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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Tradition: „Dat is fief na twelf bi’t Fleegelbeer“

10.02.2020

Waddewarden Wenn schon am frühen Vormittag der Schluck auf den Tischen steht, der Duft von Updrögt Bohnen in der Luft hängt und man in Waddewarden lauten Männergesang vernimmt – dann ist die Vorbesprechung fürs Flegelbeer wieder in vollem Gange. So haben sich wie immer am ersten Samstag im Februar die Männerchöre aus Hohenkirchen, Waddewarden, Wittmund, Carolinensiel und Horumersiel im Waddewarder Hof eingefunden, um das 140. Flegelbeer zu planen.

„Ik frei mi dat wi hüüt tosamen komen sünd“, sagt Obmann Aike Brahms zur Begrüßung. Und dann wird auch schon gesungen und mit „Grüß Gott“ traditionell die Vorbesprechung musikalisch eröffnet. Mit vielen alten und auch neueren Geschichten über die fünf Chöre erwies der zweite Vorsitzenden aus Waddewarden, Enno Janßen, der Tradition des Flegelbeers die Ehre.

Unter dem Motto „Wi kamt tosamen un wi verstaht uns“ wurde auch diese Flegelbeer-Vorbesprechung zu einem harmonischen Fest. Hauptthema war natürlich das am 14. März stattfindende 140. Fest der Männerchöre. Die Tradition des Flegelbeer gibt es seit 1880 und sie ist einmalig in unserer Region. Hintergrund ist die Landwirtschaft: Wenn früher das letzte Getreide gedroschen war, hat der Bauer ein Fest ausgerichtet – das war das Flegelbeer. „Diese Tradition wollen wir aufrecht erhalten“, betont Enno Janßen.

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Das 140. Flegelbeer wird auch in diesem Jahr wieder in Middoge in der Alten Pastorei ausgerichtet, Gastgeber sind der Carolinensieler Chor und Flegelbaas Hero Becker. Geplant werden musste nicht viel – die richtige Anordnung der Tische für die beste Akustik und die Bewirtung wurden kurz besprochen – dann folgten ernstere Themen. „Wir müssen leider mitteilen, dass Hohenkirchen in diesem Jahr das letzte Mal am Flegelbeer teilnimmt“, verkündet Ellmer Cramer aus Hohenkirchen. Da sitzt der Schock tief. Denn den Männerchören gehen die Mitglieder aus. So wird viel überlegt, was die Chöre besser machen können. „Da is gewaltig stuhr jung Lü in de Chöre zu kriegen“, sind sich alle einig.

Hermann Wilken aus Waddewarden schlägt den anderen Chören vor, die Veranstaltung kommerzieller und jünger zu gestalten. „Dat is fief na twelf bi’t Fleegelbeer“, betont Hermann Wilken. Er forderte die anderen Teilnehmer dazu auf, sich Gedanken zu machen um die Zukunft. „Sonst is dat Lücht in twee of dree Johr ut“.,

Eine wichtige Veränderung bei den Chören ist die Öffnung für weibliche Mitglieder. So stimmt der Spruch „Flegelbeer is Mannslüüsaak“ nicht mehr ganz. Neben Akkordeonspielerin Gretje Van der Wielen bei den Horumersieler Liekedeelern hat auch bei den Carolinensielern eine Frau das Ruder in die Hand genommen. „Caroliensiel hat jetzt eine Chorleiterin – Gabriele Stolzenberg-Mühr“, berichtet Enno Janßen. Und der Männerchor ist begeistert von ihrer Leitung. „Wir müssen bei ihr tüchtig üben und die hält uns immer auf dem Laufenden“, erzählen die Carolinensieler.

Eine Herzensangelegenheit der Männerchöre ist der Erhalt der plattdeutschen Sprache. „Wi willt Platt erhollen un dorum möt wi ok Platt mitnanner schnacken“, ermahnt Obmann Bernhard Eden die anderen, während den Veranstaltungen kein Hochdeutsch zu sprechen. Er fordert die Männer auch dazu auf, viel mehr Platt mit den Kindern zu sprechen, um die Sprache zu wahren. „Uns eegen Kinner un Enkelkinner könt ehr Moodersprak nicht mehr – dat is een Blamage“, sagt auch Gerold Bünting aus Wittmund.

Plattdeutsch, Singen und Updrögt Bohnen – das gehört bei der Flegelbeer-Vorbesprechung einfach zusammen. Für die Bewirtung geht es alljährlich in den Wadderwarder Hof. Denn Heiko Demker kocht die besten Updrögt Bohnen in der Region, da sind sich alle einig. „Ich habe heute 40 Kilo Bohnen verarbeitet“, erzählt Koch Demker. Und dass es schmeckt, kann man hören. Denn beim Essen sind die Männerchöre plötzlich ganz still. Nicht mal ein Wort Platt ist mehr zu hören . . .

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