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NWZonline.de Region Friesland Kultur

So wichtig ist der Abschied

04.09.2019

Zetel Wenn ein Familienmitglied stirbt, kommt unglaublich viel auf die Angehörigen zu. Sie müssen stark sein, Entscheidungen treffen und viel organisieren. Aber sie müssen auch trauern. „Die Angehörigen sind bei einem Todesfall schnell seelisch überfordert“, sagt Pastorin Sabine Indorf von der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Zetel. Sie will zusammen mit Detlef Kant vom Friedhofsausschuss der Kirchengemeinde und Nina Brokmann von der Friedhofsverwaltung aufklären. Denn: „Der Tod gehört zum Leben. Und es ist wichtig, sich schon vorher damit auseinanderzusetzen“, sagt Detlef Kant.

Für den Tod vorsorgen

Am besten für alle sei es, sich schon zu Lebzeiten mit dem eigenen Tod auseinanderzusetzen, sagt Detlef Kant. „Ich rate allen Eltern: Sprechen Sie mit Ihren Kindern darüber, was Ihnen für Ihre Bestattung wichtig ist.“ Möchte jemand in einem Sarg bestattet oder eingeäschert werden? Welche Musik soll bei seiner Beerdigung gespielt werden und was soll auf seinem Grabstein stehen? „All diese Fragen stellen sich die Angehörigen nach dem Tod, doch dann sind sie damit alleingelassen. Es ist eine Entlastung für alle, wenn diese Dinge vorher schon besprochen werden.“

Detlef Kant und Pastorin Sabine Indorf raten auch den Kindern, ihre Eltern darauf anzusprechen, wie sie sich ihre Bestattung wünschen. „Der Tod ist immer noch ein Tabu. Aber es ist so wichtig, dass wir darüber sprechen. Man darf die Angehörigen damit nicht im Regen stehen lassen“, sagt Detlef Kant.

Es gibt sogar Vorsorgeverträge, die bis ins Detail regeln, welche Bestattungsform gewählt wird, wie der Abschied aussehen soll und wer die Grabpflege übernimmt. „Wer sich zu Lebzeiten mit dem Tod beschäftigt, kann das Leben noch mehr wertschätzen“, sagt Pastorin Sabine Indorf.

Tod zu Hause

Weil der Gedanke, dass ein Leichnam im Haus ist, viele Hinterbliebene überfordere, sei der erste Impuls oft: Der Verstorbene muss sofort abgeholt werden. Pastorin Sabine Indorf sagt: „Früher war das anders. Es gab Rituale, der Verstorbene wurde aufgebahrt und die Nachbarn, Freunde und Verwandten sind gekommen, um sich zu verabschieden. Das hatte alles seinen Sinn. Diese Rituale haben den Hinterbliebenen geholfen, Abschied zu nehmen.“ Und diesen Abschied können Angehörige auch heute noch haben. „Der Verstorbene darf 32 Stunden zu Hause bleiben.“

Stirbt ein Angehöriger zu Hause, sei es also wichtig, zunächst einen Arzt und einen Bestatter anzurufen. Der Arzt stellt den Totenschein aus und der Bestatter besucht die Angehörigen zu Hause und bespricht mit ihnen das weitere Vorgehen.

Der Abschied

Wer sich einen Abschied vom Verstorbenen zu Hause wünscht, kann entweder eine kirchliche Aussegnung oder eine weltliche Abschiednahme wählen. Bestatter und Pastoren beraten die Hinterbliebenen.

Unabhängig davon, ob der Mensch zu Hause, in einem Krankenhaus oder Seniorenheim gestorben ist, kann die Aussegnung oder die Abschiednahme eines Zetelers auch in der Kreuzkapelle in Zetel stattfinden. Der Bestatter bringt den Verstorbenen dort hin. Es gibt in der Kreuzkapelle auch die Möglichkeit, den Leichnam bis zum feierlichen Abschied zu kühlen, denn oft müssen Angehörige dafür erst anreisen.

„Es ist unglaublich wichtig, Abschied zu nehmen. Wer sich die Zeit nimmt, sich zu dem Verstorbenen hinzusetzen, ihn vielleicht zu berühren, der kann den Tod wahrnehmen und begreifen. Es hilft beim Abschiednehmen und ich finde, es erweist dem Toten auch die letzte Ehre“, sagt Pastorin Sabine Indorf. „Natürlich ist es ein schwerer Weg. Begleitung in dieser schweren Stunde dürfen alle Gemeindeglieder in Anspruch nehmen.“

Der Bestatter kann dabei helfen, den Leichnam vor der Aussegnung oder der Abschiednahme herzurichten und dafür zu sorgen, dass der Anblick den Hinterbliebenen leichter fällt und das letzte Bild des Verstorbenen ein friedliches ist.

Die Beerdigung

Es sind die Angehörigen, die entscheiden, wie der Verstorbene beerdigt werden soll. In Zetel gibt es nur einen Friedhof – alle, ob sie einer christlichen Kirche angehören oder kein Mitglied einer Kirche sind, werden auf dem Friedhof an der Bohlenberger Straße beerdigt. Es gibt verschiedene Möglichkeiten: die Erdbestattung, die Urnenbestattung mit Einfassung, Grabstein oder Holzkreuz, die Urnenbestattung auf dem Rasenfeld oder in der Urnengemeinschaftsanlage.

Die Friedhofsverwaltung der Gemeinde Zetel berät die Angehörigen gerne, was für Möglichkeiten es gibt und welche Kosten auf die Angehörigen zukommen. Ein Wahlgrab (Erdbestattung) kostet beispielsweise 780 Euro für 30 Jahre, eine Wahlgrab im Rasenfeld, das von der Kirchengemeinde gepflegt wird, kostet 1350 Euro. Ein Grab in der Urnengemeinschaftsanlage kostet für 25 Jahre 1500 Euro.

Nicht nur die Art der Bestattung, auch der Rahmen – von der Musik bis zur Trauerrede – müssen vorbereitet werden. Dabei helfen der Bestatter, bei kirchlichen Beerdigungen die Pastoren und bei weltlichen Beerdigungen der freie Trauerredner.

Die Formalitäten

„Natürlich sind Trauer und Abschied wichtig. Aber für uns sind auch die Formalitäten sehr wichtig, damit alles seinen geregelten Gang geht“, sagt Nina Brokmann von der Friedhofsverwaltung. Das beginnt mit dem Totenschein. Mit diesem Schein können die Angehörigen zum Standesamt gehen und die Sterbeurkunde beantragen. Drei Originale der Sterbeurkunde werden immer ausgestellt. „Doch ich rate dazu, sich fünf bis zehn Originale ausstellen zu lassen. Man braucht sie immer wieder, für das Regeln der Rente, für Banken und Versicherungen“, sagt Pastorin Sabine Indorf. Nina Brokmann von der Friedhofsverwaltung bietet montags und donnerstags Sprechtage an und berät die Angehörigen.

Tag des offenen Friedhofs

„Sprechen Sie über den Tod“, sagt Detlef Kant. Er lädt im Namen der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Zetel am Samstag, 21. September, zum Tag des Friedhofs ein. Die Kirchengemeinde beantwortet dann bei Führungen alle Fragen rund um den Tod – ganz ohne Tabus.

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Sandra Binkenstein Varel / Redaktion Friesland
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