruck vom Fest, weil die Witze nicht ganz stubenrein waren“, heißt es sinngemäß im Protokoll: Es müsse darauf geachtet werden, dass das Niveau hoch bleibt – deftig darf es schon sein, zugleich gilt: „stubenrein muss es sein“.

Melanie Hanz Agentur Hanz / Redaktion Jever
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