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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Brachenvogel, Gübitz und „Gans Schwarz“

11.09.2018

Wangerland Er ist ein leidenschaftlicher Aktzeichner: Regelmäßig organisiert er für das Künstlerhaus Hooksiel das freie Aktzeichnen. „Mir geht es dabei um die Linie“, sagt Grafiker Andreas Reiberg. Beim Zeichnen des Modells probiere er den Strich aus, den er dann in anderen Zeichnungen anwendet. „Das Modell ist dabei gar nicht so wichtig“, meint er.

Zur „Atelierroute“ auf der ostfriesischen Halbinsel am Wochenende schauten viele Interessierte bei Reiberg vorbei und ließen sich erklären, was er dort so zeichnet. „Ich bin ja nicht so der Typ, der sich in Ausstellungen präsentiert“, sagt Reiberg: „Da ist die Atelierroute eine schöne Gelegenheit, um zu zeigen, was ich tue.“

Den genannten Strich wendet Reiberg dann etwa in seiner Serie „Vogelheiten“ an. Das sind Zeichnungen von Vögeln der Küste, die durch ihre Titel und beim genauen Hinsehen die Probleme zeigen, mit denen die Vögel in der landwirtschaftlich geprägten Landschaft zurechtkommen müssen. „Brachenvogel“ heißt etwa eine Zeichnung eines Brachvogels – „es gibt mittlerweile viel zu wenige Brachen“, erklärt Reiberg.

Der „Gübitz“ ist der Gülle-Kiebitz – inspiriert von einem Feld bei Tettens, das schwarz war vor Gülle. Und mittendrin tummelte sich eine Schar Kiebitze. Und dann gibt es auch noch die „Gans Schwarz“ oder die Ente, in deren Skelett Reiberg den Menschen in demütiger Haltung eingearbeitet hat.

Eine weitere Serie an den Wänden seines Ateliers in Dauenstrift: Kühe – alle haben skurril verformte Leiber. „Ich bin hier ja mittendrin“, sagt Andreas Reiberg und deutet aus dem Fenster. Sein Atelier, ein ehemaliger Stall, steht dicht am Deich, umgeben ist es von landwirtschaftlichen Betrieben.

Und dem Wildschwein widmet er sich zurzeit ebenfalls. „Nachdem es zum Abschuss freigegeben wurde, habe ich mich etwas intensiver mit dem Wildschwein befasst – das ist ein sehr edles und ästhetisches Tier.“ Und das zeigen auch seine Zeichnungen und Skizzen.

Im Atelier am Hohenstiefersiel von Karin Mennen steht die „Venus Solanum“ auf einem Sockel – die Kartoffelvenus. Noch immer ist die Künstlerin ganz begeistert von ihrer Ausstellung in der europäischen Kulturhauptstadt Leeuwarden. Denn bei „potatoes go wild“ stand die Kartoffel, die nördlich Leeuwardens gezüchtet wird, im Mittelpunkt.

„Ich will wieder mehr bildhauerisch arbeiten“, sagt Karin Mennen. Die Kartoffelvenus zeigt eine hockende Frau, die ein Baby am Körper birgt – die Form der Bronze-Skulptur ist der Kartoffel nachempfunden.

Zuletzt arbeitete sie mit Sedimentationsbilder: Die entstehen, indem sie teilweise fertig bemalte Leinwände, aber auch Nesselstoff oder Kartoffelsackjute im Watt „aussetzt“. Darauf lagern sich Sedimente – Plankton, Tierspuren, Schlick – ab und liefern so eine Art Selbstporträt des Wattenmeeres. Schilder mit „Experiment“ darauf und ihrer Telefonnummer hatte sie neben ihren Leinwänden im Watt angebracht. „Und dennoch gab es immer wieder Leute, die die Leinwand einfach weggenommen haben  und erst hinterher angerufen haben“, erzählt sie. Und manche Leinwand blieb auch einfach verschwunden.

Melanie Hanz
Agentur Hanz
Redaktion Jever
Tel:
04461 965311

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