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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Wieder voller und weicher Klang

16.06.2015

Middoge Volltönend klingen die tiefen, hell und klar die hohen Töne: Die Orgel in der Middoger Kirche verleiht der Lobpreisung des Herren wieder die richtige Melodie und Klangfülle. Und das konnte das ehrwürdige Instrument am Sonntagnachmittag in einem besonderen Gottesdienst mit viel Musik unter Beweis stellen.

„Sie hat wieder einen vollen und weichen Klang“, schwärmt Organistin Johanna Meents. „Ich spiele sie jetzt wieder sehr gerne, sie ist zwar klein, aber sie klingt wunderschön“, sagt sie. Dass die 23-Jährige so ins Schwärmen gerät, das liegt auch an Orgelbauer Martin Wurm aus Neustadtgödens. Wie berichtet, hat er die sanierungsbedürftige Orgel 2014 auseinandergebaut, gereinigt und zerstörte Teile ersetzt. Notwendig geworden war die Sanierung, weil die Bausubstanz des Middoger Gotteshauses in Verbindung mit der Luftfeuchtigkeit offenbar für ein problematisches Mikroklima gesorgt hat, das vor allem die Orgelpfeifen über viele Jahre korrodieren ließ.

Zudem sorgten weißer Schimmelbelag, der sich auf den Holzflächen im Inneren der Orgel ausgebreitet hat, und Grünspan auf den Abzugsdrähten der Tonventile für größeren Sanierungsaufwand. Wurm hat Register der Orgel ausgetauscht und neue Orgelpfeifen eingebaut, die er gebraucht über die Hannoversche Landeskirche erstanden hat.

„Vor der Sanierung bin ich beim Gottesdienst oft ins Schwitzen geraten, weil wieder ein Ton aussetzte oder nicht so klang, wie er sollte“, erinnert sich Johanna Meents. „Zum Schluss habe ich die Orgel nicht mehr gerne gespielt“, sagt sie.

Und dabei wollte sie schon als Kinder Organistin werden – „wie meine Tante“, sagt sie. Zur Orgel in Middoge hat sie ein besonderes Verhältnis: „Das ist meine liebste Orgel“, sagt sie und streicht vorsichtig über die Tasten des Instruments.

Die Orgel wurde 1926 von der bekannten Orgelbauerfamilie Rohlfing aus Osnabrück gebaut und ersetzte die alte Orgel von 1860.

1960 wurde das hörbare Werk von Orgelbauer Führer aus Wilhelmshaven eingebaut. Seit 1933 hatte Führer die Pflege der Orgel im Auftrag übernommen. 1972 und 1992 hat die Wilhelmshavener Firma das Instrument noch einmal gereinigt und überholt.

Gut 20 000 Euro hat die Sanierung der Orgel laut Pastor Fritz Weber gekostet: „Eine mächtige Stange Geld für eine so kleine Gemeinde mit nur 250 Mitgliedern“, sagt er.

Deshalb sei er sehr dankbar für die Finanzierung des Projekts durch die Kirchenbaustiftung Oldenburg und die Philipp-Orth-Stiftung. „Alleine hätten wir das nicht stemmen können.“

Am Sonntag nun wurde die Orgel der Gemeinde offiziell vorgestellt, zwar ist sie schon seit Herbst vergangenen Jahres wieder vollständig an Ort und Stelle und Organistin Johanna Meents hat auch schon einige Male auf ihr gespielt, ihren schönen Klang konnte die Gemeinde bei diesem Gottesdienst aber noch mal besonders genießen.

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