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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Premiere: Wenn böse Buben Hühner klauen

15.11.2011

JEVER Max und Moritz stürmten bei der Theaterpremiere am Sonntagnachmittag im Zimmertheater im Lokschuppen nicht nur die Bühne, sondern gleich den gesamten Theatersaal. Die beiden Lausbuben waren ihrem Märchenbuch entsprungen und spielten den schrulligen Dorfbewohnern vor ausverkauftem Haus viele Streiche. Belohnt wurden sie mit Gelächter und Beifall.

Das Theaterstück „Max und Moritz“ von Jürgen Peter nach den Lausbubenstreichen von Wilhelm Busch, das Regisseurin Elke Münch jetzt mit dem Jever-Art-Ensemble als Stück für die Vorweihnachtszeit inszeniert hat, begeisterte bei der Premiere am Sonntag im Lokschuppen Erwachsene und Kinder gleichermaßen – auch wenn die Anzahl der Erwachsenen im Publikum die der Kinder bei weitem überstieg.

Die Vorlage von Wilhelm Busch wurde leicht „entschärft“. Dass bei den Streichen von Max und Moritz, brillant gespielt von Sylvia Sievers-Peeks und Annika Theiß, etwa die Hühner von Witwe Bolte (Daniela Cordes) sterben oder der Schneidermeister Böck (Joachim Malkeit) fast ertrinkt, kommt in der Theaterinszenierung des Jever-Art-Ensembles eher als ungeplante „Panne“ daher. Eigentlich wollten die zwei Lausbuben doch nur die Hühner ärgern, weil Witwe Bolte über Max und Moritz hergezogen war und ihr das Federvieh doch „das Liebste ist“. Als Witwe Bolte entdeckt, dass ihre Hühner tot sind, ist sie zunächst bestürzt, beschließt dann aber, ein Dorffest zu feiern und die Hühner in der Pfanne zu braten. Max und Moritz, von Hunger getrieben, stibitzen die Hühner mit Hilfe einer Angel durch den Schornstein und sorgen damit für Aufregung.

Dem Schneidermeister Böck stellen sie nur deshalb eine Falle, weil sie sich für sein Fehlverhalten gegenüber Tante Frieda (Hanne Scarlatescu) rächen wollen. Er hatte Witwe Bolte und Tante Frieda mit einem Knüppel verhauen, weil er sie fälschlicherweise für Max und Moritz hielt.

Aber nicht nur Max und Moritz sind wahre Lausbuben. Denn während die beiden keine wirklich bösen Absichten haben und eher naiv agieren, sind die Dorfbewohner oft intrigant, lästern, schließen einzelne aus der Gemeinschaft aus, suchen in Max und Moritz ihre „Sündenböcke“ und gucken sich nach fremden Männern oder Frauen um, während die Partner abgelenkt sind.

Und so ist das Theaterstück dann auch kein Lehrstück für Kinder, sondern eher eines für Erwachsene: hinter der heiteren Fassade und den bunten Kostümen schwelt eine intelligente Gesellschaftskritik.

In weiteren Rollen sind Jürgen Theiß (Lehrer Lämpel), Bernd Brehm (Bauer Mecke), Horst Hinkel (Meister Müller), Michael Schmidt (Bäckermeister) und Christa Otten (Frau Böck) zu sehen. Ein großes Lob geht an alle Schauspieler für ihre Leistung – so muss Theater sein – aber auch an Regisseurin Elke Münch, die das Beste aus dem Ensemble heraus geholt hat. Als Produktionsleiter hielt Jacky Rieling die Fäden in der Hand. Auch Bühnenbild (Joachim Malkeit) und die Kostüme (Roswitha Theiß) sind sehr gelungen und verleihen dem Stück zusätzlichen Charme.

 @ Mehr Bilder im Internet unter http://www.NWZonline.de/fotos-friesland

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