Steinhausen - Seit 75 Jahren besteht der Kreislandvolkverband Friesland, die Interessenvertretung der Landwirtschaft gegenüber Politik, Behörden, Gesellschaft und der Wissenschaft. Dieses Jubiläum wurde jetzt in Steinhausen gefeiert und gleichzeitig der langjährige Vorsitzende Hartmut Seetzen verabschiedet und Lars Kaper zu seinem Nachfolger gewählt.
Hartmut Seetzen erinnerte an die Anfangsjahre des Landvolkverbandes mit Hungersnot nach dem Krieg. Damals versorgte ein Landwirt zehn Einwohner. Mit der Entwicklung von Pflanzenschutzmitteln und Mineraldünger sei später eine annähernd sichere Nahrungsmittelversorgung für die Bevölkerung möglich geworden. Heute versorgt ein Landwirt etwa 140 Menschen.
Vor Ort ist die Zusammenarbeit mit dem Landkreis immer positiv, sagte Landrat Sven Ambrosy in seinem Grußwort. Er wies darauf hin, dass 60 Prozent der friesländischen Fläche landwirtschaftlich genutzt wird.
Der Präsident des niedersächsischen Landvolks, Holger Hennies, gab einen Überblick über die aktuelle Situation in der Landwirtschaft und stellte fest: „Der natürliche Feind des Landwirts ist der Schreibtisch.“
Hartmut Seetzen, der das Amt des Kreislandvolkvorsitzenden 21 Jahre lang ausgeübt hat, wurde für sein langjähriges Engagement und die engagierte Verbandsarbeit mit der Goldenen Ehrennadel ausgezeichnet. Er hat in seiner Funktion als Kreislandvolkvorsitzender einiges bewegt. Er war bekannt für seine sachliche Art auch in schwierigen Lagen. Er kämpfte für die Sache und machte sich für die Belange der Landwirte in der Region stark. Zu seinem Nachfolger wurde Lars Kaper gewählt. Der 49-jährige Landwirtschaftsmeister bewirtschaftet einen Hof in Tange.
Ebenfalls einstimmig sind Jörg Even aus Schortens und Gerke Albers aus Zetel als stellvertretende Vorsitzende in ihren Ämtern bestätigt worden. Die Delegierten stimmten außerdem dafür, die Mitgliedsbeiträge zu erhöhen. Zum einen wird der Grundbeitrag für die aktiven, die passiven und die Fördermitglieder erhöht. Zum anderen wird auch die Obergrenze angehoben, bis zu der die aktiven Mitglieder einen Beitrag pro Hektar bewirtschafteter Fläche bezahlen. Dies ist vor allem eine Antwort darauf, dass die Zahl der Betriebe aufgrund des Strukturwandels in der Landwirtschaft geringer wird, die einzelnen Betriebe aber größere Flächen bewirtschaften.
