Jever - Die Landesbühne Niedersachsen Nord in Wilhelmshaven startet im Theater am Dannhalm in Jever in die Spielzeit 2022/23. Dabei werden auch einige Stücke gespielt, die es aufgrund der Corona-Pandemie und der Maßnahmen zur Virus-Eindämmung nicht über die Generalprobe hinaus geschafft hatten. „Wir sind sehr froh, dass Theater wieder ohne Einschränkungen stattfinden kann und freuen uns sehr auf die Theatersaison in Jever“, sagt Intendant und Geschäftsführer Olaf Strieb. Karten und Abonnements für alle neun Theaterstücke mit den jeweiligen Terminen sind ab sofort im Graftenhaus Jever zu haben.
Die junge Landesbühne Wilhelmshaven spielt am 14. und 15. Dezember im Theater am Dannhalm in Jever als Weihnachtsmärchen „Der kleine Vampir“ von Angela Sommer-Bodenburg. Ein schaurig-schönes Stück zur Weihnachtszeit für Kinder ab sechs Jahren und die ganze Familie. Es geht um Anton Bohnensack, der am liebsten unter der Bettdecke Gruselgeschichten liest und sich dann tatsächlich mit einem echten Vampir anfreundet.
Karten und Abonnements für die Aufführungen der Landesbühne Niedersachsen Nord im Theater am Dannhalm in Jever gibt es im Graftenhaus Jever. Für die Abonnements ist das Kulturbüro unter Tel. 04461/939265 oder per Mail kultur@stadt-jever.de zuständig, Einzelkarten gibt es an der Tourist-Info und im Rathaus, Zimmer 10, unter Tel. 04461/939110.
60er Jahre
Das Ensemble startet in Jever am Donnerstag, 8. September, mit Hairspray – eine „augenzwinkernde Hommage“ an die 60er-Jahre. „Wir kommen mit einem großen Ensemble mit 19 Schauspielerinnen und Schauspielern und sechs Musikern“, sagt Strieb. Hairspray ist eines der erfolgreichsten Broadway-Musicals, es basiert auf dem gleichnamigen Kultfilm von 1988 und erzählt die Geschichte von Tracy Turnblad, die als Jugendliche davon träumt, ins Showgeschäft einzusteigen. Es gibt Rhythm and Blues, Motown und Rock’n’Roll.
Weiter geht es am 30. September mit „Der Untertan“ nach Heinrich Mann. Bei diesem Stück handelt es sich um Abiturstoff und eine Uraufführung der Landesbühne. Im Mittelpunkt der Erzählung steht Manns Antiheld Diederich Heßling als typisch deutscher Opportunist der Kaiserzeit. Eine Gesellschaftskritik folgt am 4. November mit „Der Weg zurück“. Dabei geht es um einen Mann, der seine Frau bei der Geburt des gemeinsamen Kindes verliert und der modernen Technik dafür die Schuld gibt. Er wird so zum Urahn der „Regression“, einer Bewegung, die sich gegen Wissenschaft und Neuerungen stellt. Fortschritt wird abgelehnt und eine „einfache“ Sprache und Lebensweise diktiert. In dieser Dystopie verschwimmen Fakten und Fiktion, sie zeigt, wie sich politische Bewegungen formieren und verselbstständigen, beschäftigt sich aber auch mit dem modernen Menschen in der Technokratie.
Spannung mit Krimi
Spannend und unterhaltsam wird es mit „Zeugin der Anklage“ am 9. Dezember, wenn Agatha Christie die Bühne betritt und im London der 50er-Jahre ermittelt. In „Falscher Hase“ am 27. Januar 2023 geht es um Einsamkeit im Alter und die zunehmende Anonymität der Großstädte – eine Rentnerin versucht dem zu entkommen. Mit „Die Gehaltserhöhung“ am 24. Februar dürften sich die Zuschauer an den berühmten Passagierschein A38 aus den französischen Asterix-Comics erinnert fühlen. In dieser Komödie versucht sich ein Angestellter innerhalb administrativer Strukturen, endlich Gehör zu verschaffen. Am 10. März spielt die Landesbühne „Der Tempelherr“ von Ferdinand Schmalz, gefolgt von „Corpus Delikti“ von Juli Zeh am 28. April. Die Spielzeit endet am 2. Juni mit „Kaukasischen Kreidekreis“ von Berthold Brecht.
