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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Naturschutzstiftung: Selbst „Unkraut“ ist willkommen

19.10.2020

Wittmund /Friesland Herbstzeit ist Pflanzzeit – deshalb startet die Naturschutzstiftung Friesland-Wittmund-Wilhelmshaven mit den ersten Pflanzarbeiten für einen Garten mit Nahrungspflanzen für Mensch und Insekten: Der Garten ist Teil des interkommunalen Projekts „Biodiversität“, das im September eine Landes-Förderung in Höhe von 303 000 Euro für zwei Jahre erhalten hat.

Das Projekt „Schaufenster Biodiversität“

Das Projekt „Schaufenster Biodiversität“ der Naturschutzstiftung Friesland-Wittmund-Wilhelmshaven wird in enger Zusammenarbeit mit den Unteren Naturschutzbehörden der Landkreise Friesland und Wittmund sowie Wilhelmshavens durchgeführt. Das Land fördert das Projekt mit 303 000 Euro. Die Maßnahmen:
 Aufwertung artenarmer Grünlandflächen in Wilhelmshaven mit artenreicher Regio-Saatmischung.
 Bau eines Fledermausquartiers samt Monitoringanlage im FFH-Gebiet Kollrunger Moor mit Datenerfassung über Vorkommen und Häufigkeit von Fledermausarten.
  Renaturierung des Gewässerdreiecks Woppenkamper Bäke - Zeteler Tief.
 Waldpflege in kleinen Waldparzellen in Friesland und Wittmund.
 Förderung der Biodiversität in der Agrarlandschaft zusammen mit Landwirten.
  Veranstaltungsreihe Biodiversität mit Vorträgen, Workshops und Exkursionen.

Mehr Infos unter www.dienaturschutzstiftung.de

Der Natur- und Kulturgarten entsteht vor dem Stiftungsgebäude im Wittmunder Wald. Er wird drei Schwerpunkte haben, um zum Erhalt der biologischen Vielfalt und speziell auch der regionalen Sortenvielfalt beizutragen:

 Alte Kulturpflanzen aus Ostfriesland wie die „Ostfriesische Palme“ oder die weiß-rote Bohne „Wittmund“ werden auch zur Saatgutgewinnung angepflanzt.

 Kräuterecke für Wildbienen, Falter und Menschen mit Salbei, Thymian, Minze und anderen Küchenkräutern.

 Ein Bereich wird freigehalten für so genannte Spontanentwicklung: Da dürfen sich Löwenzahn, Brennnessel und andere Wildpflanzen ansiedeln – sie alle sind Insektenfutter.

„Wir möchten zeigen, wie ökologisches Gärtnern, also Gärtnern ohne Schädlingsbekämpfung und Kunstdünger und mit natürlichen Kreisläufen als Vorbild aussehen kann“, erklärt Dr. Ilka Strubelt, Geschäftsführerin der Naturschutzstiftung. Projektmitarbeiter Thomas Linß betont: „Wir achten vor allem auch auf den Klimaschutz beim Gärtnern, indem wir zum Beispiel nur torffreie Erde verwenden, Material recyclen und organische Küchen- und Gartenabfälle kompostieren, um so unseren eigenen Dünger herzustellen.“

Informationsmöglichkeiten zu Themen wie Sortenvielfalt, nachhaltige Gartensysteme und Nahrungspflanzen für Insekten werden ebenfalls erarbeitet.

Die 2006 von den Landkreisen Friesland und Wittmund, der Stadt Wilhelmshaven und dem Brauhaus Jever gegründete Naturschutzstiftung will damit dazu beitragen, regional typische Lebensräume zu erhalten und zu entwickeln.

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